Fütterungstipps für Streifenhörnchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fütterungstipps für Streifenhörnchen

Inzwischen gibt es zwar einige spezielle Futtermittel für Streifenhörnchen, diese sind aber immer gleich zusammengesetzt. Wer seinen Hörnchen Abwechslung bieten will, mischt deshalb das Futter selber.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wer viele Hörnchen hält oder seinem Hörnchen etwas Besonderes bieten möchte, kann sein Futter auch komplett selber mischen.
Vor allem erfahrene Hörnchenhalter vertrauen lieber auf ihre Eigenmischung. Sie bietet die Möglichkeit, eine jahreszeitliche Steuerung der Fütterung vorzunehmen und das Futter so an den tatsächlichen Bedarf der Tiere anzupassen. So können Sie im Herbst vor der Winterruhe fettreicher füttern, damit ihr Hörnchen ausreichend Reserven für die Winterruhe hat. Auch während der Trächtigkeit und der Aufzucht von Jungtieren ist energiereiches Futter gefragt. Ein zusätzlicher Vorteil der Herstellung von Futter in Eigenregie ist, dass man die Einzelsaaten durch die Keimprobe auf ihre Qualität hin überprüfen kann. Nur wenn mindestens 80% der Saaten keimen, ist das Futter von ausreichender Qualität. Keimen weniger Samen, ist das Futter meist überaltert und enthält kaum noch Vitamine. Für die Verfütterung ist es ungeeignet.

Körnerfutter selbst gemacht

Wer nur ein Streifenhörnchen sein eigen nennt, scheut meist den großen Aufwand des Selbermischens von Futter. Dabei ist dies auch ohne großen Aufwand möglich. Als Grundfutter können Sie ein hochwertiges Papageien- oder Großsittichfutter verwenden. Großsittichfutter enthält mehr mehlhaltige Kleinsämereien als Papageienfutter und ist deshalb vor allem für Tiere in Wohnungshaltung, die nicht züchten, geeignet. Hochwertiges Futter erhalten Sie im Zoofachhandel, während die Qualität des Futters in den Discountmärkten meist eher minderwertig ist. Hier ist das Futter meist nicht gründlich gereinigt und auch die Grundstoffe sind von geringerer Qualität. Beim Futter gilt generell der Satz: Wer am Preis spart, spart auch an der Gesundheit seines Pfleglings.

Neben Großsittich- und Papageienfutter haben einige Halter auch sehr gute Erfahrungen mit Taubendiätfutter gemacht. Verlängert werden die fertigen Mischungen mit den verschiedensten Nüssen. Vor allem Erd-, Wal-, und Haselnüsse sind beliebte Futtermittel. Aber Vorsicht: Vor allem Erdnüsse sind oft mit Pilzen befallen. Kontrollieren Sie deshalb unbedingt die Erdnüsse auf schwarze Stellen oder muffigen Geruch. Solche Nüsse stellen eine Gesundheitsgefahr für ihr Streifenhörnchen dar und dürfen nicht verfüttert werden.

Einzelsaaten mischen

Wer viele Hörnchen hält oder seinem Hörnchen etwas Besonderes bieten möchte, kann sein Futter auch komplett selber mischen. Saaten, die hierfür geeignet sind, sind  Hafer (auch als Haferflocken), Sonnenblumenkerne (vorzugsweise weiße), Hanf, Weizen sowie verschiedenste Hirsesorten. Bei den Sonneblumenkernen sollten Sie weiße bevorzugen, da diese von den Inhaltsstoffen hochwertiger sind als die gestreiften.

Leider sind sie deshalb auch etwas teurer. Die Einzelsaaten erhalten Sie bei einem guten Futtermittelhändler oder in verschiedensten Internetshops. Auch dieser Mischung können Sie verschiedene Nüsse beimischen, auch Pinienkerne sind sehr beliebt bei den Burunduks. Möchten Sie ihrem Tier etwas ganz besonderes bieten, lassen Sie die Sonneblumenkerne keimen. Hierzu waschen Sie die Körner in einem Sieb unter fließendem Wasser gründlich ab und lassen Sie sie dann mit Wasser bedeckt maximal acht Stunden quellen (z. B. über Nacht).

Die Körner dürfen nicht länger als acht Stunden im Wasser bleiben, da sie sonst zu gären beginnen. Nach Ablauf dieser maximal acht Stunden waschen Sie die Körner erneut in einem Küchensieb (am besten aus Plastik), lassen das Wasser abtropfen und hängen das Sieb mit den Körnern anschließend in einen Topf. Legen Sie den Deckel leicht über das Sieb, um die Körner vor Staub zu schützen. Die Körner müssen nun im Sieb zwischen 24 und 48 Stunden bei möglichst konstanter Temperatur keimen. Ein Plastiksieb ist deshalb besser geeignet, da ein Metallsieb rosten könnte, obwohl die meisten Siebe angeblich rostfrei sind. Erfahrungsgemäß bestehen viele aber den "Keimfutter-Härtetest" nicht.

Waschen Sie die keimenden Körner etwa alle zwölf Stunden unter fließendem Wasser ab, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach dem mehrfachen Waschen und dem Keimen können Sie ihrem Streifenhörnchen das Futter anbieten. Besonders beliebt ist das Keimfutter, wenn die Keime gerade erst durchgebrochen sind. Längere Keime enthalten Bitterstoffe und werden meist verschmäht. Übertreiben Sie die Keimfuttergabe aber nicht, da es ansonsten zumindest zu Beginn zu Durchfall bei ihrem Hörnchen kommen kann. (Ralf Sistermann)
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