Der perfekte Zaun | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Der perfekte Zaun

Generell sollte eine pferdegerechte Einzäunung sowohl ausbruchs- als auch verletzungssicher sein. Unterschiedliche Pferde benötigen jedoch manches Mal auch unterschiedliche Zäune.
 
Die richtige Einzäunung ist auch für Versicherungen und Rechtssprechung von Belang. Hengstweiden beispielsweise müssen besonders sicher eingezäunt werden, und auch Fohlen brauchen gut sichtbare und stabile Zäune. Gänzlich abzulehnen sind Einzäunungen mit Schafsdraht und Stacheldraht, die ein hohes Verletzungsrisiko bergen.

Der Elektrozaun

Ein Elektrozaun mit blankem Draht ist nicht zu empfehlen, da dieser sehr schlecht sichtbar ist und schlimme Verletzungen verursachen kann. Sehr gebräuchlich ist die Einzäunung mit Elektrolitze oder -kordel. Die meist weiße Litze führt mehrere Leiter und wird durch Isolatoren an den Zaunpfählen geführt. Solange sie neu ist, ist sie auch gut zu sehen. Vorteilhaft ist der günstige Preis, doch als Nachteil muss in Betracht gezogen werden, dass die Litze schon nach wenigen Jahren erneuert werden muss, da sie schnell mürbe und brüchig wird und dann reißt und den Strom nicht mehr leitet. Es gibt dieses Elektroband in unterschiedlichen Breiten. 10 mm sind schlecht zu sehen, 50 mm sind zwar gut sichtbar und stabil, aber auch sehr windempfindlich. Häufig verwendet wird das 20 mm Band.

Eine Kordel ist etwas stabiler als Litze. Dadurch erhöht sich allerdings auch das Verletzungsrisiko, da sie nicht so schnell reißt, wenn sich ein Pferd darin verfängt, und dann tief einschneiden kann. Hier bietet es sich an, so genannte Sollbruchstellen einzubauen, die bei starkem Zug nachgeben.

Das Stromgerät wird geerdet. Diese Erdung wird mit einem Metallstab erreicht, der möglichst tief im Erdreich versenkt wird. Erdungsstäbe sind circa ein Meter lang. Die Erdung wird verbessert, wenn der Stab in feuchtem Erdreich steckt. Ein durch ein Kabel verbundener zweiter Erdungsstab ist bei großer Beanspruchung zu empfehlen.

Stromfluss

Ein Elektrozaun bietet nur dann Hütesicherheit, wenn ungehinderter Stromfluss gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang spielt auch die Ableitung durch Bewuchs eine große Rolle. Gräser, Kräuter und Äste müssen vom Zaun entfernt werden, sodass die Litze wirklich nur durch die Erdung am Stromgerät mit dem Boden in Kontakt steht. Berührt nun das Pferd den Zaun, fließt der Strom durch das Pferd in den Boden. Die Enden der Litze sollten nicht einfach geknotet werden, sondern mit Bandverbindern aneinandergeknüpft werden. Gleiches gilt für die Verbindung zu den isolierten Torgriffen und zum Stromgerät selbst. Ein Elektrozaun muss regelmäßig überprüft werden. Der Handel bietet zu diesem Zweck verschiedene Stromprüfgeräte an.

Der Holzzaun

Klassisch schön ist ein Holzzaun. Nachteilig ist einerseits der relativ hohe Preis, andererseits knabbern Pferde die Riegel gerne an. Es empfiehlt sich daher, innen vor dem Holzzaun zusätzlich ein Elektroband zu spannen, das Mäuler und Zähne vom Holz fernhält. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass auch ein Holzzaun nach einigen Jahren morsch und brüchig wird und dann erneuert werden muss. Eine Imprägnierung kann das Problem entschärfen, doch muss diese umweltgerecht ausgeführt werden.

Der Gummizaun

Eine weitere Alternative ist eine Einzäunung mit gespannten Förderbandgummibändern. Diese sind stabil, gut sichtbar und relativ verletzungssicher. Allerdings müssen die Bänder sehr gut gespannt werden, und diese Spannung muss regelmäßig überprüft werden. Mit der Hand ist das nicht machbar; besser ist ein Trecker. Da der Zaun diesem Zug auch standhalten muss, müssen die Pfähle besonders stabil und fest verankert sein. Auch bei diesem Zaun ist davon auszugehen, dass das Material nach einigen Jahren ermüdet. (Britta Schön)
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