Gesundheitscheck - Gesunde Degus | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheitscheck - Gesunde Degus

Ein regelmäßiger Gesundheitscheck gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Degu-Halters. Er hilft, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen.
 
© Foto: Callalloo Alexis / Fotolia
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Da Degus noch nicht domestiziert sind, versuchen sie wie alle Wildtiere, Krankheitsanzeichen möglichst lange zu verbergen, was dazu führt, das viele Erkrankungen erst sehr spät erkannt werden, sodass eine Behandlung erschwert ist. Sind erst einmal Krankheitssymptome wie Durchfall, Abmagerung oder apathisches Verhalten zu erkennen, kann es aufgrund der geringen Körpermaße der Degus, die ein Dosierung von Medikamenten sehr schwer macht, für eine Behandlung schon zu spät sein. Aus diesem Grund müssen Sie jeden Tag den Gesundheitszustand ihrer Tiere überprüfen. Dazu gehört zunächst die Kontrolle des Fressverhaltens. Tiere, die deutlich weniger als normal fressen, bedürfen einer gesonderten Beobachtung, um eine Erkrankung, z.B. eine Zahnfehlstellung, als Ursache auszuschließen. Daneben sollten Sie sich Zeit nehmen, um Ihre Degus zu beobachten und ihr Verhalten zu überprüfen. Wirkt ein Tier apathisch oder verhält sich anders als sonst, kann das bereits ein wichtiger Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Der Zustand des Fells

Einern wichtigen Hinweis auf den Gesundheitszustand gibt das Fell. Gesunde Tiere haben ein sauberes, glänzendes Fell, das keine kahlen Stellen aufweist. Ist das Fell hingegen struppig oder lückenhaft, sollten Sie die Ursache überprüfen. Fellprobleme könne durch Mangelernährung, Erkrankung oder Rivalenkämpfe verursacht werden. Auf jeden Fall sollten Sie die Ursache schnellstmöglich abstellen. Neben dem täglichen Kontrollblick empfiehlt sich eine regelmäßig - am besten wöchentlich - durchgeführte ausführliche Gesundheitskontrolle. Bei zahmen Degus, die sich ohne Problem anfassen lassen, ist diese meist ohne Probleme machbar. Problematischer ist die Untersuchung bei scheuen Tieren, da durch den Stress, der durch die Kontrolle entsteht, mehr Schaden angerichtet werden kann, als die Gesundheitskontrolle an Vorteilen bietet. Wägen Sie deshalb genau ab, ob Sie ihre Tiere einer solchen Prozedur unterziehen möchten. Halten Sie bei der Kontrolle auf jeden Fall Handschuhe bereit, um sich vor den Bissen der verschreckten Degus zu schützen.

Der Gesundheits-Check

Zu einer kompletten Gesundheitskontrolle gehört neben der Betrachtung des Fells auch die Untersuchung von Augen, Gebiss und Ohren. Trübe Augen ohne Glanz oder mit Ausfluss oder Rötungen sind Hinweise auf eine Erkrankung. Achten Sie auch darauf, dass das Gebiss keine Fehlstellungen aufweist, denn diese führen zur mangelhaften Abnutzung. Letztlich kann der Degu dann nicht mehr richtig fressen und muss ohne Behandlung verhungern. Die Ohren müssen sauber und ohne Schuppen bzw. Krusten sein. Anderenfalls kann eine Erkrankung oder auch ein Parasitenbefall vorliegen.

Die Ausscheidungen

Auch der Kot gibt einen wichtigen Hinweis auf den Gesundheitszustand. Ist er dünnflüssig oder übel riechend, liegt meist eine ernsthafte Erkrankung vor. Aber Vorsicht: Auch bei plötzlicher Futterumstellung oder reichlich Frischfuttergabe kann es kurzfristig zu Durchfall kommen. Ein Hinweis auf Durchfall ist auch ein verklebter After. Wichtig bei Durchfall ist schnelles Handeln, da es ansonsten durch den Flüssigkeitsverlust schnell zum Austrocknen des erkrankten Tieres kommen kann. Neben dem Kot sollten sie auch den Urin untersuchen. Trüber, evtl. mit Blut versetzter Urin ist ein ernsthaftes Warnsignal und deutet meist auf eine bakterielle Infektion hin. (Ralf Sistermann) Pflege & Gesundheit :
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