Gepflegtes Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gepflegtes Kaninchen

Kaninchen sind reinliche Tiere, die einen Großteil des Tages mit Fellpflege verbringen. Dieses natürliche Verhalten können Sie durch einfache Maßnahmen unterstützen.
 
© Foto: Eric Isselée / iStockphoto
Foto: Eric Isselée / iStockphoto
Eine gesunde Haut und ein dichtes Fell schützen vor Kälte und Nässe. Ist das Fell hingegen verschmutzt oder verklebt, kann es seine essenzielle Aufgabe nicht mehr erfüllen. Aus diesem Grund putzen sich die Hasenartigen mehrmals am Tag ausgiebig. Mit Hilfe der Vorderpfoten werden Kopf und Ohren gereinigt, den übrigen Teil des Körpers (auch Bauch, Rücken und Anogenitalbereich) erreichen die beweglichen Tiere mit der Schnauze.

Bei einem gesunden Kaninchen ist das Fell gut gepflegt, d.h. die Behaarung ist dicht, glänzend und anliegend. Kahle, gerötete oder verklebte Stellen (insbesondere an Augen, Nase und Anogenitalregion) deuten hingegen auf eine Erkrankung hin und müssen tierärztlich behandelt werden. Beobachten Sie Ihre Langohren daher gut und überprüfen Sie Fell und Körper täglich auf mögliche krankhafte Veränderungen. 

Fellpflege

Zweimal jährlich wechseln Kaninchen ihr Fell und sehen in dieser Zeit mitunter recht „struppig“ aus. Der Wechsel zwischen dickerem Winter- und leichterem Sommerfell erfolgt im Frühjahr und Herbst. Starke Temperaturschwankungen (Hitze oder Kälte) können ebenfalls einen Fellwechsel hervorrufen. In dieser Zeit haaren Ihre Kaninchen stark, sodass es auch zu kahlen Stellen im Fell kommt. Da die Tiere bei der Fellpflege viele Haare verschlucken und diese im Gegensatz zu Katzen nicht erbrechen können, besteht die Gefahr von Verstopfungen.

Um dem vorzubeugen, können Sie den Fellwechsel unterstützen, indem Sie Ihre Langohren (in der Zeit des Fellwechsels) regelmäßig bürsten. Verwenden Sie hierfür eine weiche Bürste mit Naturborsten. Lose Fellbüschel können Sie auch mit den Fingern vorsichtig aus dem Fell ziehen. Normalhaarige Kaninchen brauchen nur während des Fellwechsels gebürstet werden. Langhaarige Rassen wie z.B. Jamora- und Angorakaninchen müssen regelmäßig gebürstet und teilweise geschoren werden. Grundsätzlich sollten Kaninchen nicht geduscht oder gebadet werden!

Schneiden der Krallen

Die ständig nachwachsenden Krallen müssen etwa alle 10 Wochen geschnitten werden. Sind die Krallen zu lang, haben die Tiere beim Laufen nämlich Schmerzen und können sich verletzen. Schneiden Sie die Krallen daher regelmäßig mit Hilfe einer speziellen Krallenschere oder -zange (sind im Zoofachhandel erhältlich). Die Krallen werden so geschnitten, dass sie mit den Fellhaaren abschließen. Sie dürfen allerdings nicht zu kurz abgeschnitten werden, da sonst die Ader verletzt wird und die Tiere bluten. Bei Kaninchen mit hellen Krallen sind die Blutgefäße deutlich zu erkennen. Haben Ihre Kaninchen dunkle Krallen, sind die Blutgefäße etwas schlechter zu sehen.

Beim Krallenschneiden müssen die Tiere gut fest gehalten werden. Gerade ängstliche Kaninchen könnten sich bei einem Fluchtversuch schwer verletzen. Ruhige Kaninchen können einfach auf einen Tisch gesetzt werden. Ängstliche Tiere werden (wie ein Baby) auf den Rücken gelegt und an den Vorder- und Hinterbeinen mit den Händen fixiert. Bei noch unerfahrenen Kaninchenhaltern übernimmt dies am besten eine zweite Person. (Kathrin Aretz)

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