Hilfe bei Legenot | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Hilfe bei Legenot

Wenn das Ei vom Vogelweibchen nicht gelegt werden kann und auf dem „Geburtsweg" stecken bleibt, spricht man von Legenot. Wie Sie bei dem lebensbedrohlichen Zustand, der bei allen Vogelarten vorkommt helfen können.
 
Eine Legenot erkennt man daran, dass der Vogel aufgeplustert auf dem Boden sitzt und erfolglos presst. Manchmal beobachtet man, wie sie mit dem Schwanz wippt. Oft hält sie die Augen geschlossen und macht einen apathischen und erschöpften Eindruck. Auf dem Boden können sich auch Blutspuren befinden.

Sofortmaßnahmen

Um erste Hilfe zu leisten, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen: Sorgen Sie mit einer Rotlichtlampe für Wärme. Wenn Sie keine solche Lampe besitzen, legen Sie feuchte und heiße Tücher über den Käfig. Lässt sich der Vogel leicht einfangen, können Sie seine Kloake mit Vaseline oder Speiseöl einfetten. Auf gar keinen Fall dürfen Sie dabei Druck auf das Ei ausüben – es könnte zerbrechen und den Vogel schwer verletzen. Versuchen Sie aber nicht allzu lange Ihr Glück. Am besten ist es immer noch, den Vogel schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen. Denn es droht ein Kreislaufkollaps.

Vorbeugung

Die Legenot kann zwar bei allen Vogelarten auftreten, doch können Sie ihr vorbeugen, wenn Sie verschiedene Haltungs- und Fütterungsfehler vermeiden. An erster Stelle stehen hier Verfettung und Bewegungsmangel, unter denen viele Stubenvögel leiden. Auch Vitamin- und Mineralstoffmangel können die Legenot verursachen. Meist ist es ein Mangel an Kalzium, das der Vogel in großer Menge braucht, um die Eischale zu bilden. Erhält die Vogel zu wenig Kalzium, bleibt die Schale weich und das Ei kann sich im Eileiter verformen und in der Kloake verkeilen. Solche Mangelerscheinungen treten auch bei Legezwang auf („Ein Herz für Tiere“ 1/02), bei dem der Vogel bis zur Erschöpfung seiner Reserven Eier legt. Neben der falschen Fütterung und Haltung spielen auch Krankheiten wie z.B. Entzündungen der Eileiter und Hormonstörungen eine Rolle.

Rechtzeitig Handeln

In manchen Fällen ist die Vogelweibchen auch schlicht zu alt oder zu jung, um komplikationslos Eier legen zu können. Oder ein plötzlicher Wettereinbruch mit dunkler und nasskalter Witterung stört den normalen Ablauf des Legens. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist kein Vogel und kein Halter gegen diesen Notfall gefeit. Wichtig ist daher, ihn rasch zu erkennen und schnell zu handeln.
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