Ausstattung und Zubehör für Frettchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ausstattung und Zubehör für Frettchen

Frettchen stellen vor allem zwei Anforderungen an ihr Zuhause: jede Menge Platz und ganz viel Abwechslung. Sie wollen klettern, springen, schlafen, toben, raufen, kuscheln – und das geht nicht auf 60 cm².
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wenn man eine besonders große Wohnung hat, kann man den Frettchen vielleicht sogar ein ganzes Zimmer zur Verfügung stellen.
Im Zoofachhandel werden inzwischen viele verschiedene Frettchen-Käfige angeboten. Allerdings sollte man bei der Wahl vorsichtig sein. Nicht alle sind als artgerecht zu bezeichnen. Ein Käfig mit den Maßen 80 x 75 x 161 cm ist nur dann ein geeignetes Domizil für die quirligen Tiere, wenn sie fast den ganzen Tag Freilauf bekommen. Besser ist es, mit ein paar Handgriffen ein individuelles Frettchen-Paradies zu schaffen. Man kann zum Beispiel eine große Vogelvoliere mit mehreren Holzplatten und Leitern umbauen oder sich mit etwas handwerklichem Geschick aus Holz und punktverschweißtem, verzinktem Draht ein Gehege bauen. Die Maschenweite des Drahtes sollte dabei ca. 2 cm betragen. Holz und Draht finden Sie in jedem größeren Baumarkt. Der selbstgebaute Käfig sollte mindestens 1 x 1 x 2 m groß sein, damit die Tiere genügend Platz haben. Aber selbst ein Käfig dieser Größe kann Freilauf auf keinen Fall ersetzen. Mehrer Stunden täglich müssen die Wirbelwinde auf Entdeckungstour gehen dürfen! 

Die Inneneinrichtung

Einige Dinge dürfen im Frettchen-Heim auf keinen Fall fehlen. Dazu gehören als Erstes Schlafplätze. Obwohl Frettchen äußerst aktiv sind, schlafen sie viel, und das am liebsten an verschiedenen Orten. Das Schlafhäuschen sollte mindesten 35 x 35 x 35 cm groß sein. Mit Tüchern, alten T-Shirts oder Ähnlichem ausgelegt, wird das Häuschen zu einer wahren Kuschelhöhle. Heu ist als Unterlage ungeeignet, da Frettchen beim Schlafen Feuchtigkeit absondern und es dadurch schnell schimmeln kann. Neben dem Häuschen sind kleine Katzenkörbe oder Hängematten weitere beliebte Schlafplätze. Letztere gibt es im Zoofachhandel zu kaufen, sie lassen sich aber auch aus einem alten Handtuch selbst basteln. Aber Vorsicht, Frotteehandtücher eignen sich nicht, da sich die Krallen der Frettchen in den einzelnen Fasern verheddern können.

Neben den Schlafplätzen dürfen ein bis zwei Katzenklos mit Streu nicht fehlen. Zu beachten ist hier, dass die Schalen nicht zu hoch sind, damit die Tiere schnell drüberklettern können und nichts danebengeht. Wasser bietet man den Frettchen am besten aus einer schweren Schale an. Die können die frechen Rabauken nicht so leicht umwerfen. Viele Frettchen trinken auch gerne aus einer Nippeltränke. Der Fressnapf muss ebenfalls standfest sein. Hunde- und Katzennäpfe sind gut geeignet.

Neben dieser Grundausstattung dürfen natürlich jede Menge Spielmöglichkeiten nicht fehlen. Röhren, Pappschachteln, Zeitung und Bälle machen das Frettchen-Leben erst richtig spannend. Übrigens: Einstreu hat im Frettchen-Käfig nichts zu suchen. Die Tiere „kleckern“ beim Essen gerne mal und würden dann nur mit Sägespänen paniertes Fleisch bekommen.

Der perfekte Standort

Der Raum, in dem der Käfig der Frettchen stehen soll, muss hell und luftig sein. Regelmäßiges Lüften sorgt für frische Luft bei den Tieren und verhindert, dass sich der Eigengeruch zu sehr im Zimmer festsetzt. Frettchen legen sich auch gerne in die warme Mittagssonne. Trotzdem sollten Sie aufpassen, dass es auch im Sommer nicht heißer als 30° C im Zimmer wird und sich die Tiere an ein Schattenplätzchen zurückziehen können. Sonst können die kleinen Strolche schnell einen Hitzschlag bekommen. Der Käfig darf auf gar keinen Fall Zugluft ausgesetzt werden, da die Frettchen sonst schnell krank werden können. Die quirligen Kobolde sind immer gerne am Ort des Geschehens. Stellen Sie den Käfig deshalb in ein Zimmer, in dem Sie viel Zeit verbringen. In Ihrem Schlafzimmer könnten der Geruch und das wilde und laute Toben allerdings stören.

Das Frettchen-Zimmer

Wenn man eine besonders große Wohnung hat, kann man den Frettchen vielleicht sogar ein ganzes Zimmer zur Verfügung stellen. Dadurch hätten die Frettchen viel mehr Platz und Sie jede Menge Möglichkeiten, eine artgerechte Spielwiese zu gestalten. Die Grundausstattung kann in einem großen Kaninchenkäfig untergebracht werden. Im ganzen Zimmer können Sie dann weitere Schlafplätze in allen Variationen bereitstellen. Auch weitere Katzenklos sollten in verschiedenen Ecken des Raumes zur Verfügung stehen. Bretter, Tunnel und Röhren an den Wänden machen ein einfaches Zimmer zu einem richtigen Abenteuerspielplatz. Auch Kratzbäume eignen sich hervorragend für die kleinen Wirbelwinde. Das Zimmer trennen Sie am besten mit einer ca. 1 m hohen Absperrung vom Rest der Wohnung ab. Dann können die Racker nicht ausbüxen.

Haltung im Garten und auf dem Balkon

Frettchen sind ihren Vorfahren noch in vielem ähnlich. So lieben sie auch die Natur und die frische Luft. Ein Gehege im Garten ist deshalb für Frettchen optimal. Doch es gibt einige Punkte, die unbedingt beachtet werden müssen. Anders als in der Wohnung sind die kleinen Strolche im Garten Wind und Wetter ausgesetzt. Das Gehege darf nicht mitten in der Sonne stehen und muss vor Regen geschützt werden. Zu diesem Zweck kann man etwa die Hälfte des Geheges mit Wellplastik oder Holz und Dachpappe auskleiden.

Frettchen buddeln für ihr Leben gern und können es auch richtig gut. Über einen Meter tief verschwinden sie manchmal im Erdreich. Um zu verhindern, dass die flinken Tierchen entwischen, kann man ein Drahtgeflecht unter dem Gehege eingraben oder am Rand Platten senkrecht in den Boden lassen. Für den Winter muss den Tieren ein isoliertes Schlaf- und Futterhäuschen zur Verfügung stehen. Am besten kombiniert man die beiden Häuschen. So wird das Futter durch die Körperwärme der Tiere vor dem Einfrieren geschützt.

So ein Häuschen ist auch für den Sommer praktisch. Futter, das nicht offen herumsteht, lockt nämlich auch weniger Fliegen an. Ist die Grundausstattung einmal im Frettchen-Heim, kann man nach Lust und Laune Tunnel, Bretter und Höhlen anbringen. Die Gehege auf dem Balkon und auch im Garten, wenn sie direkt an das Haus anschließen, können Sie mit einer Katzenklappe mit dem Haus verbinden. Dann können Sie die Frettchen problemlos zum Freilauf hereinlassen. (Alexandra Frankh)

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