Krankheiten beim Pferd vorbeugen

Jedes Pferd kann erkranken. Doch viele Erkrankungen lassen sich schon im Vorfeld vermeiden. Vorbeugen ist immer besser als heilen: Aufmerksamkeit und Engagement des Besitzers sind gefragt.
 
© N.Beschedsnick
In engen Boxen stehen sich Pferde die Beine buchstäblich kaputt.
Auch wenn es möglicherweise etwas teurer sein kann, so weit wie möglich ideale Haltungs- und Trainingsbedingungen zu schaffen, so sollte man doch nie vergessen, wie teuer eine Behandlung des Pferdes werden kann – es lohnt sich auch finanziell, das Pferd so gesund wie möglich zu erhalten.

Der Wohlfühlfaktor

Mens sana in corpore sano, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, das wussten schon die alten Römer. Es kann jedoch auch andersherum sein: Seelischer Stress kann krank machen – sowohl Menschen als auch Pferde. Stalluntugenden wie Koppen, Weben und ähnliches können sich sehr nachteilig auf die Gesundheit des Pferdes auswirken. Verursacht werden sie häufig durch einen Triebstau, der durch unnatürliche Haltungs- und Lebensbedingungen ausgelöst wird. Licht, Luft, Bewegung, Gesellschaft und eine Fütterung, die der natürlichen Lebensweise des Pferdes möglichst nahe kommt: Es kann nicht genug betont werden, wie wichtig dies für die Gesunderhaltung des Pferdes und damit auch für die Erhaltung seiner Leistungsfähigkeit und ebenso seines Leistungswillens ist. In engen Boxen stehen sich Pferde die Beine buchstäblich kaputt, Stallmief beeinträchtigt die Atmungsorgane, in Mist, Matsch und Schlamm entstehen Strahlfäule und Mauke: Es gibt viele Beispiele für Erkrankungen, die durch eine entsprechende Haltungsform vermieden werden könnten.

Jeden Tag gesund

Die tägliche Kontrolle des Gesundheitszustandes ist eine Pflegemaßnahme, die selbstverständlich sein sollte. Schwellungen, Verletzungen, Lahmheiten, Juckreiz, tränende Augen: Auf all das wird das Pferd überprüft. Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser kann sie schon im Frühstadium behandelt und hoffentlich geheilt werden. Ebenso wird das Umfeld des Pferdes täglich kritisch in Augenschein genommen: Wenn sich beispielsweise Bretter lösen, können herausstehende Nägel und Schrauben zu Verletzungsquellen werden, was auch für herumliegende Werkzeuge und Stallgeräte gilt. Ordnung und Sauberkeit dienen nicht nur dem Auge des Betrachters, sondern auch der Gesunderhaltung des Pferdes.

Schulmedizin vs. Alternative Therapie

Heilpraktiker erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Leider fehlt es hier noch an einer einheitlichen Ausbildung, sodass objektive Vergleiche nur schwer möglich sind. Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die klassische Tiermedizin – ebenso wie die Medizin beim Menschen – immer weitere Fortschritte verzeichnen kann und über immer bessere Diagnosemöglichkeiten verfügt, die dem Tierheilpraktiker oft nicht zur Verfügung stehen. Bei der Entscheidung sollte das Wohl des Pferdes stets im Vordergrund stehen. Vor allem in akuten Notfällen gibt es oft keine Alternative zum Tierarzt. Soll das Pferd alternativ behandelt werden, wäre es wünschenswert, dass Tierarzt und Heilpraktiker Hand in Hand arbeiten – auch wenn das oft leider noch nicht realisierbar ist. (Britta Schön)
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