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Steckbrief: Goldstaub-Taggecko

Die kleinen Taggeckos kommunizieren durch ihre gesamte Gestik untereinander. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Systematik, Nachwuchs, Aufzucht, Sinnesleistungen, Ernährung und Haltung des Goldstaub-Taggecko.
 
© Michael Westhoff / iStockphoto
Die Pflege von Taggeckos der Gattung Phelsuma unterliegt gesetzlichen Schutzbestimmungen.

Steckbrief

  • Körperlänge: 13 cm
  • Lebenserwartung: 7 - 10 Jahre
  • Verbreitung: Nordost- und Nordwest-Madagaskar, Komoren, Seychellen
  • Lebensraum: Kulturlandschaften, Felder, Dörfer
  • Lebensweise: tagaktiv, revierbildend
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Reptilien (Kriechtiere)
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Familie: Gekkonidae (Geckos)
  • Gattung: Phelsuma (Taggeckos)
  • Art: Phelsuma laticuada (Goldstaub-Taggecko)

Aussehen

Kleine robuste Geckos mit etwa gleichlangem Körper und Schwanz, Letzterer ist von breiter Form. Die Augen besitzen runde Pupillen. Der gesamte Körper ist oberseits mit körnchenartigen Schuppen bedeckt. Kräftig entwickelte Extremitäten weisen mäßig verbreiterte Finger und Zehen auf. Männchen zeigen eine kräftigere Reihe vergrößerter Präanofemoralschuppen. Die Oberseite ist leuchtend grün gefärbt, seltener gelb- oder blaugrün. Die Augen sind blau gerahmt, ein U-förmiger roter Streifen läuft über die Schnauze, ein roter Balken zwischen den Augen und eventuell ein dritter dahinter. Drei rote Längsflecken zieren den hinteren Rücken und ziehen sich verblassend in Richtung Schwanz. Die Nackenregion ist mit zahlreichen gelben Punkten verziert. Die Bauchseite ist weiß.

Nachwuchs und Aufzucht

Ausgewachsene Männchen und Weibchen lassen sich am besten anhand der Präanofemoralporenreihe unterscheiden, die beim Männchen deutlicher ausgeprägt ist. Zudem sind die Hemipenistaschen gut erkennbar. Nach der Paarung, bei der das Männchen sich seitlich am Hals des Weibchens verbeißt, legt das Weibchen nach etwa 25 bis 30 Tagen zwei hartschalige Eier an eine geeignete Stelle. Die rundlichen Eier werden in einen Inkubator überführt und bei 25 bis 30° C gezeitigt. Nach 50 bis 60 Tagen schlüpfen dann die Goldstaub-Taggeckos. Sie weisen eine Länge von 35 bis 40 mm auf. Jungtiere sind sehr unverträglich untereinander und müssen daher einzeln aufgezogen werden. Als erstes Futter eignen sich Mikroheimchen und Obstfliegen. Sie werden mit etwa zwölf Monaten geschlechtsreif, sind aber noch nicht ausgewachsen.

Lebensweise und Verhalten

Goldstaub-Taggeckos bevorzugen in ihren tropischen Lebensräumen eindeutig kultivierte Flächen und menschliche Siedlungen. So sind sie in Bananenplantagen, an Kokospalmen und Sisalagaven genauso zu finden wie an Zäunen, Mauern und Dächern. Sie sind tagaktive Geckos, die vertikal ausgerichtete Lebensräume nutzen. In den Biotopen betragen die Tagestemperaturen im Mittel 25 bis 27° C. Am Morgen beginnt ihr Tag mit Sonnenbaden. Sind sie auf Vorzugstemperatur aufgeheizt, ziehen sie sich aus der Sonne zurück. Die Männchen verteidigen ihre Reviere gegen andere Männchen. Weibchen heften im Terrarium bis zu acht Mal jährlich für gewöhnlich aus zwei Eiern bestehende Gelege an geeignete Untergründe. Die Ernährung ist insektivor mit pflanzlichen Anteilen.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Die kleinen Taggeckos kommunizieren durch ihre gesamte Gestik untereinander. Sie sind aufmerksame Beobachter, die gut sehen können und auf Bewegungen schnell reagieren. Die Männchen verteidigen ihre Reviere gegen andere Männchen, notfalls mit Kommentkämpfen. Diese enden, indem der Unterlegene aufgibt und flüchtet. Es können mehrere Weibchen in einem Revier leben, sie bilden aber unterschiedliche Rangordnungen aus.

Haltung

Eine paarweise Pflege ist optimal. Das Terrarium für ein Paar sollte 40 x 40 x 60 cm (BxTxH) nicht unterschreiten. Auf ausreichende Frischluftzufuhr ist zu achten, eventuell die komplette Abdeckung aus Drahtgaze fertigen. Der Beleuchtung ist UV-Licht beizufügen, optimal ist eine sommerliche Freilandhaltung mit direkter Sonnenbestrahlung. Dazu haben sich Terrarien aus Stoffgaze bewährt. Die Temperaturen sollten bei 25 bis 28° C liegen, der Sonnenplatz kann bis zu 38° C aufweisen. Die Beleuchtungsdauer sollte bis zu 14 Stunden im Sommer und bis zu zwölf Stunden im Winter betragen. Das Terrarium sollte ausreichend Bambusstäbe in vertikaler und horizontaler Ausrichtung (Kieler Stange = Sonnenplatz) aufweisen. Als Bodengrund genügt eine etwa 5 cm hohe Schicht aus ungedüngter Blumenerde oder Kokoshumus. Sanseverien eignen sich als Bepflanzung bestens. Zwei- bis dreimal wöchentlich wird gefüttert, auf die richtige Futtergröße ist zu achten: zweimal wöchentlich Insektennahrung und einmal vegetarische Komponenten. Dazu eignen sich besonders Früchtebrei aus Banane oder Mango sowie Fruchtmus oder Fruchtjoghurt. Um die nötige Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, sollte das Terrarium mindestens jeden zweiten Abend mit Wasser besprüht werden, besser jeden Abend.

Hätten Sie's gewusst?

Die Pflege von Taggeckos der Gattung Phelsuma unterliegt gesetzlichen Schutzbestimmungen. Daher muss der Pfleger von Taggeckos den Besitz bei der Behörde anmelden sowie alle Veränderungen melden, z. B. eine Vermehrung oder das Ableben.

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