Zebrafinken im Steckbrief

Zebrafinken sind nach dem Wellensittich und den Kanarienvögeln die am häufigsten gehaltenen Vögel. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung von Zebrafinken.
 
Zebrafinken © Theodore Scott / iStockphoto
Obwohl Zebrafinken in der Natur gerne in der Nähe von Bächen oder Flüssen leben, können sie tagelang ohne Wasser auskommen.

Zebrafinken im Steckbrief

  • Körperlänge: 10 - 11 cm
  • Gewicht: 12 - 14 g
  • Lebenserwartung: 6 - 10 Jahre
  • Verbreitung: Australien
  • Lebensraum: Steppen, Savannen, Grasland, auch in Gärten und Orten
  • Artbestand: Sehr häufig

Systematik der Zebrafinken

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Prachtfinken
  • Gattung: Zebrafinken
  • Art: Zebrafink (Taeniopygia guttata)

Aussehen der Zebrafinken

Das Zebrafinken-Männchen hat seinen Namen seiner schwarz-weißen Brustfärbung zu verdanken, die sich in der unteren Brustmitte zu einem schwarzen Fleck zusammenzieht. Weitere Schönheiten seines Gefieders sind die orange-braunen Wangenflecken und die braunen Flankenbänder, die mit vielen weißen Punkten verziert sind. Ein weiteres Kennzeichen hat das Zebrafinken-Männchen mit dem Zebrafinken-Weibchen gemein: die schwarzen Tränenstriche, die von weißen Streifen und einem schmalen schwarzen Streifen vom korallenroten Schnabel abgegrenzt sind. Auch die Augen sind beim Wildvogel rot. Die Oberseite des Zebrafinken ist von der Stirn über den Rücken und den Flügeln bis zum weißen Bürzel graubraun. Die Oberschwanzdecken zeigen sich schwarz mit großen weißen Flecken. Sie reichen fast bis zum Ende der dunkelgrauen Schwanzfedern. Der Bauch des Zebrafinken ist weiß, etwas ins Gelbliche tendierend. Im Laufe seiner Domestizierung sind jedoch viele Mutationen des Zebrafinken entstanden, woraus noch mehr Kombinationsfarben gezüchtet wurden.

Nachwuchs und Aufzucht der Zebrafinken

Zebrafinken bauen in der Natur ihr Nest zwar meist in Astgabeln im Gebüsch, sie suchen sich aber auch Baum- oder Erdhöhlen zur Aufzucht ihrer Jungen. Darum nehmen Zebrafinken bei uns gerne Nistkörbchen oder -kästen an. Während das Zebrafinken-Männchen fast das gesamte Nistmaterial – Gräser, Wurzel- und Kokosfasern – im Schnabel gebündelt herbeischleppt, wird es vom Weibchen verbaut. Das Nest bekommt an der Seite einen engen Einschlupf. Nachdem das Zebrafinken-Weibchen im 24-Stunden-Rhythmus zumeist vier bis sechs Eier gelegt hat, beginnen die Vögel nach dem vierten Ei mit der Brut, bei der sich die Partner etwa alle zwei Stunden ablösen. Nachts sitzt das Weibchen auf den Eiern, oft auch beide Partner. Nach elf bis zwölf Tagen schlüpfen die Jungen. Bis auf ein paar Dunen auf der Oberseite sind die frischgeschlüpften Zebrafinken rosig-nackt. Mit zehn Tagen öffnen sich ihre Augen und die ersten Federn beginnen zu sprießen. Im Alter von 18 bis 20 Tagen haben die jungen Zebrafinken bereits ihr komplettes Gefieder und sind bereit, das Nest zu verlassen. An den ersten Tagen geschieht dies nur für wenige Stunden und wird von den aufgeregten Zebrafinken-Eltern mit viel Gequäke begleitet. Innerhalb der nächsten zwei Wochen werden die jungen Zebrafinken von den Altvögeln sehr umsorgt und gefüttert, aber auch immer selbstständiger. Im Alter von fünf bis sechs Wochen können die jungen Zebrafinken von den Eltern getrennt werden.

Lebensweise und Verhalten der Zebrafinken

Zebrafinken leben in ihrer Heimat gesellig in kleinen Gruppen zusammen. Zebrafinken bauen die Nester meistens in dichte, am liebsten dornige Büsche in zwei bis drei Meter Höhe. Die Paare brüten in benachbarten Gebüschen, wobei sich die Partner ablösen. Zebrafinken ohne Nachwuchs gehen gemeinsam auf Futter- und Wassersuche. In ihren Ruhestunden sitzen Zebrafinken in langen Reihen auf den Zweigen, singen, dösen oder putzen sich gegenseitig. Wenn in der Trockenzeit Nahrungs- und Wassermangel auftreten, scharen sich die Zebrafinken zu immer größeren Schwärmen zusammen, um ihnen freundlichere Gegenden aufzusuchen. Sobald die Regenzeit wieder einsetzt, kehren Zebrafinken in ihre Brutgebiete zurück. Beachtlich ist dabei, dass Zebrafinken manchmal zu den gleichen Eukalyptusgruppen finden, an denen sie schon im Vorjahr waren.

Kommunikation der Zebrafinken

Die Zebrafinken lassen am häufigsten ein kurzes, nicht sehr lautes „dät" hören. Das ist ihr Stimmfühlungslaut, mit dem Zebrafinken sich vergewissern, dass ihr Partner oder weitere Gruppenmitglieder in der Nähe sind. Haben sich ein oder mehrere Zebrafinken zu weit vom Schwarm getrennt, lassen sie den Distanzruf hören, mit dessen Hilfe sie sich wieder zusammenfinden. Er ist laut und klingt wie „tiäää". Auch das Trompeten, das sich wie „dääät" oder „tiäää" anhört, dient als Lockruf dem Zusammenhalt des Schwarms oder des Pärchens, denn oft sehen sich die Zebrafinken nicht zwischen dem Gras oder Blättern. Der Gesang ist bei jedem Zebrafinken-Männchen etwas anders und klingt in etwa wie ein bauchrednerisches, schnelles Zwitschern, das oft mit Lockrufen vermengt wird. Er ist bei der Balz zu hören, bei der das Zebrafinken-Männchen von einem Zweig zum anderen und wieder zurück springt, sich aufrichtet, die orangen Wangenflecke sträubt und das Zebrafinken-Weibchen immer heftiger ansingt.

Ernährung des Zebrafinken

Für die Ernährung der Zebrafinken ist vor allem eine Prachtfinken-Futtermischung aus mehreren Hirsesorten und Glanz wichtig, wie sie im Handel erhältlich ist. Kolbenhirse ist ebenfalls beliebt, besonders wenn die Zebrafinken Junge haben. Sonst reicht es, einem Pärchen täglich ein fünf Zentimeter langes Stück als Leckerbissen zu geben. An Grünfutter mögen Zebrafinken Endivie, Eisbergsalat, Chicorée, Vogelmiere, Löwenzahn, Hirtentäschelkraut und halbreife Grasrispen. An tierischer Nahrung nehmen Zebrafinken gerne frische Ameisenpuppen, manche auch Buffalos und kleine sowie frisch gehäutete Mehlwürmer und Pinkymaden an. Trink- und Badewasser ist den Zebrafinken täglich frisch zu reichen. Grit, eine Sepiaschale und ein Kalkstein sollten den Zebrafinken stets zur freien Verfügung stehen.

Haltung von Zebrafinken

Zebrafinken sind nach dem Wellensittich und den Kanarienvögeln der am häufigsten gehaltene Vogel. Das sollte nicht überraschen, denn Zebrafinken werben mit vielen guten Eigenschaften für sich: Zebrafinken sind hübsch, anspruchslos und genügsam. Solange wir dem Zebrafinken eines der unscheinbareren Weibchen zugesellen, wird er selbst in einem kleineren Käfig zufrieden sein. Munter trompetend führt das Zebrafinken-Männchen mit seinem Weibchen ein sehr harmonisches Leben. Die beiden halten treu zusammen, sitzen oft eng aneinander geschmiegt und kraulen sich gegenseitig das Gefieder. Alle Aktivitäten werden von dem Zebrafinken-Paar gemeinsam wahrgenommen, sei es die Nahrungsaufnahme, das Baden oder das lebhafte Umherfliegen. In einer größeren Voliere können auch mehrere Zebrafinken-Paare zusammen gepflegt oder mit anderen Prachtfinken untergebracht werden. Der Zebrafink ist zwar klein, er kann sich aber gut gegenüber anderen Vögeln behaupten, selbst gegenüber manchen größeren. Der Zebrafink ist aber weder ausgesprochen zänkisch oder gar bösartig.

Hätten Sie das über die Zebrafinken gewusst?

Obwohl Zebrafinken in der Natur gerne in der Nähe von Bächen oder Flüssen leben, können sie tagelang ohne Wasser auskommen. Die Gewässer trocknen in den Dürrezeiten nämlich schnell aus und sind oft schwer zu finden.
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