Haltung

Außenhaltung von Kaninchen im Winter

Ein ganzjähriges Außengehege ist der Traum aller Kaninchen, denn hier können sie fast wie in der Natur leben. Doch damit die Langohren auch eisige Wintertage unbeschadet überstehen, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.
 
 
Kaninchen im Schnee © Stock.adobe.com/Grigorita Ko
Ganzjährige Außenhaltung ist ein Traum für Kaninchen.
Für Kaninchen ist es eigentlich kein Problem, auch den Winter im Freien zu verbringen, solange sie frühzeitig nach draußen umquartiert wurden und sich an die neuen Lebensumstände gewöhnt haben. Folgende Punkte müssen bei der Außenhaltung jedoch unbedingt beachtet werden:
 

1. Langsame Umgewöhnung muss sein

Kaninchen, die draußen leben, bereiten sich instinktiv auf den Winter vor. Sie bilden ein dichteres Fell aus und futtern sich ein kleines Speckpolster an. Die Umquartierung von der Wohnung in ein Außengehege  muss deshalb spätestens Anfang Herbst erfolgen. Gewöhnen Sie die zukünftigen Freigänger vorab mit kleinen Portionen an die Grünkost, damit sie sich später nicht überfuttern. Auch ein Check-Up beim Tierarzt  ist ratsam.
 
Kaninchen im Freien
Leben im Freien ist für Kaninchen spannend und artgerecht. ©stock.adobe.com/suvorovalex
 

2. Keine Einzelhaltung im Außengehege

Einzelhaltung ist für ein Kaninchen eigentlich grundsätzlich tabu, denn sie macht langfristig krank. Lebt das Kaninchen in einem Außengehege kann Einzelhaltung im Winter sogar das Todesurteil bedeuten. Bei Minusgraden ziehen sich die Kaninchen nämlich in ihre Schutzhütte zurück, kuscheln sich eng aneinander und wärmen sich gegenseitig. Nur so kommen Kaninchen fit durch den Winter . Die Außenbesatzung sollte deshalb aus mindestens zwei, besser noch drei oder vier Kaninchen bestehen.
 
Zwei Kaninchen im Schnee
Gesellschaft ist für Kaninchen sehr wichtig.   ©stock.adobe.com/serikbaib
 

3. Fit durch ausreichende Bewegung

Kaninchen sind Bewegungstiere und brauchen viel Platz, um sich wohlzufühlen. Im Winter ist eine ausreichend große Fläche zum Warmlaufen für die Tiere sogar überlebenswichtig. Planen Sie für zwei Kaninchen eine Fläche von mindestens 4 Quadratmetern ein. Laufstrecken aus Holzstücken, Korkplatten oder Tannenzweigen sorgen für trockene Pfötchen und beugen gefährlichen Schnupfnasen vor.
 
Kaninchen im Schnee
Bewegung hält das Kaninchen an kalten Tagen warm.      ©stock.adobe.com/Jimcumming88
 

4. Gehaltvolle Winterkost im Freien

Während der kalten Jahreszeit darf das Futterangebot Ihrer Kaninchen  gerne etwas reichhaltiger ausfallen. Schließlich brauchen die Kaninchen viel Energie, um sich warmzuhalten. Geeignetes Winterfutter sind beispielsweise Kohlrüben, Sellerie, Grünkohl und Fenchelknollen. Paprika, Hagebutten und Petersilie sorgen für den nötigen Energieschub. Auch gegen Körnerfutter ist nichts einzuwenden, aber bitte in Maßen.
 
Kaninchen bei der Fütterung
Kaninchen im Außengehege brauchen im Winter mehr Futter.    ©stock.adobe.com/lapandr
 

5. Wetterfeste Schutzhütte zum Aufwärmen

Als Rückzugsort brauchen die Kaninchen eine wintertaugliche Schutzhütte. Sie sollte nicht zu groß sein, da sie nur durch die Körperwärme der Tiere beheizt wird. Für zwei bis drei mittelgroße Kaninchen reicht eine Grundfläche von 50 x 100 cm aus. Die Außenwände der Hütte sollten aus mindestens 2 cm starkem Holz bestehen oder doppelwändig gebaut und mit Styropor verkleidet sein. Öffnungen im oberen Wandbereich sorgen für eine ausreichende Frischluftzufuhr, ohne Zugluft zu verursachen. Als „Matratze“ empfiehlt sich eine saugfähige Kleintierstreu und darüber eine Lage Stroh. So wird der Urin zügig nach unten abgeleitet und der Schlafplatz bleibt trocken.
 
Kaninchen in Schutzhütte
Kaninchen brauchen einen trockenen, wärmenden Unterschlupf.   ©adobe.stock.com/Vera Kuttelvaserova