Vogelausstellungen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Vogelausstellungen

Besucher sehen nur den Schluss der Schau und dürfen kaufen. Sie können die Zucht steuern, damit sich Richter und Züchter dem Codex pro Natura verpflichtet fühlen, der Kreaturen ablehnt, die in Bewegung und Fortpflanzung behindert sind.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Für eine Vogelausstellung brauchen Sie gute Nerven.
Warnung an alle Tierfreunde: Vogelausstellungen gefährden Ihre Gemütsverfassung und ihr Trommelfell. Wer erstmals die Hallen mit den unzähligen winzigen Käfigen und dem Gezwitscher aus Zigtausenden kleiner Kehlen betritt, der stutzt und staunt. Dennoch muss es Vogelschauen geben, denn sie allein verschaffen einen Überblick über Zustand und Qualität der domestizierten Rassen und lassen Kontrollen zu. Ab Oktober, wenn Zuchtsaison und Mauser vorbei sind, tragen Kanarienzüchter ihre „Produkte“ zu Markte, zunächst zu Orts-, dann zu Landes-, zu Bundes- und schließlich zu Weltschauen.

Glatte, bucklige und schillernde Typen

Die Gestalts- oder auch Positurkanarien und die Farbkanarien werden nämlich ausschließlich nach Schönheit, Haltung und Farben bewertet. Da darf kein Federchen verklebt oder gar abhanden gekommen sein, sonst rückt der kleine Schaukäfig in der Platzierung weit nach hinten. Positurkanarien bestehen aus kleinen und großen glatten, gebogenen oder frisierten Rassen, die Farbkanarien beeindrucken mit ihren außergewöhnlichen Federkleidern. Heute gibt es allerdings auch singende Gestalts- und Farbkanarien.

Aus dem Dunklen hinaus ins helle Licht

Die anderen, denen der Gesang durch züchterische Auslese so gegeben wurde, dass sie den Schnabel dabei nicht einmal mehr öffnen müssen, wie zum Beispiel der Harzer Roller, oder diejenigen, deren Lieder klingen wie Hempels beim Gurgeln, wie zum Beispiel Wasserschläger, können Schönheit vermissen lassen. Sie erhalten Punkte bis zur Traumzahl 100 schließlich danach, wie sie ihre Touren, so nennt man die Liedstrophen, vortragen. Damit sie dies auch vor ihrem gestrengen Richter tun, kommen sie vom Dunklen plötzlich in die Helligkeit oder reagieren auf einen Vorsänger. Wenn der Besucher an den letzten beiden Ausstellungstagen eingelassen wird, ist die Bewertung längst vorbei. Die Kauf- und Tauschlust kann erwachen. (Gabirele Schneider)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren