Steckbrief: Pommerngänse | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Pommerngänse

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Farbenschläge und Besonderheiten von Pommerngänsen.
 
© BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)
Zwei Pommerngänse.

Merkmale

  • Gewicht: 8 kg Ganter, 7 kg Gans
  • Ringgröße: 27 (Ganter und Gans)
  • Schalenfarbe der Eier: weiß
  • Bruteier- Mindestgewicht: 170 g
  • Rassengruppe: Groß- und Wassergeflügel
  • Verbreitung: eine der häufigsten Gänserassen
  • Leistungsmerkmale: günstiges Verhältnis von Futteraufwand und Erzeugung feinsten Tafelfleisches bei hohem Schlachtgewicht

Gesamterscheinung

Mit breiter Brust, breiten Schultern und einfacher Bauchwamme verkörpert die Pommerngans einen großen, schweren Typ, zu dessen Habitus sowohl der eiförmige, allseits abgerundete Rumpf als auch der kräftige Kopf gehören. Die Gestalt wirkt zwar nicht so massig wie die der Toulouser Gans, ihre Körpergröße und -fülle beeindruckt aber nicht nur den Liebhaber von Gänsebraten, sondern den Betrachter edler Rassetiere auf Ausstellungen.

Rassegeschichte

Schon vor über 3.000 Jahren sollen, nach Berichten römischer Schriftsteller, schwere Gänseschläge in Pommern gezüchtet worden sein. Auf der Insel Rügen werden solche schon 1550 beschrieben. Der Zuchtschwerpunkt lag um1890 in Vorpommern. Nur durch gezielte Zuchtauslese (Selektion), nicht durch Einkreuzungen, wurden immer größere Körper erzielt. Über Polen und Russland verlief die Ausbreitung nach Osten. Alte Berichte zeigen, dass Pommerngänse 1897 schon im Oktober bis zu neun Kilogramm schwer wurden. Ab 1962 gelang noch einmal eine Zunahme des Durchschnittsgewichtes durch Einkreuzung von Toulouser Gänsen. 1912 wurde die Rasse schon als eigenständig offiziell anerkannt. Die Emdener Gans diente ab 1983 erneut zur Leistungssteigerung der Pommerngans.

Rassemerkmale

Der breite und langgestreckte Rumpf wird waagerecht getragen. Rückenwölbung, Schulter - und Brustbreite sind für die kräftige Gestalt ausschlaggebend. Dabei darf die Brust keine Kielbildung zeigen. Dagegen wird eine einfache, aber voll entwickelte Bauchwamme in geradem Sitz verlangt. Parallel zur Oberlinie verlaufen die unteren Schwingenkanten, etwas nach oben ansteigend. Der breite Schwanz wird waagerecht, keinesfalls gesenkt oder nach oben anziehend getragen. Zur ausgeprägten Fleisch-Gans gehören die starken Schenkel über den kräftigen, mittelhohen, orangeroten Läufen. Passend zum Körper muss der mittellange Hals kräftig sein und gerade gehalten werden. Ein leicht eckig absetzendes Genick an dem breiten Kopf ist kein Fehler, sondern ein Rassemerkmal. Auch ist leichte Haubenbildung zulässig. Der kräftige, nicht zu lange Schnabel ist am First etwas nach unten durchgebogen. Rosa bis Orangerot soll seine Farbe sein. Das Gefieder ist zwar üppig, aber glatt und fest anliegend.

Farbenschläge

Weiß, Grau, Grau-Gescheckt

Besonderheiten

In früheren Zeiten gab es in Mecklenburg auch hellblaue Pommerngänse und solche, die "Blauschimmel" genannt wurden, 1976 waren noch "Gelbschimmel" vorhanden. Bei dieser Rasse liegen keine Extreme vor. Ihre Vitalität, ihr natürliches Verhalten, ihre sicheren Brut - und Aufzuchteigenschaften tragen zu ihrer Beliebtheit bei. Die Züchter berichten über die Vertrautheit mit ihren Pfleglingen. Ihre Bewegungsweisen sind bedächtig und doch elegant, ihre Stimmlaute sind auch für das menschliche Gemüt beruhigend. Auf gras- und kräuterbewachsenem Auslauf und bei guter Bademöglichkeit fühlen sich Pommerngänse erst so richtig wohl. (Dr. Horst Schmidt)
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