So bleiben Garnelen gesund | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

So bleiben Garnelen gesund

Trotz ihrer großen Anpassungsfähigkeit reagieren besonders Garnelen äußerst empfindlich auf Schwankungen ihrer Umgebung, also des Wassers.
 
© pixabay.com/basuka (CC0 Public Domain)
Als Folge von belastetem Wasser, unzureichender oder zu üppiger Ernährung können Pilzkrankheiten und Infektionen ausbrechen.

Sauberes Wasser

Eine artgerechte Haltung in sauerstoffreichem sowie unbelastetem Wasser mit konstanten Bedingungen ist die beste Grundlage zur Gesunderhaltung der filigranen Krebstiere. Eine reiche Bepflanzung, mäßiger Tierbesatz, moderate Fütterung: und die oft bunten Gesellen erfreuen mit lebendigem Verhalten und regelmäßiger Fortpflanzung. Schwankungen sollten vermieden werden, auch im Rahmen von Wasserwechseln. Diese dürfen keinesfalls vernachlässigt werden, damit es nicht zu Erkrankungen kommt. Die Ernährung spielt eine ebenso wichtige Rolle.

Garnelen sind außerdem sehr stressanfällig, dies muss auch bei Transporten berücksichtigt werden. Viele Garnelen werden schlicht blass vor Schreck, doch das gibt sich wieder, sobald sie sich wieder sicher fühlen.

Häufige Krankheiten bei Garnelen

Als Folge von belastetem Wasser, unzureichender oder zu üppiger Ernährung können Pilzkrankheiten und Infektionen ausbrechen. Schwierigkeiten bei der Häutung und Missbildungen mit anschließender Todesfolge sind dann keine Seltenheit. Zwar sind viele Medikamente, die bereits in der Aquaristik angewendet werden, auch für Garnelen verträglich, doch garantieren sie keinesfalls eine erfolgreiche Heilung. Viele Garnelen überstehen dann die nächste Häutung nicht. Erlenzäpfchen und Laub wirken fungizid und antibakteriell, auch vorbeugend. Sie sollten daher in keinem Aquarium mit Garnelen fehlen. Außerdem halten sie den pH-Wert niedrig.

Die Häutung

Alle Krebstiere häuten sich, um wachsen zu können. Der Ausstieg aus dem alten Kleid ist nur der für uns sichtbare Teil. Vorbereitung und Nachsorge können je nach Art oder Gattung bis zu mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sodass meist nach der Häutung vor der Häutung ist. Dieser Vorgang spielt eine zentrale Rolle in jedem Krebstierleben. Nur eine kleine Zwischenzeit unterliegt diesem risikoreichen Kraftakt nicht. Die Nahrungs- und Lebensgewohnheiten unterliegen streng dem jeweiligen Lebens- bzw. Häutungszyklus. Es gibt Zeiten mit riesigem Appetit, aber kurz vor dem Ereignis fressen die Tiere nichts mehr.

Neben der Bildung verlorengegangener Glieder erfahren auch viele innere Körperteile eine Rundumerneuerung: der Magen, die Kiemen, ja selbst die Haare auf den Beinen, sofern vorhanden.

Außerdem bildet sich unter dem aktuellen Kleid eine neue Chitinhaut, die sich nach dem Ausstieg erst mit Wasser füllt und so größer wird. Dann härtet das neue Kleid mittels Nahrungsreserven (u.a. Calcium) im Körperinnern erst langsam aus, und neues Gewebe bildet sich. In dieser Zeit sind Krebstiere aufgrund der weichen Haut sehr angreifbar und ziehen sich daher gern zurück (Butterkrebse).

Bei kleineren Tieren wie Zwerggarnelen, die meist auch noch in größerer Zahl vorhanden sind, finden die Häutungen für uns oft unbemerkt statt. So sind nur noch gelegentlich die zusammengefallenen Exuvien zu finden.

Der Ausstieg

Krebse und Garnelen steigen eher seitlich aus. Die nahtähnliche Öffnung reißt am Beginn des Hinterleibes auf. Eine stabile Haut wie z. B. bei Fächergarnelen führt dazu, dass die abgestreifte Haut einem realen Tier oft zum Verwechseln ähnlich sieht. So denken viele Krebstierpfleger beim erstmaligen Anblick der sog. Exuvie, ihr Liebling sei gestorben. Die Verwunderung ist groß, wenn plötzlich vermeintlich zwei Individuen gesichtet werden.

Wasser ist ein wichtiges Element im Rahmen einer Häutung. Es sorgt für die Vergrößerung der noch weichen Haut und der Kalk für die erste Stabilität wird ihm entzogen.

Häufig gestellte Fragen

  • Meinem Krebstier fehlt eine Schere – kann es überleben?
    Im Grunde ja. Im Rahmen der nächsten Häutung, die viele Krebstiere auch vorziehen können, wächst zunächst ein kleineres, neues Exemplar. Wer den Eindruck hat, das einarmige Tier schwächelt, kann Futter zerkleinern und in dieser Form anbieten, sofern es sich um Krabben handelt. Fehlen beide Scheren, muss die Ursache gefunden und notfalls beseitigt werden (Platzmangel). Wenn die jeweiligen Tiere gefüttert werden, haben sie vielleicht eine Chance.
    Krebse verfügen zusätzlich über weitere kleine Scheren, die ihnen eine Nahrungsaufnahme besser ermöglichen, wenn die Großen fehlen.
 
  • Mein Krebs liegt auf der Seite und steckt bei der Häutung fest – soll ich helfen?
    Besser nicht, denn man weiß nie, was noch fest drin steckt. Außerdem dürfen sie nicht berührt werden. Auch wenn’s schwer fällt: abwarten und sehen, dass den anderen nicht das Gleiche widerfährt.
 
  • Meine Garnele hat Missbildungen – warum?
    Missbildungen an den Gliedern sind meist auf falsche oder einseitige Ernährung zurückzuführen und oft ein Zeichen zu proteinreichen Futters. Wird dieses angepasst, besteht möglicherweise bei der nächsten Häutung die Chance auf Besserung.
 
  • Einige Garnelen tragen weiche Büschel auf dem Körper – was ist das?
    Offenbar ein Pilzbefall durch mangelnde hygienische Umstände in ihrem Aquarium.
Auch Stress, zum Beispiel durch Fische oder insgesamt zu wenig Platz, kann zu sogenannten Sekundärerkrankungen führen. Die Lösung: Lebensumstände verbessern und bei starkem Befall Medikamente einsetzen. Der Einsatz von Medikamenten sollte nicht vorschnell erfolgen. (Annette Berkelmann)


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