Steckbrief Kristallrote Zwerggarnele | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Kristallrote Zwerggarnele

Diese beliebte rote Zuchtform lebt etwas versteckter als die Urformen. Allgemein wird vermutet, dass dies mit der auffälligen Färbung der kleinen Garnelen zu tun haben könnte. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Kristallroten Zwerggarnele.
 
© pixabay.com/basuka (CC0 Public Domain)
Die unterschiedlichen Zuchtformen der Garnelen unterscheiden sich in den Weißanteilen.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: 2 - 2,5 cm
  • Lebenserwartung: bis zu zwei Jahre
  • Verbreitung: 1996 aus einer japanischen Zuchtform hervorgegangen u. weltweit verbreitet
  • Lebensraum: mäßig fließende, unbelastete Gewässer mit viel Vegetation
  • Lebensweise: friedlich, gesellig
  • pH-Wert: 6 - 7

Systematik

  • Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Dekapoda)
  • Familie: Süßwassergarnelen (Atyidae)
  • Gattung: Caridina
  • Art: Kristallrote Zwerggarnele (Caridina cf. cantonensis)

Aussehen und typische Merkmale

Die rotweiße Farbgebung der kleinen Garnelen bildet einen starken Kontrast zur überwiegend grünen Umgebung. Der Weißanteil ist jedoch nicht-albonotischen Ursprungs und kann sehr verschieden ausfallen. Es gibt nahezu rote Garnelen und solche mit breiten roten und weißen vertikalen Streifen oder auch nur zarte Linien, die teilweise den Körper bedecken.

Nachwuchs und Aufzucht

Erwachsene Weibchen sind, wie bei Süßwassergarnelen üblich, größer und fülliger als ihre männlichen Artgenossen. Unter optimalen Wasser- und Lebensbedingungen vermehren sich Crystal Red Garnelen ca. alle zwei bis drei Monate. Nach erfolgreicher Befruchtung werden die ca. 30 bis 40 Eier am Hinterleib der Weibchen sechs Wochen mitgeführt. Die dann schlüpfenden Junggarnelen sind voll entwickelt und winzig, nur etwa 1 bis 1,5 mm lang. Die Färbung muss nicht die der Eltern sein, es können auch braune oder rotbraun gestreifte Exemplare dabei sein. Im Rahmen einer Zucht werden diese Tiere aussortiert.

Lebensweise und Verhalten

Diese beliebte rote Zuchtform lebt etwas versteckter als die Urformen. Allgemein wird vermutet, dass dies mit der auffälligen Färbung der kleinen Garnelen zu tun haben könnte. Doch egal welcher Farbschlag – die zarten Zehnfüßer sind ausgesprochen gesellig und kümmern, wenn es zu wenige Artgenossen sind. Sie schwimmen zwar auch kurze Strecken, halten sich jedoch vorwiegend auf Pflanzenteilen, Wurzeln und am Boden auf. Sie klettern den Untergrund abweidend herum und sind äußerst friedlich.

Ernährung

Die Ernährung von Garnelen ist rech problemlos. Granulatfutter, Spirulina-Tabs, Flockenfutter und Wafers werden ebenso gern genommen wie kleines Frostfutter. Mittlerweile ist außerdem spezielles Garnelenfutter im Handel erhältlich, das offenbar sehr schmackhaft ist. Die Fütterung sollte mäßig erfolgen, da Leckereien wie Algen, Detritus u.ä. im Aquarium reichlich vorhanden sind.

Haltung

Für die Unterbringung der kleinen Garnelen reicht bereits ein Aquarium ab 15 Liter bei Temperaturen zwischen 25 und 26° C. Hier können etwa acht bis zehn Tiere Platz finden. Allerdings sind die Wasserbedingungen stabiler zu erhalten, je größer das Wasservolumen ist. Leicht sauer bis neutral bei mittlerer Härte scheint ideal. Die kleinen Tiere sind sehr gesellig. Je größer ihre Zahl, desto sicherer fühlen sie sich. In größeren Aquarien können ruhige und ebenfalls kleine Fische mit den Garnelen zusammenleben: Harnischwelse sind ein gutes Beispiel.

Das Wasser muss unbelastet sein, vor allen Dingen ohne Kupfer, dies ist auch in kleinen Mengen für Wirbellose tödlich. Sandiger Bodengrund, viele feingliedrige Pflanzen wie z.B. Javafarn und weitere Moose sorgen für eine artgerechte Umgebung. Wurzeln und kleine Tonröhren bieten die nötigen Verstecke. Besonders während der Häutung ist es für die Garnelen wichtig, einen ungestörten Ort aufsuchen zu können. Laub und Erlenzäpfchen dienen als Nahrung und halten das Wasser leicht sauer. Der Filteranlage sollte besondere Beachtung geschenkt werden, diese darf die kleinen Garnelen sowie ihren winzigen Nachwuchs nicht ansaugen. Bewährt hat sich der sog. „Hamburger Mattenfilter“, ein biologischer, langsamer Filter, der hinter einer blauen Filtermatte eine (Kreisel-)Pumpe hat und individuell platziert werden kann.

Hätten Sie’s gewusst?

Die unterschiedlichen Zuchtformen der Garnelen unterscheiden sich in den Weißanteilen. Die Qualität der Garnelen wird durch gezielte Zucht gewährleistet. In Japan werden für Garnelen mit hohem Weißanteil mehrstellige Euro-Beträge gezahlt – Tendenz steigend.

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