Schilddrüsenerkrankungen bei Katzen

Die Schilddrüse ist zwar sehr klein, aber dennoch ist sie ein lebenswichtiges Organ. Eine Über- oder Unterfunktion kann für Katzen schwere Folgen haben. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Erkrankung der Schilddrüse bei Ihrer Katze erkennen und wie sie behandelt werden kann.
 
Unbehandelte Schilddrüsenerkrankungen können Katzen nervös und aggressiv machen. © Todorean Gabriel-stock.adobe.com
Unbehandelte Schilddrüsenerkrankungen können Katzen nervös und aggressiv machen.
Die Schilddrüse ist zwar sehr klein, aber dennoch ist sie ein lebenswichtiges Organ. Eine Über- oder Unterfunktion kann für Katzen deshalb schwere Folgen haben. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Erkrankung der Schilddrüse bei Ihrer Katze erkennen und wie sie behandelt werden kann.
 

Die Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) ist die häufigste hormonelle Störung bei Katzen über acht Jahren und kommt auch deutlich öfter vor als die Unterfunktion. Bei der Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einer ein- oder beidseitigen Vergrößerung der Schilddrüsen-Lappen, hinter der in einer Vielzahl der Fälle ein gutartiger Tumor steckt.

Durch die Vergrößerung der Schilddrüse werden mehr Hormone produziert, es kommt zu einem Überangebot und der Stoffwechsel der Katze wird auf Höchstleistungen getrieben. Eine beginnende Schilddrüsenüberfunktion verläuft noch recht mild, wobei sich mit fortschreitender Erkrankung folgende Symptome zeigen, bzw. verstärken:
  • gesteigerter Appetit bei gleichzeitiger Abmagerung
  • struppiges Fell
  • unregelmäßiger Haarausfall
  • vermehrte Wasseraufnahme
  • vermehrter Urinabsatz
  • gesteigerte Aktivität, Ruhelosigkeit
  • Nervosität bis Aggressivität
Die endgültige Diagnose stellt der Tierarzt durch eine Blutuntersuchung. Als Differentialdiagnosen – also Krankheiten mit ähnlichen Symptomen – gelten zum Beispiel Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Daher sollte jeder Katzensenior ab dem achten Lebensjahr für seine Gesundheit zum regelmäßigen Check-up, um frühzeitig potenzielle Krankheiten zu erkennen.


Die Katze frisst, aber nimmt ab: Schuld kann eine Schilddrüsenüberfunktion sein. ©anastas_-stock.adobe.com
 

Die Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Wird die Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt, so führt sie zu Schädigungen des Herzens, der Nieren und der Augen sowie zu Bluthochdruck. Eine Behandlung ist deshalb unbedingt notwendig. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
 
  • Behandlung mit Medikamenten
Mit Medikamenten kann die Hormonbildung in der Schilddrüse gehemmt werden. Diese Hemmung ist reversibel. Das heißt, dass beim Absetzen der Medikamente die Hormonbildung wieder steigt und die Symptome wieder auftreten. Daher muss die Medikation ein Leben lang erfolgen.

Bei rund einem Viertel der mit Thyreostatika behandelten Katzen können Nebenwirkungen wie Erbrechen , Durchfall und verminderter Appetit auftreten. Zudem gestaltet sich die Tablettengabe bei vielen Katzen schwierig , weswegen diese Therapiemethode nicht für alle Katzen optimal geeignet ist.
 
  • Behandlung der Überfunktion durch Operation
Auch die Chirurgie kann eine Lösung für die Schilddrüsenüberfunktion sein: Dabei wird das krankhafte, bzw. tumoröse Schilddrüsengewebe operativ entfernt, was sich bei beidseitigem Befall jedoch als kompliziert erweisen kann. Denn wenn zu viel Gewebe entfernt wird, kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen, was wiederrum mit Medikamenten behandelt werden muss.
 
  • Behandlung durch Radio-Jod-Therapie
Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen ist die Radio-Jod-Therapie, kurz RJT. Jod ist ein essentieller Baustoff für das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Bei der RJT wird der Katze radioaktives Jod verabreicht, das sich vermehrt in der Schilddrüse anreichert. Die abgegebene Strahlung schädigt die umliegenden Drüsenzellen, wodurch die Hormonbildung vermindert wird. Nebenwirkungen wurden bisher noch nicht beobachtet und der Erfolg der Therapie spricht für sich: Bei 95 % der Katzen führt eine einmalige RJT zur Normalisierung der Schilddrüsenfunktion nach zwei bis drei Wochen.

Allerdings hat auch diese Therapieform Nachteile. Denn sie ist sehr kostenintensiv und wird deutschlandweit nur am Universitätsklinikum Gießen und der Tierklinik Norderstedt durchgeführt, weshalb man unter Umständen lange Anfahrtswege in Kauf nehmen muss. Außerdem wird die Katze bis zu zehn Tage stationär untergebracht.
 
  • Behandlung der Überfunktion durch das Futter
Bei milden Formen der Schilddrüsenüberfunktion kann die Therapie auch durch das Futter erfolgen. Einige Futtermittelhersteller bieten bereits jodreduziertes Futter an, das bei ausschließlicher Fütterung zu einer Verbesserung der Schilddrüsenwerte führen soll. Wichtig ist aber, dass die Katze nichts anderes frisst, was bei Freigängern häufig schwer zu kontrollieren ist.


Die Schilddrüsenüberfunktion kann mit Medikamenten behandelt werden. ©isavira-stock.adobe.com
 

Die Schilddrüsenunterfunktion bei Katzen

Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) ist bei Katzen sehr selten. Meist tritt sie als sekundäre Erkrankung einer Schilddrüsenüberfunktion-Behandlung auf und ist nur von kurzer Dauer.

Anders sieht es bei angeborenen Schilddrüsendefekten aus, die ebenfalls eine Unterfunktion verursachen können und bei jungen Kätzchen zu schweren Wachstumsstörungen führen. Bei erwachsenen Katzen äußert sich eine Schilddrüsenunterfunktion unter anderem durch Gewichtszunahme und extreme Lethargie. Da die Schilddrüsenunterfunktion bei Katzen kaum auftritt und wenn, häufig nur vorrübergehend besteht, muss sie nur in wenigen Fällen durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen begleitet von regelmäßigen Blutkontrollen behandelt werden.
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