Systematik der Gliederfüßer | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Systematik der Gliederfüßer

Der Stamm der Gliederfüßer ist mit Abstand der artenreichste im Tierreich. Man nimmt an, dass etwa 80 Prozent aller heute lebenden Tierarten Gliederfüßer sind, wobei die meisten zu den Insekten gehören.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der Stamm der Gliederfüßer ist mit Abstand der artenreichste im Tierreich.
Zu der gewaltigen Artenfülle der Gliederfüßer gehören recht unterschiedliche Tiere wie Krebse, Spinnen, Tausendfüßer, Insekten und Milben, um nur einige zu nennen. Alle Gliederfüßer besitzen einen Chitinpanzer. Der Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) ist in die vier Unterstämme unterteilt:Unterstamm Tracheata (Tracheentiere)Tracheentiere verfügen über ein System von Luftkanälen, Tracheen genannt, die sich durch den Körper ziehen und die Zellen mit Sauerstoff versorgen, da eine Atmung über die Körperoberfläche nicht möglich ist. Sie besitzen im Gegensatz zu den Krebstieren nur ein Paar Antennen. Ihr Körperaufbau ist durch mehrere gleichartig aufgebaute Körpersegmente mit gleichförmigen Laufbeinen gekennzeichnet. Ihre weitere Einordnung ist:

Überklasse Myriapoda (Tausendfüßer)

Diese sind in die Klassen Chilopoda (Hundertfüßer), Symphyla (Zwergfüßer), Diplopoda (Doppelfüßer) und Pauropoda (Wenigfüßer) unterteilt.
Gelegentlich in Terrarien gehalten wird z.B. der Riesentausendfüßer (Archispirostreptus gigas).

Überklasse Hexapoda (Sechsfüßer)

Sie weisen eine Gleichmäßigkeit in den drei Körperabschnitten (Kopf, Thorax, Hinterleib) und der Anzahl von sechs, ausschließlich am Thorax ansetzenden Laufbeine auf. Sie sind in die Klassen Insecta (Insekten) und diese in die Ordnungen Archaeognatha (Felsenspringer), Tysanura (Borstenschwänze) und Ptgerygota (Fluginsekten) unterteilt. Die weiteren Klassen sind Diplura (Doppelschwänze), Protura (Beintastler) und Collembola (Springschwänze).
Faszinierende Terrarientiere sind u.a. die Stabschrecken.

Unterstamm Crustacea (Krebs- oder Krustentiere)

Im Gegensatz zu den Tracheentieren besitzen sie zwei paar Antennen. Nahezu alle Krebstiere haben eine besondere Larvenform, die Naupliuslarve. Diese hat drei Segmente mit Extremitäten und dem unpaaren Naupliusauge. Die Klassen Cephalocarida, Remipedia, Branchiopoda (Blattfuß- oder Kiemenfußkrebse) mit den Ordnungen Anostraca (Kiemenfüßer) und Phyllopoda (Echte Blattfußkrebse) sowie die weiteren Klassen Pentastomida (Zungenwürmer), Maxillopoda (Kieferfüßer) mit sieben Unterklassen und die Malacostraca (Höhere Krebse) mit sechs Unterklassen stellen die weitere Unterteilung. Krebse können sowohl im Wasser als auch an Land vorkommen: Landeinsiedlerkrebs (Coenobita sp.) 

Unterstamm Chelicerata (Kieferklauenträger)

Das wichtigste gemeinsame Merkmal ist der Besitz von am zweiten Kopfsegment sitzenden Cheliceren. Dabei handelt es sich um ein umgewandeltes Extremitätenpaar. Es sind die vordersten Extremitäten am Körper, Antennen fehlen. Sie sind in drei Klassen eingeteilt: Pycnogonida (Asselspinnen), Arachnida (Spinnentiere) mit den Ordnungen Uropygi (Geißelskorpione), Schizomida (Zwerggeißelskorpione), Amblypygi (Geißelspinnen), Palpigradi (Palpenläufer), Araneae (Webspinnen), Ricinulei (Kapuzenspinnen), Pseudoscorpionida (Pseudoskorpione), Solifugae (Walzenspinnen), Opiliones (Weberknechte), Acari (Milben) und Scorpiones (Skorpione) sowie die Klasse Merostomata (Pfeilschwanzkrebse).
Zwar sind sie nicht jedermanns Sache, aber Vogelspinnen und Skorpione sind bei einigen Terrarianern recht beliebt.

Unterstamm Trilobitomorpha (Trilibitenverwandtschaft)

Die ausgestorbenen Trilobiten (Dreilapper genannt) bestehen immer aus drei namensgebende, von vorn nach hinten verlaufende Lappen, dem Spindellobus und den beiden pleuralen Loben auf den linken und rechten Seite. Trilobiten werden auch in drei Glieder geteilt: das Kopfschild, der Thorax und das Schwanzschild.
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