Inneneinrichtung vom Rattenheim | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Inneneinrichtung vom Rattenheim

Das Gehege soll Ihre Ratten zum Laufen, Klettern und Erkunden animieren. Schon mit einfachen Mitteln können Sie die aktiven Nager sinnvoll beschäftigen
 
© Olga Barbakadze / Fotolia
Zur Grundausstattung Ihres Rattenheims gehören Futternapf, Nippeltränke, Höhlen, Ruheplätze und verschiedene Klettermöglichkeiten. Am besten bieten Sie Ihren Ratten mehrere Verstecke und Schlafplätze an, sodass die Tiere sich auch mal aus dem Weg gehen können. Hierfür eignen sich z. B. Häuser aus Holz oder Keramik, Holzbrücken und Korkröhren. Plastikhäuser sollten Sie nur verwenden, wenn sie nicht oder nur wenig angenagt werden. Beim Kauf eines Rattenhäuschens achten Sie darauf, dass mindestens zwei Ratten bequem darin liegen können und dass es zwei (oder mehr) Eingänge gibt.

Hat das Haus nur einen Eingang, besteht nämlich die Gefahr, dass die Tiere nicht flüchten können, wenn ein anderes Gruppenmitglied den Eingang versperrt. Ideal sind Höhlen, die mindestens 15 x 20 cm groß sind und eine Öffnung von nicht weniger als 6 cm aufweisen. Holzhäuser müssen von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden, da sie sich mit Urin voll saugen. Alle Einrichtungsgegenstände sollten ohnehin regelmäßig gründlich gereinigt werden (z. B. mit heißem Essigwasser).

Klettermöglichkeiten für Ratten

Um den Ratten viel Platz zum Laufen und Klettern zu ermöglichen, sollte der Käfig mit mehreren Etagen ausgestattet sein. Für die Ebenen nehmen Sie Holz- oder Kunststoffbretter. Holzbretter werden am besten mit ungiftigem Lack behandelt (sabbersicherem Lack mit der Bezeichnung „EN 71"), sodass sie gut zu reinigen sind. Die Ebenen müssen so angeordnet sein, dass sich die Ratten an jeder Stelle aufrichten können. Die Etagen können mittels Rampen miteinander verbunden werden. Hierfür eignen sich z. B. Holzbretter, auf die mit ungiftigem Leim kleine Holzleisten geklebt werden.

Weitere beliebte „Klettergeräte“ sind Holzleitern (mit einem Sprossenabstand von etwa 1,5 cm), Kletterseile und dicke Äste. Zweige von z. B. Apfel-, Haselnuss- und Birnenbäumen dienen den Tieren zusätzlich als gesundes Nagematerial. Als Verbindung zwischen den Etagen können außerdem große Plastikröhren (mit einem Durchmesser von mindestens 12 cm) aus dem Baumark dienen. In das Plastik werden kleine Löcher gebohrt, sodass die Röhren mit einem Draht am Gitter befestigt werden können. Sehr beliebt bei Ratten sind auch Hängematten aus Stoff, wie alte Handtücher, Pullis, Jeans etc. Die Hängematten können gut mit Pfeifenreinigern, Karabinerhaken, Bändern o.ä. am Käfig befestigt werden.

Toilette & Einstreu

Zur besseren Hygiene sollten Sie im Gehege und Freilauf mehrere Toilettenkisten aufstellen. Wenn Sie die Schalen an den von Ihren Ratten bevorzugten Ecken platzieren, nehmen sie sie meist schnell an. Die Kloschale kann man mit Hanfsteu, Maisstreu, feinem Buchenholzgranulat, Leinstreu, Vogelsand oder nicht klumpende Katzenstreu befüllt werden. Die bei anderen Nagern häufig verwendeten Hobelspäne stauben meistens zu sehr und haben im Rattenheim daher nichts zu suchen.

Der Rest des Geheges kann mit Zeitungspapier ausgelegt werden. Idealerweise bieten Sie Ihren Ratten zusätzliches Nistmaterial an, mit dem sie ihre Schlafplätze auspolstern können. Hierfür verwenden Sie am besten zerrissenes Zeitungspapier, Haushaltspapier oder Papiershredder (unbedruckt und ohne scharfe Kanten). Heu ist wegen des häufigen Milbenbefalls nicht empfehlenswert. Um die Milben abzutöten, haben Sie höchstens die Möglichkeit, es vor Gebrauch einige Tage einzufrieren.

So bitte nicht!

Nicht zur Einrichtung des Rattenkäfigs gehören tierschutzwidrige Laufräder. Viele handelsübliche Laufräder sind nicht nur ungeeignet, sondern sogar gefährlich. Zu kleine Laufräder führen zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule und damit zu Rückenbeschwerden. Halterung und offene Sprossen bergen ein weiteres hohes Verletzungsrisiko. Geeignet sind bislang nur Holzlaufräder der Firma Rodipet. Sie haben einen Durchmesser von 40 cm und sind hinten (auf Seite mit der Halterung) sowie an der Lauffläche geschlossen.

Aber selbst ein tiergerechtes Laufrad kann niemals den täglichen Auslauf ersetzen und sollte höchstens selten angeboten werden! Am besten ist, wenn Sie Ihren Nagern sowohl im Gehege als auch im Auslauf eine spannende Abenteuerlandschaft gestalten, die zum Laufen und Klettern anregt. Soll die Käfigeinrichtung umgestaltet werden, muss das Gehege vollständig umdekoriert werden. Entfernen oder versetzen Sie beispielsweise nur ein Zwischenbrett, kann dies dazu führen, dass eine Ihrer Ratten ins Leere springt und sich dabei schwer verletzt. Gestalten Sie hingegen den ganzen Käfig um, erforschen die Tiere ihr „neues" Territorium viel aufmerksamer. Da Ratten Gewohnheitstiere sind, sollte das Gehege allerdings nicht allzu oft verändert werden. (Kathrin Aretz)


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