Steckbrief: Trakehner

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Trakehner.
 
© Kseniya Abramova / iStockphoto
1936 dominierten Trakehner die olympischen Reiterspiele.

Steckbrief

  • Größe: ca. 160 – 170 cm
  • Herkunft: Ostpreußen
  • Farbe: alle Farben, selten Schecken
  • Charakteristik: hochedles Warmblutpferd
  • Eignung: Reit- und Fahrpferd
  • Verwendung: Alle Sparten Sport und Freizeit

Aussehen

Der Trakehner präsentiert sich heute als modernes Sportpferd im Rechteckformat. Die Sattellage ist gut, der Widerrist ist recht ausgeprägt und geht in einen kräftigen Rücken über. Kopf und Gliedmaßen sind trocken, der gut angesetzte Hals verfügt über ein leichtes Genick. Die Ohren sind sehr beweglich, manchmal recht lang und breit gestellt, das Gesicht verrät den Adel der Rasse. Gut bemuskelt wirkt der Trakehner durch und durch sportlich.

Charakter

Der Trakehner bringt Härte und Adel mit, und das zeigt sich auch bei seinem Charakter. Er ist leistungswillig und gehfreudig, sensibel und intelligent. Als blutgeprägtes Pferd kann der Trakehner neben seinem Temperament auch über einen ausgeprägten eigenen Willen verfügen, ist aber grundsätzlich gutwillig und gelehrig. Sowohl Konsequenz als auch Einfühlungsvermögen des Reiters sind gefragt.

Bewegung

In der Bewegung zeigt sich der Trakehner fleißig. Der Schritt ist lang ausgreifend, der Trab zeigt eine deutliche Schwebephase und der Galoppsprung ist raumgreifend und energisch. Seine Bewegungen ermöglichen ihm sowohl ein ausdauerndes Traben und Galoppieren im Gelände als auch die Versammlung in der Dressur. Auch auf Springvermögen wird in der Trakehnerzucht Wert gelegt.

Herkunft

Der Trakehner ist das berühmte Pferd Ostpreußens. Die Elchschaufel als Brandzeichen ist weltweit bekannt. 1732 gründete Friedrich Wilhelm I. das „königliche Stutamt Trakehnen“. Hier wurden bodenständige Stuten mit englischen und arabischen Vollblütern (=> Englisches Vollblut, Araber) gepaart. Später wurden Trakehner selbst als Veredler anderer Rassen eingesetzt.
Am Ende des zweiten Weltkriegs flüchteten Trakehner Züchter mit den Pferden nach Westen. Der legendäre Treck unter härtesten Bedingungen im Winter 1944/45 forderte unter Menschen und Pferden viele Opfer. Mit den wenigen überlebenden Pferden wurde die Zucht im Westen neu aufgebaut.

Eignung

Trakehner sind in allen Sparten des Sports zuhause. Vielseitigkeit, Springen, Dressur, Fahren, Distanzen – nicht jeder Trakehner eignet sich für alles, aber überall finden wir Trakehner. Und auch im Freizeitbereich machen Trakehner eine gute Figur und haben entsprechend viele Anhänger, die abseits der Turnierplätze die Talente ihres Pferdes fördern. So ist der Trakehner ein wahrer Allrounder.

Haltung

Auch als edles Warmblutpferd lebt der Trakehner gerne auf der Weide und im Offenstall, obwohl wir nach wie vor viele Trakehner in der traditionellen Boxenhaltung finden. Zwar bildet er nicht das gleiche dichte Winterfell wie robuste Ponyrassen, doch kann er mit einem wind- und regendichten Witterungsschutz problemlos draußen überwintern. Nicht zuletzt hat die Vergangenheit gezeigt, wie viel Härte in diesen Pferden steckt. Bei der Fütterung jedoch ist das edle Warmblut deutlich anspruchsvoller als ein Robustpferd. So ist bei der Robusthaltung unbedingt auf eine angemessene Futterration zu achten, bei der Boxenhaltung hingegen unbedingt auf ausreichenden Kontakt zu anderen Pferden und tägliche freie Bewegungsmöglichkeit.

Hätten Sie’s gewusst?

1936 dominierten Trakehner die olympischen Reiterspiele. Sie gewannen nicht nur eine silberne, sondern darüber hinaus ganze sechs goldene Medaillen. Unvergessen ist die Goldmedaille in der Military für Nurmi unter Oberleutnant Ludwig Stubbendorf.
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