Ernährung vom Hamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung vom Hamster

In freier Wildbahn fressen Hamster gerne Früchte, Samen und Blätter. Aber auch Hülsenfrüchte und Getreide stehen auf ihrem Speiseplan. Sogar Insekten und kleine Würmer zählen zu ihren Leibspeisen.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Nager mögen von Natur aus eine abwechslungsreiche Ernährung. 50 Prozent und somit den Hauptbestandteil der Gesamtfuttermenge bildet Getreide, das Sie als Fertigmischfutter in Tierfachgeschäften kaufen können. Auch das Frischfutter ist sehr wichtig und sollte ca. 40 Prozent des Futterangebots ausmachen. Die restlichen zehn Prozent fallen auf das tierische Eiweiß. Bei Zwerghamstern liegt der Eiweißanteil der Gesamtfuttermenge bei sogar bis zu 50 Prozent! Ein wichtiger Bestandteil der Hamsternahrung ist auch Heu, das zu etwa 25 Prozent aus Rohfasern besteht.

Durch eine ausreichende Menge an Rohfasern lassen sich Durchfallerkrankungen bei dem Nager vorbeugen. Diese unverdaulichen Stoffe sorgen nämlich dafür, dass die Nahrung gleichmäßig durch den Verdauungstrakt des Hamsters transportiert wird, und wirken somit ähnlich wie die Ballaststoffe bei uns Menschen. Zucker gehört in keinem Fall in den Futternapf. Achten Sie daher darauf, dass auch in dem Fertigmischfutter, das Sie in der Zoofachhandlung kaufen, kein Zucker mit enthalten ist. Der Hamster könnte sonst an Diabetes erkranken. Auch Krankheiten im Bereich des Magen-Darm-Traktes können eine Folge von zu viel Zucker in der Nahrung sein. Auch wenn die Nager die meiste Flüssigkeit über das Frischfutter aufnehmen, benötigen sie dennoch stets eine Trinkflasche, die mit frischem Wasser gefüllt ist.

Trockenfutter

Als Nahrungsgrundlage können Sie Fertigfutter für Hamster anbieten, das es in jedem Zoofachhandel gibt. Dieses enthält meist alle wichtigen Stoffe, die das Tier benötigt. Zwerghamster brauchen eine Futtermischung, die auch feine Samen enthält. Inzwischen gibt es spezielles Zwerghamster-Fertigfutter mit Insekten, Feinsamen und vielem mehr. Sie können aber auch dem normalen Hamsterfutter, das große und grobe Körner enthält, Wellensittichfutter untermischen. Die Futtermischung für Wellensittiche enthält Hanf- und Hirsesaaten, die auch dem Zwerghamster gut schmecken.

Sie können Ihrem Liebling auch selber einen Futter-Mix mischen. Dazu brauchen Sie Haferflocken, Buchweizen, Kolbenhirse, Maiskörner und etwas Knäckebrot. Um das Futter abwechslungsreich zu gestalten, können Sie jedes Mal wahlweise noch Pinienkerne, Erdnüsse, Hundekuchen, zuckerfreie Cornflakes, Rispenhirse, Sonnenblumenkerne oder Weizenkörner unter das Futter mischen. Hin und wieder können Sie Ihrem Hamster auch Rosinen, Kürbiskerne, Trockenfrüchte, Walnüsse und Hamsterwaffeln anbieten. Diese sollten aber wirklich nur als Leckerli für zwischendurch gereicht werden.

Frischfutter

Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Nager Saftfutter wie Gemüse und Obst nur in so kleinen Mengen geben, wie der Kleine auch in einer Nacht fressen kann. Frischfutter verdirbt recht schnell. Spätestens am nächsten Tag sollten Sie es aus dem Hamster-Heim wieder entfernen. Suchen Sie auch im Schlafhäuschen und anderen Verstecken nach den Futterresten. Meistens hamstern die kleinen Nager ihr Futter in ihren Höhlen. Das Saftfutter sollte in einer separaten Keramikschale angeboten werden. Auf keinen Fall sollten Sie Frischfutter auf das Schlafhäuschen legen. Das feuchte Obst oder Gemüse könnte das Holz aufweichen, was eine Schimmelbildung begünstigt. Waschen Sie das Frischfutter gründlich mit warmem Wasser ab, bevor Sie es Ihrem kleinen Mitbewohner anbieten.

Grünfutter sollte nie von Wiesenrändern an stark befahrenen Straßen stammen, auch nicht von Feldern, auf denen häufig Hunde und Katzen herumtoben. Pestizide, Insektizide, Abgase und Hinterlassenschaften von anderen Tieren können Erkrankungen beim Hamster zur Folge haben. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, dann pflücken Sie den Löwenzahn und die Gänseblümchen lieber dort und geben Sie Ihrem pausbäckigen Nager Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau. Haben Sie keinen eigenen Garten, ist es empfehlenswert, nur naturbelassenes und frisches Obst und Gemüse zu kaufen.

Was darf in die Frischfutterschale?

Bei der Wahl der Früchte sollten Sie vorsichtig sein. Das meiste Obst enthält Zucker, das sich, wie oben bereits erwähnt, negativ auf die Gesundheit Ihres kleinen Mitbewohners auswirken kann. Geben Sie ihm deshalb weder süße Obstsorten noch Zitrusfrüchte oder Steinobst. In den Samen von Steinobst ist Blausäure enthalten, die für den Hamster giftig ist. Hin und wieder können Sie in kleinen Mengen Apfelstücke, Erdbeeren und Himbeeren verfüttern. Wassermelone sollte besonders selten gereicht werden, da sie viel Wasser enthält. Da Hamster von Natur aus eher wenig Wasser zu sich nehmen, kann der hohe Wassergehalt der Wassermelone die Nieren überfordern.

Die Wahl der Gemüsesorten ist da schon etwas einfacher. Generell darf Gemüse häufiger angeboten werden als Obst. Sehr gerne mögen die Nager Karotten, Paprika und Sellerie. Um etwas Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen, können Sie dem Hamster auch ab und zu etwas Brokkoli und Zucchini servieren. Gurken und Tomaten sind auch sehr beliebt. Hier gilt jedoch dasselbe, wie bei Wassermelonen: Die Verdauungsorgane von Hamstern sind auf die Vegetation ihrer Heimatregion eingestellt. Wird dem Nager zu viel Flüssigkeit angeboten, zum Beispiel in Form von stark wasserhaltigem Gemüse wie Gurke und Tomate, kann es sich schädlich auf die Nieren auswirken.

Großzügiger können Sie bei Grünfutter sein. Ob Gänseblümchen, Löwenzahnblätter, Wegerich, Gras oder Klee, Hamster lieben das saftige Grün. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie es nicht von Hundespielwiesen oder Feldern an stark befahrenen Straßen pflücken. Am gesündesten ist das Grün aus dem eigenen Garten. Auch das bei den Samtpfoten beliebte Katzengras vernaschen die Nager gerne.

Eiweißhaltiges Futter

Den letzten Anteil einer ausgewogenen Hamster-Ernährung macht das Lebend- bzw. Eiweißfutter aus. Zwerghamster benötigen von dieser Nahrung sogar viel mehr als Goldhamster. In handelsüblichen Fertigfuttermischungen sind auch geringe Mengen von Eiweiß mit enthalten. Diese reichen jedoch nicht aus, den Bedarf zu decken. In freier Wildbahn schnappen sich die kleinen Nager schon mal das eine oder andere Insekt oder gar einen Wurm oder eine Larve. Auch in der Heimtierhaltung benötigt der Hamster das tierische Eiweiß. Sie können ihm entweder ausgewachsene Insekten, z. B. Larven, Wachsmotten und in geringen Mengen Mehlwürmer, anbieten. Auch Puppen eignen sich sehr gut, da sie nicht davonlaufen. Wer sich jedoch vor der Fütterung von Lebendfutter ekelt, kann seinem Mitbewohner auch Schildkröten- oder Zierfischfutter mit Eiweiß anbieten. Bachflohkrebse enthalten ebenfalls viele wertvolle Proteine und eignen sich daher besonders gut für Zwerghamster. Naturjoghurt, Quark, Sojasprossen und in kleinen Mengen auch Fisch oder Rindfleisch können den Eiweißbedarf des Hamsters decken. Gelegentlich kann man ihm auch das Eiweiß von einem gekochten Ei geben. Das Eigelb sollte jedoch entfernt werden, da es zu cholesterinreich ist. 

Nagematerial

Hamster sind Nagetiere, und wie ihr Name schon sagt, nagen sie gerne. Aber das machen sie nicht nur aus Spaß. Sie haben wurzellose Zähne, die ein Leben lang wachsen. Damit diese nicht zu lang werden, müssen sie ihre Beißerchen durch das Nagen abnutzen. Daher brauchen Hamster immer reichlich Nagematerial in ihrem Käfig. Sie können dem Nager dazu Zweige von Nuss- und Obstbäumen geben, jedoch nicht von Kirsch- und Pflaumenbäumen. Die Äste von Buche, Pappel und Weide eignen sich wiederum gut zum Nagen. Achten Sie darauf, dass die Bäume ungespritzt sind. Insektizide schaden auch Hamstern. Heu und Kräuter nimmt der kleine Mitbewohner nicht nur zum Nestbauen her. Er frisst sie auch gerne.

Salzleckstein, Nagerstein und Zusatzvitamine

Sogenannte Ergänzungspräparate sind eigentlich dazu da, Mängel auszugleichen. Ist Ihr Hamster gesund und wird abwechslungsreich gefüttert, braucht er weder Vitaminzusätze noch einen Salzleckstein in seinem Käfig. Denn auch ein Überschuss an Vitaminen kann schädlich sein. Zu viel Vitamin C säuert den Urin an, und eine zu hohe Dosis an Vitamin D führt zu Stoffwechselstörungen. Zusätzliche Vitamine sind nur dann sinnvoll, wenn der Nager krank ist. Auch ein Salzleckstein kann dem Hamster mehr Schaden zufügen, wenn er tatsächlich nicht benötigt wird. Nimmt Ihr Tier mehr Salze zu sich, als sein Körper braucht, werden die Nieren überlastet. Sollte Ihr Hamster jedoch einen Salzleckstein benötigen, dann müssen Sie darauf achten, dass der Nager genügend Trinkwasser zur Verfügung hat. Auch der kalziumreiche Nagerstein kann getrost weggelassen werden, wenn kein Kalziummangel vorliegt.

Fasten für dicke Nager

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hamster dicker wird, können Sie einmal in der Woche einen Fastentag einlegen. Da bekommt der kleine Nager nur Grünfutter. Doch auch bei der Trockenfutter-Fütterung muss etwas aufgepasst werden, denn Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten ja viele Fette und sind also Dickmacher. (Ewelina Zmyslowska)

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