Steckbrief: Stachelschwanzwaran | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Stachelschwanzwaran

Die tagaktiven Kleinwarane sind überwiegend in felsigen Gebieten anzutreffen, da sie sich bei Gefahr gerne in Spalten und Höhlen zurückziehen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Systematik, Nachwuchs, Aufzucht, Sinnesleistungen, Ernährung und Haltung des Stachelschwanzwaran.
 
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Der Stachelschwanzwaran wird von den Herpetologen in die Untergattung Odatria gestellt.

Steckbrief

  • Körperlänge: 60 - 70 cm
  • Lebenserwartung: über 10 Jahre
  • Verbreitung: Nordost-Australien
  • Lebensraum: trockenes Buschland und steinige Areale
  • Lebensweise: tagaktiv, bisweilen grabfreudig
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Reptilien (Kriechtiere)
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Familie: Varanidae (Warane)
  • Gattung: Varanus (Warane)
  • Art: Varanus acanthurus (Stachelschwanzwaran)

Aussehen

Männchen erreichen meist etwas größere Längen als Weibchen. Es sind kleinbleibende Warane mit kräftigem Körperbau, einem langen Schwanz und stabilen Extremitäten. Letztere enden in jeweils fünf mit Krallen versehenen Fingern und Zehen. Die Zeichnung setzt sich aus braunen, rötlichen oder gelblichen Netzmustern zusammen, in denen sich Ozellen befinden. Diese zeigen je einen dunklen Fleck im Zentrum. Am Kopf und Hals sind bisweilen Streifen ausgebildet. Die Unterseite ist von beiger oder weißlicher Farbe, bisweilen schwach gefleckt. Jungtiere sind wie die Eltern gefärbt und gezeichnet, allerdings ein wenig kontrastreicher. Männchen kann man anhand der seitlich liegenden, gut ausgebildeten Stachelschuppen an der Schwanzbasis gut erkennen.

Nachwuchs und Aufzucht

In der Natur legen sie nur ein Gelege ab, das zwei bis elf Eier beinhalten kann. Im Terrarium werden mitunter zwei Gelege abgesetzt. Im Frühjahr erfolgen Balz und Paarung. Die Weibchen nehmen schon sechs Wochen nach erfolgter Paarung an Umfang zu, und später zeichnen sich die Eier durch die Bauchdecke ab. Ein Gelege enthält vier bis acht längliche Eier, die Maße von 32 bis 33 x 18 bis 19 mm aufweisen. In einem Inkubator werden die Eier in Vermiculit oder einen Torf-Sand-Gemisch bei 26 bis 32° C gezeitigt. Bis zum Schlupf dauert es 90 bis 168 Tage. Die Jungen haben eine Länge von 145 bis 172 mm und wiegen 3,5 bis 9,5 g. Sie werden in einem Becken aufgezogen, das wie jenes der Eltern eingerichtet ist.

Lebensweise und Verhalten

Die tagaktiven Kleinwarane sind überwiegend in felsigen Gebieten anzutreffen, da sie sich bei Gefahr gerne in Spalten und Höhlen zurückziehen. Bisweilen verschließen sie den Eingang mit ihrem stacheligen Schwanz, indem sie ihn quer davorlegen. Einige Exemplare besiedeln auch Gegenden mit Spinifex-Bewuchs, wo sie ihre Verstecke in Baumhöhlen haben. Gerne graben sie auch mit ihren kräftigen, mit Krallen besetzten Beinen. Die Nahrung der überwiegenden Lauerjäger wird hauptsächlich von Wirbellosen gestellt, allerdings fressen sie alles, was sie bewältigen können, auch andere Echsen.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Stachelschwanzwarane können ihren Schwanz als Waffe benutzen, indem sie ihn mit seitlich peitschenden Bewegungen hin- und herwerfen. Sie haben ein gutes Sehvermögen, besonders Bewegungen nehmen sie bereits über große Distanzen wahr und reagieren schnell. Mittels ständigem Züngeln, das sehr an Schlangen erinnert, nehmen sie ständig Geruchsmoleküle auf und führen sie dem Jacobsonschen Organ zu. Geruchsinformationen werden besonders bei der Partnerwahl und auch beim Suchen nach Beute eingesetzt.

Haltung

Für eine pärchenweise Pflege – die natürlich ohne weitere Vergesellschaftungen mit anderen Echsen oder Fröschen durchgeführt wird – sollte das Terrarium mindestens die Maße 140 x 70 x 70 cm (L x T x H) aufweisen. Rück- und Seitenwände sollten mit zusätzlichen Plateaus in Felsenoptik gestaltet sein, da die Warane gut klettern können. Äste oder Wurzeln dienen als weitere Klettergelegenheiten. Sand, ein Sand-Gartenerde-Gemisch oder das Beifügen von Lehm sind gute Bodengründe (etwa zehn bis 15 cm hoch). Selbstverständlich gehört auch eine Wasserschale in das Terrarium. Beleuchtet wird z.B. mit HQI-Lampen, die ein entsprechend helles Licht abgeben. Die Lufttemperaturen liegen zwischen 28 und 35° C am Tage, dazu kommen mindestens zwei Sonnenplätze, an denen 40 bis 45° C erreicht werden. Nachts sollten Zimmertemperaturen (21 bis 25° C) im Terrarium herrschen. Alle Arten von Futterinsekten können angeboten werden, dazu nehmen sie auch in kleine Stücke geschnittenes Rinderherz oder nackte Mäuse. Eine ruhige Winterzeit mit verkürzter Beleuchtung und auf etwa 14° C abgesenkten Temperaturen ist notwendig.

Hätten Sie's gewusst?

Der Stachelschwanzwaran wird von den Herpetologen in die Untergattung Odatria gestellt. Zu dieser gehören weitere 18 Waranarten. Ferner sind sie die einzige Art Kleinwarane, die dank der guten Vermehrung im Terrarium im bezahlbaren Bereich liegen.

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