Chinchillas als Haustier

Chinchilla als Haustier richtig halten

Chinchillas als Haustier artgerecht zu halten ist gar nicht so schwer. Wie bei allen Nagetieren sind auch bei Chinchillas einige Dinge zu beachten, damit sich die Tiere wohlfühlen. Lesen Sie hier, auf was es bei der Haltung, Fütterung, Käfiggröße und Sandbad in Sachen Chinchillas ankommt.
 
Chinchilla Haltung © shutterstock
Bei der Chinchilla-Haltung gilt es viel zu beachten.
Die ersten Chinchillas kamen als Pelzlieferanten von Südamerika nach Europa. Chinchilla-Pelze waren damals beliebt. Tierschützer befreiten später viele Chinchillas aus Zuchtfarmen und vermittelten sie als Haustier.
 

Sind Chinchillas die richtigen Haustiere für mich?

Bevor Sie sich Chinchillas als Haustiere zulegen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
  1. Haben Sie genug Zeit für die Chinchilla-Haltung? Denn auch wenn die Tiere in einem großen Käfig wohnen, brauchen sie trotzdem jeden Tag viel Auslauf und Pflege.
  2. Haben Sie genügend Platz? Ein artgerechter Chinchilla-Käfig ist mindestens 150 cm x  80 cm x  150 cm groß und sollte in Ihre Wohnung passen.
  3. Können Sie sich die Chinchillas leisten? Käfig, Futter und Tierarzt kosten Geld.
  4. Ist Ihre ganze Familie mit der Haltung von Chinchillas einverstanden?
  5. Können Sie sich um die Chinchillas kümmern – auch dann, wenn Ihre Kinder sich Chinchillas wünschen , dann aber eventuell das Interesse an den Tieren verlieren?
  6. Chinchillas werden bei guter Haltung und Pflege 15 Jahre oder älter. Können und wollen Sie so lange Verantwortung für die Tiere übernehmen?
  7. Chinchillas sind nachtaktiv und verbringen den Tag lieber im Käfig. Können Sie diese Lebensart respektieren?
  8. Haben Sie jemanden, der die Chinchillas füttert und versorgt, wenn Sie in Urlaub fahren?
Wenn Sie alle diese Fragen mit "Ja" beantworten, steht der Haltung von Chinchillas als Haustiere nichts mehr im Wege. Erfahren Sie hier, was Sie bei der Anschaffung, Haltung und Pflege von Chinchillas beachten müssen. Sie sind noch unsicher? Dann passt vielleicht ein anderer Kleinsäuger zu Ihnen?
 

Der Kauf von Chinchillas

Wenn Sie nicht unbedingt Jungtiere kaufen möchten, ist das Tierheim die beste Anlaufstelle. Informieren Sie sich in den Tierheimen in Ihrer Nähe, ob es dort abgegebene Chinchillas gibt.
 
Wenn Sie sich doch dafür entscheiden, Chinchillas vom Züchter zu nehmen, dann sollten Sie sich genau ansehen, wie die Tiere gehalten werden. Die Chinchilla-Käfige müssen groß und sauber sein. Die Chinchillas selbst sollten gepflegt sein und einen munteren Eindruck machen. Ein kompetenter Züchter wird all Ihre Fragen zur artgerechten Haltung von Chinchillas beantworten und sich erkundigen, wie die Tiere bei Ihnen gehalten werden.
 
Auch im Zoofachhandel werden Chinchillas verkauft. Doch Vorsicht: Meistens sind die Käfige viel zu klein und die Chinchillas, wegen des Lärmes, dem sie den ganzen Tag ausgesetzt sind, extrem gestresst. Kaufen Sie nur bei einem Zoohändler, der Sie individuell berät und seine Tiere artgerecht hält.
 
Chinchillas sollten Sie selbstverständlich nie allein halten. Die Einzelhaltung von Chinchillas ist alles andere als artgerecht und für die Tiere eine Qual. Mindestens ein Artgenosse sollte also gleich mit dazu geholt werden. Auch wenn Sie sich mehrere Chinchillas halten, werden diese zahm und finden den Kontakt zum Menschen.

Chinchilla handzahm
Chinchillas werden bei artgerechter Haltung zu zweit trotzdem zahm. © shutterstock
 

Der richtige Standort für den Chinchilla-Käfig

Chinchillas werden in der Wohnung gehalten. Eine Außenhaltung auf Balkon oder Terrasse ist für die ursprünglich aus Südamerika stammenden Tiere nicht geeignet. Auch im Keller fühlen sich Chinchillas nicht wohl, denn hier ist es oft zu kalt und feucht. Der Chinchilla-Käfig steht am besten in einem hellen, luftigen und ruhigen Raum mit ungefähr 25 Grad Zimmertemperatur. Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung sind tabu. Da Chinchillas die Tage verschlafen, sollten sie tagsüber ungestört sein. Für das Schlafzimmer eignen sich Chinchillas nicht, denn nachts machen die Tiere ordentlich Lärm. Auch das Sandbad, das für die artgerechte Haltung von Chinchillas wichtig ist, staubt und würde Sie stören. Im Kinderzimmer ist es für Chinchillas am Tag zu laut. Am besten ist ein eigenes Chinchilla-Zimmer. Der Käfig steht am besten etwas weiter erhöht, damit die Tiere alles im Blick haben.
 

Die richtige Größe des Chinchilla-Käfigs

Chinchillas sind sehr aktive Nagetiere. Dementsprechend brauchen sie jede Menge Platz. Ein "zu groß" gibt es beim Chinchilla-Käfig dabei nicht. Empfohlen für die artgerechte Haltung von Chinchillas werden diese Mindestmaße: 150 cm x 80 cm x 150 cm. Wichtig bei der Käfiggröße ist besonders die Höhe, da Chinchillas gerne auf erhöhten Brettern sitzen und das Geschehen dann rundum überblicken können. Im Zoofachhandel gibt es Nagerkäfige aus Holz und Drahtgeflecht. Wer will, kann sich auch selbst einen Käfig aus unbehandeltem Holz, zum Beispiel einem nicht genutzten Kleiderschrank, und Maschendraht zimmern. Die Maschenweite des Drahtes sollte dabei bis 1,5 cm betragen.
 
Da sich Chinchillas in einem leeren Käfig nicht wohl fühlen, geht es jetzt ans Einrichten.

Chinchilla Käfig mit hohem Ausguck
Chinchillas brauchen im Käfig viel Platz und mögen gern erhöhte Ausgucke. © shutterstock
 

Den Chinchilla-Käfig richtig einrichten

Chinchillas haben es wie alle Nager gern abwechslungsreich. Im Folgenden finden Sie Tipps für das perfekte Chinchilla-Heim .
 
Das gehört in den Chinchilla-Käfig:
  • Einstreu am Boden (Hanf-, Leinen-, Mais- oder Holzstreu)
  • Sitzbretter
  • Schlafhäuschen
  • Versteckmöglichkeiten
  • Äste zum Nagen und Klettern
  • Trinkgefäß
  • Futternapf
  • Spielzeug
  • Sandbad
Die Sitzbretter sollten im Chinchilla-Käfig in verschiedenen Abständen angebracht werden, damit die Tiere verschiedene Sprungmöglichkeiten haben. Das Holz sollte selbstverständlich unbehandelt und ungiftig sein, da die Tiere das Mobiliar gern annagen. Bewährt hat sich Fichtenholz für die Nagerkäfig-Einrichtung. Für die Versteckmöglichkeiten eignen sich neben Holz auch Ton- oder Korkröhren, in die sich die Chinchillas zurückziehen können.
 
Achtung: Die Chinchilla-Einrichtung sollte frei von Gefahren sein. Platzieren Sie alles so, dass sich die Chinchillas nicht an Kanten verletzten können. Auch Gegenstände, die herunterfallen können, stellen eine Gefahr da. Befestigen Sie daher zum Beispiel Schlafhäuschen und achten Sie auf das sichere Anbringen aller Einrichtungs-Gegenstände im Chinchilla-Käfig.
 
Wichtig: Auch wenn der Chinchilla-Käfig perfekt eingerichtet ist, benötigen die Tiere trotzdem täglich viel Freilauf. Einige Stunden sollten Sie einplanen! Behalten Sie die Chinchillas beim Freilauf im Auge und sichern Sie den Freilauf vor Gefahren .

Inspirationen für die abwechslungsreiche Einrichtung eines Chinchilla-Käfigs erhalten Sie in diesem Video. Jetzt ansehen!


 

Das Chinchilla-Sandbad

Für ihr Wohlbefinden benötigen Chinchillas ein Sandbad. Der Sand hilft bei der Fellpflege, dient dem Wohlbefinden und dem Abbau von Stress. Das tägliche Sandbad ist für die artgerechte Chinchilla-Haltung also Pflicht.
 
Checkliste für das Chinchilla-Sandbad:
  • Verwenden Sie für das Sandbad nur speziell ausgezeichneten Chinchilla-Spezial-Sand
  • Kaufen Sie den Sand bitte nur im Fachhandel
  • Vogelsand oder Kinderspielsand sind für das Chinchilla-Sandbad nicht geeignet
  • Bieten Sie Chinchillas den Sand in einem speziellen Gefäß für Sandbäder an
  • Der Sand dient vor allem für die Sandbäder und nicht als Einstreu
  • Sandbadgefäße können aus Metall, Glas oder Ton sein
  • Die Gefäße für das Chinchilla-Sandbad sollten bruchsicher sein
  • Erneuern Sie das Chinchilla-Sandbad, wenn es verschmutzt ist

Chinchilla Sandbad
Chinchillas benötigen für ihr Wohlfühlprogramm täglich ein Sandbad. © shutterstock
 

Chinchillas richtig füttern

Bei der Fütterung von Chinchillas gibt es einige Dinge zu beachten, da die Nager einen besonders empfindlichen Magen haben. Chinchillas kommen aus einer Region, in der sie vorwiegend trockene Gräser, kakteenartige Pflanzen und seltene Früchte und Beeren fressen. Entsprechend sollte die Chinchilla-Ernährung daheim angepasst werden. Achtung: Einige Pflanzen und Lebensmittel sind schädlich und sogar giftig für Chinchillas und dürfen nicht verfüttert werden.

Futter-Plan für Chinchillas:
  • Heu und Wiesenfutter: Das ideale Chinchilla-Futter wäre eine Wildwiese mit verschiedenen Gräsern und Kräutern. Da uns Wiesen nicht das ganze Jahr zu Verfügung stehen, werden die Nager mit der getrockneten Variante gefüttert. Heu ist das A und O in der Chinchilla-Ernährung. Es hilft durch seinen hohen Rohfasergehalt der Chinchilla-Verdauung und sorgt mit dafür, dass die Backenzähne kurz gehalten werden. Tipp: Bitte nur gut abgelagertes, qualitativ hochwertiges Heu an Chinchillas verfüttern.

  • Pellets: Pellets sind in der Chinchilla-Ernährung bei einigen Haltern umstritten. Das Problem: Neben Grünfutter und Kräutern sind oft auch Melasse, Zucker, Getreide und andere Abfallstoffe enthalten. Da eine Umstellung des Futters bei Chinchillas jedoch mit viel Vorsicht zu genießen ist, sind Anfänger mit Pellets dennoch gut beraten. Zusätzlich können Sie wenig Leinsaat, Hirse oder Sesam verfüttern. Tipp: Achten Sie beim Füttern von Pellets auf die Zutatenliste.

  • Knabbereien: Die Schneidezähne von Chinchillas wachsen kontinuierlich nach. Verfüttern Sie für einen kontinuierlichen Abrieb getrocknete Zweige. Verwenden Sie nur ungespritzte Zweige und entfernen Sie die Blätter. Falls Ihre Chinchillas schon an das Blattgrün gewöhnt sind, können Sie auch Zweige mit Blättern und Blüten verfüttern. Geeignet sind Zweige von Haselnuss, Apfel oder Birne. Tipp: Waschen Sie die Zweige vor dem Verfüttern gründlich mit heißem Wasser!

  • Obst und Gemüse: Chinchillas sollten wenig bis gar nicht mit Obst und Gemüse gefüttert werden. Die Tiere können davon Verdauungsprobleme bekommen. Erfahrene Halter können Chinchillas vorsichtig an Frischfutter gewöhnen. Dann dürfen Sie ab und zu ein kleines Salatblatt oder eine Miniportion Knollengemüse verfüttern. Obst sollten Sie an Chinchillas nur selten füttern. Hier eignen sich Beerenfrüchte wie Erdbeeren oder Himbeeren. Tipp: Getrocknete Gemüse-Häppchen, z.B. Möhrenschnipsel, sind in Maßen beliebte Leckerlis.

  • Frisches Wasser: Zur artgerechten Chinchilla-Fütterung gehört täglich frisches Wasser. Da Chinchillas viel trockene Nahrung fressen, ist Wasser für sie umso wichtiger. Einfaches Leitungswasser reicht aus. Das Wasser sollten Sie in einer Schale anbieten, sodass die Chinchillas gut daraus trinken können.
Ein detaillierter Futterplan hilft Ihnen dabei, Ihre Chinchillas ausgewogen zu ernähren .

Chinchilla Futter
Beim Chinchilla-Futter steht gutes Heu an erster Stelle. © shutterstock
 

Chinchillas mit Hund und Katze

Sich Chinchillas anzuschaffen, wenn man schon andere Haustiere wie Hund oder Katze hat, ist eine knifflige Angelegenheit. Die Nager schlafen am Tag und passen mit dem Rhythmus von anderen Haustieren oft nicht zusammen. Wichtig ist, dass zum Beispiel Ihr Hund die Chinchillas nicht ständig anbellt, sie jagt oder sogar fressen will. Das würde die Nager stressen. Ist Ihr Hund ruhig, können Sie ihn langsam an die Chinchillas gewöhnen. Ähnlich verhält es sich bei Katzen: Wenn die Katze weiß, dass die Chinchillas kein Futter für sie bedeuten, darf sie die Neuzugänge vorsichtig kennenlernen. So können sich Chinchillas und andere Heimtiere durchaus anfreunden. Aber Achtung beim Freilauf: Behalten Sie die Chinchillas immer sicher im Auge, gerade, wenn auch andere Tiere mit unterwegs sind.
 
Wenn Sie diese Tipps für Ihre Chinchillas beachten, werden sich die Tiere bei Ihnen garantiert pudelwohl fühlen – das sehen Sie den Tieren dann sicher an. Ob sie auch wirklich rundum gesund sind, können Sie selbst prüfen. Machen Sie den Gesundheits-Check für Chinchillas .
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