Steckbrief: Deutsche Puten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Deutsche Puten

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Farbenschläge und Besonderheiten von Deutschen Puten.
 
© paterne / iStockphoto
Eine Deutsche Pute.

Merkmale

  • Gewicht: siehe Übersicht unten
  • Ringgröße: Gruppe 1: 27 Hahn, 24 Henne,
    andere Farbenschläge: 24 Hahn, 22 Henne
  • Schalenfarbe der Eier: gelb-grünlich mit dunkelbraunen Punkten
  • Bruteier- Mindestgewicht: 70 g
  • Rassengruppe: Groß- und Wassergeflügel
  • Verbreitung: Gruppe 1: relativ häufig, Gruppen 2 und 3: seltene bis bedrohte Rasse
  • Leistungsmerkmale: Verwendung zur Erzeugung von Tafelfleisch

Gewichte

  • Schwarzflügel: Bronzefarbig, Weiß (Gruppe 1)
    9 - 12 kg Junghahn, 12 - 15 kg Althahn
    5 - 7 kg Junghenne, 5 - 8 kg Althenne
  • Rotflügel: Schwarz, Bourbon (Gruppe 2)
    5 - 7 kg Junghahn, 10 - 12 kg Althahn
    5 kg Junghenne, 5 - 7 kg Althenne
  • Cröllwitzer: Blau, Rot, Gelb, Kupfer, Narangansettfarbig (Gruppe 3)
    5 - 7 kg Junghahn, 7 - 8 kg Althahn
    4 - 5 kg Junghenne, 4 - 5 kg Althenne

Gesamterscheinung

Puten beeindrucken durch ihr großes, gewichtiges Format. Zu den stärksten Farbenschlagen zählen Bronzefarbige, Weiße und Schwarzflügel. Diese Tiere zeigen einen langgestreckten Körper mit hohem Stand. Die mittlere Gewichtsklasse (Bourbon, Schwarze und Rotflügel) weisen weniger Körpermasse und einen niedrigeren Stand auf. Cröllwitzer, Narrangansette, Blaue, Kupfer, Rote und Gelbe zeigen als Landputen gedrungenere Körperform und einen noch tieferen Stand.

Rassemerkmale

Der langgestreckte Rumpf muss besonders über den Schultern breit erscheinen. Die Oberlinie verläuft in fast gerader Linie über den langen Rücken in die Schwanzpartie, die im Affekt etwas angehoben getragen wird. Besonders die breite Brust ist ein Merkmal für guten Fleischansatz. Auch die Schenkel mit guter Bemuskelung tragen zum "fleischigen" Gesamteindruck bei. Der Bauch ist wenig entwickelt. Die langen und breiten Flügel liegen regulär fest am Körper an. Die Läufe werden möglichst lang und in der Knochenstruktur kräftig verlangt. Sie sind beim Hahn mit Sporen besetzt. Auffallend ist die warzige, blaue, manchmal rote, lose Haut am Oberhals. Von der Kehle bis zum Mittelhals hängt die Haut wammenartig herab. Ausgewachsene Hähne und mehrjährige Hennen tragen an der Brust Haarbüschel, die bei Jungtieren noch im Gefieder verborgen sind.

Rassegeschichte

Die frühere Bezeichnung Indische Hühner stammt aus der vermeintlichen Entdeckungsgeschichte Indiens durch Columbus 1492. Wahrscheinlich gab es schon um 1500 domestizierte Puten auf der Insel Guanaja. Aus Mexiko meldete der Spanier Oviedo 1523 das Vorkommen der Wildpute. Erst 1576 beschrieb Fernandez ausdrücklich die Hauspute. Die Einfuhr der domestizierten Form nach Europa ist von 1499 aus Nord-Venezuela nach Spanien dokumentiert. In England gab es Puten um 1524; dort wurde schon 1888 der lokale Tuthahnzüchterclub gegründet. Hausputen wurden um 1560 in Deutschland und Anfang des 18, Jahrhunderts in Holland gezüchtet. Der amerikanische Putenstandard stammt von 1890. Der deutsche Sonderverein und die Standardfestlegung sind auf 1907 datiert.

Besonderheiten

Rasseputen gehören zu den Nachkommen einer der größten flugfähigen Vogelart. Sowohl im Freilauf als auch im Ausstellungskäfig bieten diese Tiere eine imposante Erscheinung. Leider zählt inzwischen die Bronzepute zu den bedrohten Geflügelrassen. Im Unterschied zu den schweren Mastputen werden Rasse-Puten in artgerechter Unterbringung und Betreuung gehalten. Übermäßige Muskelbildung, oft verbunden mit verzögertem Knochenwachstum, wird so vermieden. Besonders eindrucksvoll ist das Balzverhalten der Hähne, wenn sie mit gesträubtem Gefieder und aufgerichtetem, radförmigem Schwanzgefieder um die Gunst der weiblichen Puten werben. (Dr. Horst Schmidt)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren