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Freilauf für Frettchen

Egal ob Käfig, Gehege oder ganzes Zimmer, Frettchen können gar nicht genug Platz haben. Deswegen brauchen die kleinen Racker täglich mehrere Stunden Freilauf, unabhängig davon, wie groß ihr Heim ist.
 
Freilauf für Frettchen © Julie Deshaies / iStockphoto
Die kleinen Räuber nehmen auf nichts Rücksicht und verschleppen alles, was sie tragen können.
Wenn Frettchen die Wohnung erkunden, sollten sie stets beaufsichtigt sein. Nichts, was ihnen unter die Nase kommt, ist sicher. Deshalb ist es kaum möglich, eine ganze Wohnung für diese Tiere absolut sicher zu gestalten. Außerdem lernen Sie Ihre Tiere am besten kennen, wenn Sie sie viel beobachten. Dann fallen Ihnen ungewöhnlich Verhaltensweisen auch schneller auf, und Sie können bei einer eventuellen Krankheit rechtzeitig reagieren. Obwohl es umständlich ist, gibt es dennoch Frettchen-Besitzer, die ihre Tiere wie eine Katze rund um die Uhr frei in der ganzen Wohnung laufen lassen. Für die Tiere ist diese Lebensweise optimal. Sie haben viel Platz zum Spielen und Toben und können bei ihren Menschen sein, wann immer sie wollen. Natürlich brauchen auch diese Tiere einen Käfig, der nur ihnen alleine gehört. Zudem ist es sehr wichtig, dass alle Gefahrenquellen im Haus beseitigt wurden.


Die sichere Wohnung

Zimmerpflanzen stellen Sie am besten außer Reichweite. Frettchen buddeln leidenschaftlich gerne, auch in Blumenerde. Zudem können manche Pflanzen für die kleinen Strolche giftig sein. Auch Putzmittel, Medikamente und andere Chemikalien sollten für die Tiere nicht erreichbar sein. Daran können sie sich sehr leicht vergiften. Tüten und Taschen stellen eine weitere Gefahr dar. Wenn sich die Frettchen darin verheddern, droht Erstickungsgefahr. Schränke, Schubladen und Waschmaschinen sollten stets gut verschlossen sein, damit die flinken Tiere nicht aus Versehen irgendwo eingeklemmt werden. 

Auch Fenster und Türen dürfen nicht offen stehen, sonst entwischen die frechen Frettchen schnell. Sehr gefährlich sind lose herumliegende Kabel. Wenn die Tiere sie durchbeißen, können sie einen Stromschlag bekommen. Ertrinken und Verbrennen sind weitere Gefahren. Lassen Sie die Tiere nicht in die Nähe einer vollen Badewanne oder einer brennenden Kerze. Kleine Gegenstände, die die Frettchen verschlucken könnten, dürfen nicht in der Wohnung herumliegen. Bringen Sie zudem alle wertvollen Gegenstände und Kleidungsstücke in Sicherheit. Die kleinen Räuber nehmen auf nichts Rücksicht und verschleppen alles, was sie tragen können.


Wo ist es denn bloß hin?

Frettchen sind unglaublich flink und wendig. So kann es trotz aller Vorsicht passieren, dass ein Tier durch einen Spalt oder eine Tür entwischt. Jetzt heißt es Ruhe bewahren! Ist der Flüchtling noch im Haus, lautet der Notfallplan wie folgt: Schließen Sie das Zimmer, in das das Frettchen entwischt ist, sofort. Machen Sie auch die Fenster, alle Schubladen und Schränke zu. Dichten Sie Nischen und Lücken hinter Möbeln ab. Steht das Gehege im selben Raum, öffnen Sie es und legen Sie einen Leckerbissen direkt an den Eingang. Ist der Käfig in einem anderen Zimmer, stellen Sie dem Tier eine andere Höhle zu Verfügung. Das kann ein Schlafhäuschen oder die Transportbox sein. Legen Sie Tücher und Futter hinein. Verlassen Sie dann den Raum und geben dem Tier mehrere Stunden Ruhe.

Wenn Sie am nächsten Morgen nachsehen, wird Ihr Haustier wahrscheinlich friedlich in seiner Höhle schlummern. Ist das Frettchen ins Freie entwischt, stehen die Chancen schlechter. Jagen Sie dem Ausreißer auf keinen Fall hinterher, das würde ihn nur noch mehr erschrecken. Sorgen Sie für Ruhe, stellen Sie dem Tier auch hier eine Höhle mit Futter zur Verfügung und warten Sie eine Nacht ab. Ist das Frettchen am nächsten Morgen nicht in der Höhle aufzufinden, verständigen Sie Ihre Nachbarn sowie Tierheime und Tierärzte in der Nähe. Vielleicht hat jemand Ihren kleinen Freund gesehen.


Ausflüge ins Grüne

Die meisten Frettchen gewöhnen sich schnell an Geschirr und Leine und genießen Spaziergänge in die Natur. Im Zoofachhandel gibt es spezielle Geschirre für Frettchen. Um die Tiere vorsichtig an das ungewöhnliche Accessoire zu gewöhnen, legen Sie es ihnen erst ein paar Tage in den Käfig. Danach können Sie es den kleinen Strolchen probeweise beim Freilauf anlegen. Schnallen Sie das Geschirr nicht zu eng. Ein Finger sollte noch zwischen Frettchen und Geschirr passen. Am besten geben Sie Ihrem Haustier die ersten Male gleich nach dem Anlegen einen Leckerbissen. Das Frettchen wird das komische Kleidungsstück dann sofort mit etwas Positiven verbinden.

Haben die kleinen Kobolde sich an das Geschirr gewöhnt, können Sie die Tiere anleinen und erste Ausflüge in den Garten unternehmen. Dort werden die kleinen Räuber begeistert umherlaufen und im Boden buddeln. Sie lernen schnell an der Leine mitzulaufen, und so steht längeren Spaziergängen nichts mehr im Weg. Allerdings sollten Sie die Frettchen niemals von der Leine losmachen. Sie sind und bleiben kleine Raubtiere und können schnell entlaufen. (Alexandra Frankh) Haltung :
Fotos: 
Julie Deshaies / iStockphoto
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