Gesundheit von Ziergeflügel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheit von Ziergeflügel

Zier- und Wildgeflügel kann grundsätzlich von allen bekannten Hühnerkrankheiten befallen werden. Züchter und Halter sollten darauf vorbereitet sein.
 
Gesundheit von Ziergeflügel © pixabay.com/Connygatz (CC0 Public Domain)
Gesundheit sollte auch bei Ziergeflügel groß geschrieben werden.
Hühnerartiges Wild- und Ziergeflügel (Pfaue, Fasane, Wildhühner, Wachtel) kann grundsätzlich von allen bei Hühnern bekannten Krankheiten befallen werden (siehe im dortigen Steckbrief). Besonders die Anfälligkeit für die Newcastle-Krankheit und für Schimmel- und Sproßpilzbefall ist beim Ziergeflügel zu beachten. Der Luftröhrenwurmbefall (Syngamus trachea ), der über Schnecken, Insekten und Regenwürmer übertragen wird, kann Fasane ebenfalls gefährden. Auch Geflügelcholera (Pasteurella muldocida) und die aviäre Enzephalomyelitis (AE) können Küken und Alttieren der Fasane gefährlich werden.

Erkrankungen bei Pfauen

Pfaue können von der typischen Putenerkrankung Schwarzkopfkrankheit (Histomoniasis) infiziert werden. Auch sind Luftröhrenwürmer und die Geflügeltuberkulose Ursachen für Erkrankungen bei Pfauen.

Erkrankungen bei Wachteln, Gänsen und Enten

Ganze Bestände der Wachteln können durch die Salmonella und durch Darmentzündungen (Clostridiumperfrigens) ausgelöscht werden. Auch die Wachtelbronchitis, ausgelöst durch ein Adeno-(CELO-)Virus, und Leukose führt zu Verlusten. Gänse und Enten als Wild- und Ziergeflügel können von allen beim Groß- und Wassergeflügel beschriebenen Krankheiten befallen werden, Besonders Salmonelleninfektionen, Geflügelcholera, Botulismus, Ornithose, Infektiöse Serositis, Parvorirose und Virusenteritis gefährden die Bestände. Atypische Geflügelpest, Influenza-A-Infektionen und Aspergillose bedürfen der rechtzeitigen Behandlung durch Tierärzte. Ziergänse und -enten sind auf Magen- und Bandwurmbefall, sowie auf die Vogelmalaria (Erreger: Protozoen der Gattung Palsmodium), zu untersuchen. An Organ und Stoffwechselkrankheiten kommen Gicht, Amyloidose und Legenot vor. Schließlich ist darauf zu achten, dass empfindliche Wildgänse und -enten keine pflanzlichen Gifte aufnehmen, die zu Intoxikationen führen. Auch chemische Gifte, die in Holzschutzmitteln, Saatgutbeizmitteln, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln enthalten sein können, sind aus den Ställen und Gehegen fernzuhalten.

Bei Zier - und Wildtauben sind die häufigsten Krankheiten:

  • Taubenpocken (Virus: Poxvirus columbae )
  • Ornithose (Erreger: Bedsonia ornithosis),
  • Salmonellose
  • Trichomoniasis
  • Befall mit Spullwürmern, Taubenhaarwürmern und Bandwürmern
Zu achten ist auf Milbenbefall, besonders durch die Rote Vogelmilbe. Nicht selten leiden Wildtauben unter Kopfverletzungen, Knochenbrüchen und Legenot. Im Übrigen sind die Darstellungen im Steckbrief Rassetauben auch auf Ziertauben zu übertragen. (Dr. Horst Schmidt)

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