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Steckbrief Indigofink

Der Indigofink kommt vom Südosten Kanadas bis nach Florida und in den Golfstaaten vor. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Indigofinken.
 
© Frank Leung / iStockphoto
Die Rufe des Indigofinken sind scharf und dünn.

Steckbrief

  • Körperlänge: 13 cm
  • Gewicht: 17 g
  • Lebenserwartung: 7 - 11 Jahre
  • Verbreitung: Osten der USA und Mexicos
  • Lebensraum: Buschreiche Felder und Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Ammertangaren
  • Gattung: Farbfinken
  • Art: Indigofink (Passerina cyanea)

Aussehen

Das Männchen ist blau gefärbt, am Kopf am dunkelsten. Flügeldecken, Schwingen und Schwanz sind schwarz, haben aber blaue und cremefarbene Säume. Der Schnabel ist hornbraun hat eine dunklere Firste. Die Füße sind grau. In der Ruhezeit ist das Männchen fast so graubraun wie sein Weibchen. Es behält jedoch einige blaue Federn, so dass es jederzeit zu erkennen ist.

Nachwuchs und Aufzucht

Der Indigofink baut sein Nest zwischen dichten Gräsern oder Kräutern auf dem Boden oder niedrig im Gebüsch. Das Weibchen errichtet es aus Gräsern, Wurzelfasern, Moos zu einem festen Napf und legt es mit feinen Fasern und Haaren aus. Die zumeist drei bis vier blassblauen Eier werden 13 bis 14 Tage alleine vom Weibchen bebrütet. Dafür wird es vom Männchen gefüttert. Sobald das Weibchen die Jungen nicht mehr hudert, werden auch sie vom Männchen gefütter. Schon mit rund 13 Tagen verlassen sie das Nest.

Lebensweise und Verhalten

Der Indigofink kommt vom Südosten Kanadas bis nach Florida und in den Golfstaaten vor. Gelegentlich wurde er auch in den Südweststaaten der USA als Brutvogel angetroffen. Er überwintert in Mexiko, in Mittelamerika und auf den Inseln der Karibik. An Wegen, Ufern, in Parks und Gärten findet der Indigofink ihm zusagende Biotope mit vielen Gebüschen und Baumgruppen. Die Männchen kommen etwa 14 Tage früher als die Weibchen aus den Winterungsgebieten zurück, um sich und seiner späteren Familie ein Revier zu sichern. Jedes der Männchen versucht, ein so gutes Biotop zu erobern und anschließend auch zu verteidigen, bis eines der nachfolgenden Weibchen es akzeptiert. Der "Anspruch" wird durch Singen kundgetan. Meistens hat dabei der Revier-Verteidiger den kraftvolleren Gesang und größeren Mut.

Kommunikation

Die Rufe des Indigofinken sind scharf und dünn „pink", „zipp" oder „spit". Der Gesang ist hoch und etwas schrill, wobei meistens Doppelrufe vorgetragen werden, die etwa wie "tziet-tziet tzu-tzu tziwi-tzilwi" und ähnlich klingen. Seinen Gesang lässt er von einem vorragenden Zweig eines Buschs zum Anlocken eines Weibchens und als Revieranspruch gegenüber anderen Männchen seiner Art hören.

Ernährung

Sowohl mehlhaltige Sämereien wie Hirse, Glanz und geschälten Hafer als auch ölhaltige wie Distelsamen, Nigersaat, Rübsen, Perilla, Salat-, Lein-, Fichten- und Kiefernsamen sollten in einem guten Waldvogelfutter nicht fehlen. Viel Grünes wie Endivien, Eisbergsalat, Löwenzahn, Vogelmiere und Hirtentäschel sind sehr begehrt. Beliebt sind auch Knospen von Obst- und anderen Laub- und Nadelbäumen. Ein weiterer Teil seiner Ernährung sind Beeren und Obst. Für die Aufzucht seiner Jungen braucht der Indigofink hauptsächlich tierische Nahrung wie frische Ameisenpuppen, Blattläuse, Fliegenmaden, Buffalos, kleine oder frisch gehäutete Mehlwürmer sowie ein insektenhaltiges Weichfutter, vermischt mit Magerquark, hart gekochtem Ei und/oder geraspelter Möhre. Als wertvolle Zugabe ist ein Kalk-Mineralien-Gemisch von großem Wert. Zum Trinken und Baden ist frisches Wasser erforderlich.

Haltung

Im Käfig geben sich Indigofinken anfangs zwar oft recht wild, bleiben dann aber meistens scheu. In einer großen Voliere mit viel Deckung werden sie bald vertrauter. Im Sommer können sie in eine Gartenvoliere gelassen werden, müssen aber jederzeit Zugang zu einer mäßig warmen Innenvoliere haben. Einzelne Männchen sind anderen Volierenbewohnern gegenüber meistens friedlich. Während der Brutzeit kann es jedoch zu ernsthaften Verfolgungen und Verletzungen anderer Vögel durch sie kommen. Wer ein Paar besitzt, sollte es für sich in einer geräumigen, gut bepflanzten Voliere halten. Seine Zucht ist schon wiederholt gelungen, obwohl sie nicht leicht ist. Da Indigofinken ebenso wie auch die andere Farbfinken während der Zugzeit unruhig sind und nachts hochfliegen, ist es sinnvoll, in der Voliere eine "weiche" Decke in Form eines Nylonnetzes anzubringen. An einer harten Drahtdecke können sie sich sonst leicht verletzten.

Hätten Sie’s gewusst?

Den Indigofinken ist das Ziehen bei Nacht angeboren. Sie werden durch den Sternenhimmel oder durch Magnetfelder der Erde geleitet, nicht durch Merkmale am Boden.
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