Das Steigen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das Steigen

Das steigende Pferd steht hoch aufgerichtet auf den Hinterbeinen. In der Natur wird das Steigen vor allem beim Kampf und Spiel der Hengste eingesetzt. Unter dem Reiter jedoch ist es sehr gefährlich.
 
Aus Pferdeshows und Zirkusvorführungen ist das Steigen sowohl in der Freiheitsdressur als auch unter dem Reiter nicht wegzudenken. Beim normalen Reitpferd jedoch sollte das Steigen keinesfalls provoziert, sondern von Beginn an konsequent unterbunden werden. Vor allem Hengste oder „hengstige“ Wallache steigen beispielsweise gerne, um anderen Pferden zu imponieren. In diesem Fall hilft es, das Pferd an die Hilfen zu stellen und auf den Reiter zu konzentrieren. (siehe auch Hilfengebung) Meist jedoch steigt das Pferd unter dem Reiter nicht aus spielerischem Übermut, sondern in einem Akt der Verzweiflung. Es versucht, der Situation zu entkommen. Das kann durch körperliche Schmerzen verursacht werden, doch oft ist auch der Reiter beteiligt.

Steigen als Reiterfehler
Steigen ist in den meisten Fällen ein klarer Reiterfehler. Wird das Pferd vorne stark begrenzt und hinten zugleich immer weiter getrieben, ohne dass es erkennen kann, was von ihm erwartet wird, bleibt ihm als letztes nur der Ausweg nach oben – es steigt. Eine typische Situation wäre beispielsweise der Versuch, ein Pferd zum Rückwärtsrichten zu animieren, das diese Lektion noch nicht beherrscht. Generell kann eine harte und unnachgiebige Reiterhand in jeder Situation heftige Reaktionen auslösen, die im Steigen des Pferdes gipfeln können. Der Reiter sollte daher stets darauf achten, ob sein Pferd versteht, was von ihm erwartet wird, und auch in der Lage ist, die Anforderungen umzusetzen. Übungen wie das Rückwärtsrichten oder auch die Vorhandwendung können am Boden vorbereitet und geübt werden, um Extremsituationen unter dem Reiter zu vermeiden. Besonders wichtig ist es, beim Reiten auf eine leichte und weiche Anlehnung zu achten. (siehe auch Skala der Ausbildung)

Was tun, wenn das Pferd steigt?
Wenn das Pferd zu steigen droht, sollte der Reiter möglichst abwenden, da das Pferd sich in der Wendung nicht auf die Hinterbeine heben kann. Darüber hinaus wird das Pferd energisch und frei vorwärts geritten. Steigt das Pferd dennoch, verlagert der Reiter seinen Schwerpunkt möglichst weit nach vorne und darf auf keinen Fall in den Zügeln hängen. Sollte das Pferd sich trotzdem überschlagen, ist es wichtig, so weit weg vom Pferd wie möglich abzurollen, um nicht unter das Pferd zu gelangen und um aus dem Bereich der strampelnden Pferdebeine herauszukommen. (Britta Schön)
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