Das Deguheim | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das Deguheim

Vor der Anschaffung von Degus muss das passende Gehege bereits fertig eingerichtet sein. Dazu bedarf es einiger Vorüberlegungen.
 
Zunächst gilt es, die Art des Geheges auszusuchen. Dabei wurde lange Zeit der Fehler gemacht, lediglich darauf zu achten, dass das Gehege möglichst hoch war, damit die Degus ausreichend Klettermöglichkeiten hatten. Dabei wurde dem Bedürfnis der Tiere, ausgiebig zu graben, nur wenig Augenmerk geschenkt. Und so galten lange Zeit Zimmervolieren, wie sie im Zoofachhandel für die Haltung diverser Ziervögel angeboten werden, als ideale Unterbringung für Degus. Leider weisen diese Volieren aber meist eine flache Schublade auf, sodass nur wenig Einstreu eingebracht werden kann. Dies bedeutet, dass die Degus keine Chance haben, Gänge und Höhlen zu graben, was ihnen das Ausleben einer ihrer wesentlichen Verhaltensweisen verwehrt. Außerdem besitzen die meisten dieser Gehege eine Bodenwanne aus Plastik, die den Nagezähnen der Degus kaum standhält.

Ein Aquarium für den Degu?

Die Gefahr der Zerstörung durch die Degu-Zähne besteht bei einem Aquarium nicht. Auch bietet es den Vorteil, dass hier eine ausreichend hohe Schicht Einstreu eingebracht werden kann. So können die Degus ausgiebig ihrem Grab-Trieb nachgehen, und durch das Glas wird die umherfliegende Einstreu zurückgehalten, was maßgeblich dazu beiträgt, die Umgebung des Geheges sauber zu halten. Nachteilig ist allerdings die geringe Höhe der meisten Aquarien. Sie verhindert eine Einrichtung, die den Degus das Klettern erlaubt. Zwar ist bei einer Beckenhöhe von 50 bis 60 Zentimetern durchaus eine gewisse Bewegungsfreiheit nach oben gegeben, sie schränkt aber die Bewegungsfreiheit der Degus deutlich ein. Aus diesem Grund kombinieren viele Degu-Halter ein Aquarium mit einem selbst gebauten Aufsatz aus Holz und Draht, der den Degus auch Bewegungsmöglichkeiten in die Höhe bietet. Der Eigenbau eines Aufsatzes ist mit ein wenig handwerklichem Geschick leicht zu bewerkstelligen. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Holz nicht durch die Degu-Zähne erreicht werden kann, da es von den fleißigen Nagern sonst schnell zerstört wird.

Gitterkäfige für Degus

Wie bereits beschrieben, haben viele Gitterkäfige den Nachteil, dass sie keine ausreichende tiefe Bodenwanne besitzen oder diese nur aus Kunststoff besteht. Dennoch gibt es auch im Fachhandel einige Gehege, die für Degus geeignet sind, denn inzwischen ist der Handel auf die Nachfrage der Degu-Halter aufmerksam geworden. So gibt es einige Volieren, die auch für die Haltung von Chinchillas gedacht sind, eine hohe Bodenwanne aus Metall aufweisen und somit bestens für Degus geeignet sind. Der Vorteil von Gitterkäfigen ist sicherlich, dass problemlos zusätzliche Etagen eingefügt werden können, die zusätzlichen Platz in die Höhe bringen. Leider wir dies von vielen Degu-Freunden nur unzureichend genutzt. So sieht man immer wieder Käfige, die nur wenige Etagen enthalten, sodass der Raum nur unzureichend ausgenutzt wird. Wichtig ist bei den Etagen, dass sie leicht zu reinigen sind und sich gegebenenfalls auch leicht austauschen lassen. Ideal sind Etagen aus naturbelassenem Holz, die durch einen ungiftigen Lack vor dem Eindringen von Urin geschützt werden.Möchten Sie ein Gittergehege für Ihre Degus verwenden, müssen Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Gitterstäbe nicht zu weit auseinanderstehen, da sonst die Degus aus dem Gehege entkommen oder ihren Kopf im Gitter einklemmen könnten. Als Faustregel gilt: Kommt der Degu mit dem Kopf durch das Gitter, ist der Gitterabstand zu weit.

Degu-Gehege im Eigenbau

Inzwischen entscheiden sich immer mehr Degu-Freunde, ihren Pfleglingen ein Gehege in Eigenbau zu erstellen. Bei der Auswahl der geeigneten Baustoffe muss vor allem darauf geachtet werden, dass sie den Nagezähnen der Degus standhalten. Ideal sind zum Beispiel beschichtete Spanplatten, da sie den Nagezähnen der Tiere keine Angriffsfläche bieten. Ecken und Kanten können mit Aluminiumleisten vor dem Benagen geschützt werden. Noch besser sind sicherlich Glasplatten als Baustoff geeignet. Sie können bei jedem Glaser erworben werden. Nur wer gutes Spezialwerkzeug und ausreichend Erfahrung hat, sollte sich selber an die Bearbeitung des Glases geben. Mit Alu-Profilen kann ein Grundgerüst erstellt werden, in das dann abschließend die fertig zugeschnittenen Glasscheiben eingefügt werden. Auf diese Weise kann ein Gehege entstehen, das einen echten Blickfang darstellt und optimal an die räumlichen Gegebenheiten angepasst ist.

Die richtige Größe

Bei der Größe des Degu-Heims gilt der alte Leitsatz: Zu groß gibt es nicht. Das Gehege stellt den Lebensraum der Tiere dar und muss deshalb alle Bedürfnisse der Tiere befriedigen. Da Degus sich nicht nur kletternd fortbewegen, sondern sich auch gerne am Boden aufhalten, muss das Gehege nicht nur über eine ausreichende Höhe, sondern auch eine entsprechende Grundfläche besitzen. Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz empfiehlt für die Haltung von zwei Degus eine Mindestgröße von 100 x 50 x 100 cm. Zugunsten der Bodenfläche ist aber eine Breite von 120 cm sicherlich empfehlenswert. Nimmt die Gruppenstärke zu, muss natürlich auch das Platzangebot erweitert werden.Wichtig ist, dass nicht allein die Größe des Käfigs ausschlaggebend für die Lebensqualität Ihrer Schützlinge ist, denn auch die Einrichtung spielt eine wesentliche Rolle. Nur in gut strukturierten Gehegen mit argerechter Einrichtung können Ihre Degus ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben, was das Auftreten von Stereotypien verhindert.

Der richtige Standort

Neben der Wahl des Geheges ist auch die Auswahl des Gehegestandorts wesentlich für die Lebensqualität der von Ihnen gepflegten Degus. In der Nähe von Fernsehern oder HiFi-Anlagen ist kein geeigneter Ort für ein Degu-Gehege, da der Lärm die Tiere mit ihren empfindlichen Ohren erheblich stört.Als tagaktive Tiere benötigen Degus ausreichend Tageslicht. Zwar sind dunkle Ecken nicht vollkommen ungeeignet, aber im Gehege muss neben Licht auch ausreichend Schatten zur Verfügung stehen, in den sich die Degus bei Bedarf zurückziehen können. Vor allem müssen Sie darauf achten, dass sich das Gehege nicht zu sehr aufheizt, denn sonst besteht die Gefahr eines Hitzschlags. Rauch ist nicht nur für den Halter, sondern auch für die Degus gesundheitsschädlich. Deshalb sollte das Gehege nicht in einem Raum aufgestellt werden, in dem geraucht wird. (Ralf Sistermann) Haltung :
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