Freie Arbeit

Freie Arbeit, das bedeutet Arbeit und Kommunikation mit dem freilaufenden Pferd. Diese findet meist im Round Pen statt, einem Rund von ca. 15 bis 20 Metern Durchmesser.
 
© N.Beschedsnick
Eine Begrenzung ist wichtig, damit das Pferd sich auch tatsächlich mit dem Menschen beschäftigen und auseinander setzen muss. Die runde Form des Round Pens bietet darüber hinaus keinerlei Rückzugsmöglichkeit, wie das etwa Ecken in einem Viereck wären; das Pferd kann sich nicht entziehen. Allein durch diese Tatsache wird von Anfang an ein gewisser Druck auf das Pferd ausgeübt, dessen sich der Mensch bewusst sein muss.

Ziele der freien Arbeit

Bei der freien Arbeit geht es vor allem darum, die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd zu verfeinern und die Motivation und Arbeitsfreude zu erhalten. Zugleich kann sich der Mensch hier als ranghöher etablieren. Oft fällt in diesem Zusammenhang der Begriff „Dominanztraining“. Als Dominanztraining wird die freie Arbeit zur Korrektur genutzt, und es darf ebenso wie alle anderen Korrekturmaßnahmen nur kurzfristig eingesetzt werden, bis das Problem behoben ist.

Kommunikation

Ehe Sie mit der Arbeit beginnen, beobachten Sie Ihr Pferd. Stellen Sie fest, ob es aufgeregt oder gelassen, interessiert oder verschlossen, lebhaft oder träge wirkt.

Ihre Körpersprache ist von entscheidender Bedeutung. Zu Beginn wird nicht mehr verlangt, als dass das Pferd im Kreis herumläuft und außen bleibt; es muss den Raum, den der Mensch in der Mitte für sich beansprucht, respektieren. Entsprechend selbstbewusst und hoch aufgerichtet steht der Mensch dort.

Um das Pferd in seiner Bewegung zu beeinflussen, wird der Körper so gedreht und bewegt, dass er das Pferd entweder vorne begrenzt oder von hinten antreibt. Dazu reicht es meistens aus, mit sparsamen Bewegungen zu agieren: Pferde sind sehr aufmerksame Beobachter. Falls notwendig, können ein Seil oder auch eine Gerte zur Unterstützung der Körpersprache eingesetzt werden.

Fehlerhafte Reaktionen werden ignoriert, erwünschte Reaktionen durch Lob belohnt. Nicht nur Dominanz soll hier trainiert werden – auch Motivation und Freude an der Arbeit sind Ziel der freien Arbeit.

Risiken

Dominanztraining ist zwar grundsätzlich berechtigt, wird jedoch oft zu lange und zu häufig durchgeführt. Wenn der Druck zu groß wird, kann sich das Pferd durchaus gegen den Menschen wenden: Hier ist Vorsicht geboten. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass das Pferd abstumpft.

Alle freie Arbeit im Round Pen wird nicht helfen, wenn die Konsequenz im täglichen Umgang fehlt (siehe Bodenarbeit, Problempferde an der Hand). So sollte die Dauer jeder Trainingseinheit von Anfang an begrenzt werden. Wenn etwas nicht klappt, muss der Mensch seine Körpersprache überprüfen: Gibt er möglicherweise widersprüchliche Signale?

Eine klare und überschaubare Zielsetzung ist wichtig, um das Pferd nicht zu überfordern. Wenn das Pferd aufmerksam ist, gut folgt und willig mitarbeitet, sollte das Training mit einem Lob beendet werden. (Britta Schön)
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