Halterrecht & Halterpflicht bei Katzen

Welche Rechte und Pflichten haben Tierbesitzer? Tiere als Erben und vieles mehr.
 
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Keine Duftwolken
Katzen müssen in reinen Wohngebieten so untergebracht sein, dass keine Duftwolken zum Nachbarn dringen können. Da aber zwei Katzen im Garten als ortsüblich anzusehen sind, darf der Halter zwei Katzen gleichzeitig Auslauf gewähren. Auch der Nachbar muss die ortsübliche Zahl von zwei Katzen auf seinem Grundstück dulden, solange keine unzumutbaren Schäden entstehen. Zu dulden sind Scharrspuren im Beet, ein paar Pfotentapser auf der Terrasse, eine tote Maus vor der Tür allerdings nur gelegentlich.

Katze der Übeltäter
Schwere Einwirkungen der Katze(n) können vom Nachbarn erfolgreich abgewehrt werden, sofern er beweisen kann, dass die Katze der Übeltäter war. Die Folge ist, dass der Katze die Freiheit genommen werden muss. Sonst aber ist das Streunen von Katzen ein artgerechtes Verhalten.

Notdurft
Drei Katzen, die regelmäßig ihre Notdurft in Nachbars Gemüsegarten verrichten, müssen nicht geduldet werden. Die Katzenhalterin muss dafür sorgen, dass nicht mehr als eine Katze draußen herumläuft. Bei Nichtbeachtung droht ein Zwangsgeld von 50.000 Mark. Grundsätzlich muss die Katze auf dem nachbarlichen Grundstück geduldet werden. Verrichtet die Streunerin ihre Notdurft dort regelmäßig, braucht der Nachbar das nicht hinzunehmen. Es gilt hier, einen Kompromiss zu finden.

Rattenplage durch Katzenfütterung
Eine Katzenhalterin wollte für ihre acht Katzen nur das Beste. Die Katzen wurden ausschließlich im Freien gehalten. Auch die Fütterung fand nur im Garten statt. Den angrenzenden Nachbarn passte dies gar nicht, da durch das bereitgestellte Katzenfutter auch viele Ratten angezogen wurden. Das Veterinäramt ordnete daher an, dass die Katzen nur noch innerhalb des Hauses gefüttert werden dürfen. Die Klage der Katzenhalterin gegen die Ordnungsverfügung hatte keinen Erfolg. Auch das Gericht sah in der eingetretenen Rattenplage eine konkrete Gesundheitsgefährdung der Nachbarschaft und bestätigte im Ergebnis die Anordnung des Amtstierarztes.
OVG Koblenz, Az.: 6 A 12111/00

Trennungskatze
Nach der Trennung von seiner Verlobten klagte ein Mann auf Umgangsrecht mit der gemeinsamen Katze, die bei der Ex-Verlobten geblieben war. Das Gericht entschied, dass das Tier vor dem Gesetz als Sache behandelt werden müsse, und so ein familienrechtliches Besuchsrecht nicht gestattet werden könne. Dies ist auch im Interesse der Katze, die ein wie allgemein bekannt ist, stark ortsgebundenes Tier ist. Das Umgangsrecht nämlich wäre mit einem häufigem Ortswechsel verbunden gewesen.

Katze lässt sich doppelt durchfüttern
Ein Oranienburger Kater hat sich über zwei Jahre lang von zwei Haushalten füttern lassen. Das Kuriose daran: Keiner der Haushalte wusste vom anderen, bis einer die Katze nicht mehr aus der Wohnung ließ. Da beide Parteien sich für den Eigentümer des Katers Namens „Charly“ bzw. „Bismarck“ halten, klagt nun der leer ausgehende auf Freigabe des Katers oder alternativ auf Kostenerstattung von etwa 4.000 Euro. Das Urteil steht noch aus.
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