Steckbrief: Axolotl | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Axolotl

Hier erfahren Sie alles über Lebensweise, Sinnesleistungen, Aufzucht und Haltung des Axolotl.
 
© Thomas Brodmann / animals-digita.de
Axolotl können wie viele andere Amphibien Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns nach Verletzungen wieder vollständig regenerieren.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: 18 - 28 cm, bei guter Pflege bis 30cm
  • Lebenserwartung:12 – 20, bei guter Pflege bis 28 Jahre
  • Verbreitung: endemisch, mexikanische Hochebene
  • Lebensraum: stehende Gewässer, Seen und Tümpel
  • Lebensweise: nachtaktiver Lauerjäger, Männchen oft unverträglich
  • pH-Wert: um 7

Systematik

  • Klasse: Lurche (Amphibia)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Familie: Salamanderartige (Salamandroidae), Familie: Echte Querzahnmolche (Ambystomatidae)
  • Gattung: Echte Querzahnmolche / Breitkopfsalamander (Ambystoma)
  • Art: Axolotl (Ambystoma mexicanum

Aussehen und typische Merkmale

Die behäbig wirkenden Axolotl haben einen runden Körper mit vergleichsweise kleinen Gliedmaßen. Der Kopf ist groß und rund, die Augen stehen weit auseinander. Direkt dahinter wachsen typisch für die Larven von Schwanzlurchen seitlich je drei Kiemenäste, die mithilfe von Muskeln bewegt werden können. Der seitlich flache Ruderschwanz ist mit Flossensäumen versehen und macht etwa die Hälfte der Gesamtkörperlänge aus.
Die Grundfarbe der Wildformen ist Grau bis Braun, zur Bauchseite heller werdend. Der Rückenbereich ist mit dunklen Punkten und/oder Flecken versehen. Mittlerweile ist auch eine albinotische Zuchtformen im Handel erhältlich.
Eine Besonderheit dieser Tiere ist die Neotonie: Aufgrund eines angeborenen Hormondefektes verbleiben die Tiere zeitlebens im Larvenstadium, werden jedoch geschlechtsreif und pflanzen sich fort. Auf künstlichem Wege können die Tiere zur Metamorphose gebracht werden, dies entspricht allerdings nicht ihrer natürlichen Lebensweise und ist somit von einer hohen Mortalitätsrate begleitetet.

Nachwuchs und Aufzucht

Der Ruderschwanz der Männchen ist etwas länger als der der Weibchen. Sicherstes Unterscheidungsmerkmal ist die sog. Kloakalregion. Beim Männchen ist sie auch außerhalb der Fortpflanzungsaktivitäten geschwollen, bei den Weibchen nie. Axolotl werden mit acht bis 15 Monaten geschlechtsreif. Mit einem Balzritual aus hoch aufgerichtetem Schwanz, Schlängeln desselben und Verbeugungen versucht das Männchen, Weibchen auf sich aufmerksam zu machen und mit Kopfstubsen die typische Paarung für Schwanzlurche einzuleiten. Nach erfolgreicher Befruchtung im Körperinnern legt das Weibchen zwischen 80 und 600 Eier auf Blättern ab. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die voll ausgebildeten Jungen nach neun bis 15 Tagen und ernähren sich weitere zwei Tage von ihrem Dottervorrat. Diese Entwicklung von Schwanzlurchen innerhalb des Eis wird als Pädogenese bezeichnet. Die Jungen sind sofort selbstständig und haben nach fünf Wochen eine Gesamtkörperlänge von ca. 5 cm erreicht. Nach vier Monaten sind sie je nach Temperatur zwischen 11 und 14 cm groß.

Lebensweise und Verhalten

Axolotl mögen keine Strömung und leben daher in stehenden Gewässern und kleinen Tümpeln der mexikanischen Hochebene rund um Mexiko City, sowie endemisch im Xochimilco-See und im Chalco-See. Sie führen ein geruhsames Leben nahe des Gewässergrundes. Den Tag über verbergen sie sich gern zwischen Steinen, Wurzeln und Pflanzen. Erst am späten Nachmittag oder in der Nacht kommen sie langsam hervor. Die genügsamen Amphibien sind zwar recht anpassungsfähig, bevorzugen jedoch kühle und sauerstoffreiche Gewässer.

Ernährung

Als Lurche bevorzugen Axolotl Lebendfutter, sie sind streng carnivor. In ihrem natürlichen Lebensraum erbeuten sie als Lauerjäger alles, was ins Maul passt: Insektenlarven, Schnecken, Krebse und Garnelen, sowie kleine Frösche und gelegentlich können ihnen auch kleinere Artgenossen zum Opfer fallen. Aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise sollte daher auch in menschlicher Obhut das Futter erst gegen Abend gereicht werden.
Dies kann spezielles Axolotl-Futter sein, das jedoch als Alleinfuttermittel nicht ausreicht. Die Tiere benötigen Abwechslung, sowie regelmäßige Vitamingaben. Der Speisezettel ist vielfältig: Regenwürmer, alle möglichen Insekten, Mehlwürmer, gefrostete Mückenlarven oder Bachflohkrebse, Zwerggarnelen und kleine, lebende Fische. Auf jeden Fall muss sichergestellt werden, dass Axolotl ihrer Natur gemäß auch selbst Beute erlegen dürfen und nicht nur „Aas“ bekommen. Meerestiere und -fische sollten wegen ihres Jodgehaltes vermieden werden.

Haltung

Die räuberischen Schwanzlurche sind nur in Artaquarien zu pflegen, da weitere Mitbewohner grundsätzlich früher oder später in ihrem Magen landen.
Mit Grundkenntnissen in der Aquaristik ist die Pflege dieser interessanten Amphibien nicht schwierig. Für ein ausgewachsenes Paar ist ein dämmrig gehaltenes Aquarium mit 80 bis 100 cm Kantenlänge gut geeignet. Auf einem sandigen Untergrund bieten Wurzeln, Steine und Pflanzen viele Versteckmöglichkeiten. Die nachtaktiven Tiere mögen kein helles Licht, dies ist nur im Zusammenhang mit Pflanzen notwendig. Eine Schwimmpflanzendecke oder ins Wasser gepflanzte Zimmerpflanzen, die über den Wasserspiegel hinauswachsen und selbigen abdunkeln sind ideal (z.B. die sog. Efeutute). Wohlfühltemperaturen für Axolotl liegen zwischen 18 und 20 Grad, 25°C dürfen keinesfalls überschritten werden. Die strömungsempfindlichen Tiere kommen am besten mit einem biologischen Langsamfilter zurecht, ideal ist hier der sog. Hamburger Mattenfilter.

Hätten Sie's gewusst?

Axolotl können wie viele andere Amphibien Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns nach Verletzungen wieder vollständig regenerieren. Diese ungewöhnliche Fähigkeit macht die Tiere im Rahmen der Humanmedizin sehr interessant. Allerdings auch zu begehrten Forschungsobjekten.

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