Steckbrief Glasgarnele | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Glasgarnele

In einigen asiatischen Ländern werden Glasgarnelen zu Speisezwecken in großer Zahl gezüchtet. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Glasgarnele.
 
© pixabay.com/serenaste (CC0 Public Domain)
Das sind keine Glasgarnelen. Haben Sie welche? Dann schicken Sie uns doch ein Foto!

Typische Merkmale

  • Körperlänge: w 5 - 8 cm, m 10 cm
  • Lebenserwartung: 3 - 4 Jahre
  • Verbreitung: Asien/u.a. Thailand
  • Lebensraum: Flüsse, Seen, Reisfelder
  • Lebensweise: friedlich, in Kolonien
  • pH-Wert: keine besonderen Ansprüche

Systematik

  • Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Dekapoda)
  • Familie: Felsen-, Partner-, und Großarmgarnelen (Palaemonidae)
  • Gattung: Macrobrachium
  • Art: Glasgarnele (Macrbrachium lanchestri)

Aussehen und typische Merkmale

Im Vergleich zu anderen Süßwassergarnelen sind Glasgarnelen relativ groß. Ihre Form ist nicht gleichmäßig rund, sondern teilweise fast eckig, was den Glasgarnelen einen vorwitzigen Ausdruck verleiht. Der Körper ist durchsichtig und mit dunklen, unregelmäßigen Streifen geschmückt.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Männchen sind weit größer als die weiblichen Tiere, die männlichen Scheren sind deutlicher ausgeprägt und tragen eine graugrüne Behaarung. Die Weibchen können bei guten Bedingungen alle 20 bis 25 Tage trächtig sein. In  20 bis 50 Eiern entwickeln sich die Larven, die kurz vor der Häutung des Weibchens abgesetzt werden. Die Larven bewegen sich kopfüber im freien Wasser und durchlaufen einige Larvenstadien. Nach vier Tagen erscheinen mit der nächsten Häutung verlängerte Extremitäten, die es den Winzlingen nun erlauben, Nahrung aufzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt können reichlich Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Junggarnelen warten auf Gelegenheiten zum Beutefang. Nauplien und Garnelen streben gleichermaßen zum Licht, was die Fütterung erleichtert. Das Licht darf auch in diesen vier Tagen nicht ausgehen, da die Kleinen sonst die Orientierung verlieren und Schaden nehmen könnten. Nach etwa vier Wochen sind die Junggarnelen ca. einen Zentimeter groß und beginnen ihr bodenorientiertes Leben.

Lebensweise und Verhalten

Glasgarnelen leben wie die meisten Süßwassergarnelen substratorientiert. Das bedeutet, sie bewegen sich auf festem Grund: dem Boden, Wurzeln oder auf und zwischen Pflanzen und Steinen. Dabei sind sie meist auf Nahrungssuche und fressen alles, was schmackhaft erscheint und sich „verarbeiten" lässt. Glasgarnelen leben nicht direkt in Schwärmen, sind aber auf Artgenossen angewiesen. Sie sind friedlich untereinander und auch anderen Mitbewohnern gegenüber. Jedes Individuum scheint seinen bevorzugten Aussichts- und Sitzplatz zu haben. Während der kraftraubenden Häutungen ziehen sich die Tiere jeweils vom allgemeinen Treiben zurück, um den "Kleiderwechsel" ungestört zu absolvieren. Sie fühlen sich in gut strukturierten Aquarien mit lichten Pflanzenbeständen und Laub am wohlsten.

Ernährung

Glasgarnelen gelten als Allesfresser, scheinen jedoch eindeutig tierische Kost vorzuziehen. Das können Mückenlarven oder anderes Frostfutter sein, Kleinkrebschen und Fisch. Zusätzlich können sie mit Wafers und anderen Futtertabletten ernährt werden.

Haltung

Die beliebten Garnelen sind recht robust und stellen an das Wasser keine besonderen Ansprüche, es sollte jedoch nicht zu weich sein. Es darf wie für Wirbellose üblich, kein Kupfer enthalten. Ihre bevorzugten Temperaturen liegen zwischen 20 und 28°C. Mehrere Garnelen können problemlos mit ruhigen Fischen in einem 80-cm-Aquarium ausreichend Platz finden.

Hätten Sie's gewusst?

In einigen asiatischen Ländern werden Glasgarnelen zu Speisezwecken in großer Zahl gezüchtet.

Lesenswerte Links



Foto:  pixabay.com © serenaste (CC0 Public Domain)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren