Steckbrief Weißhaubenkakadu | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Weißhaubenkakadu

Wie bei einigen Amazonen, Aras und Kakadus wählt sich der Weißhaubenkakadu einen Menschen der Familie als seinen "Ersatzpartner" aus. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Weißhaubenkakadu.
 
© Shaun Dodds / iStockphoto
Die Weißhaubenkakadus stammen von den nördlichen Molukken, von denen Halmahera die bekannteste ist.

Steckbrief

  • Körperlänge: 45 - 46 cm
  • Gewicht: 550 g
  • Lebenserwartung: 25 - 34 Jahre
  • Verbreitung: Molukken, Indonesien
  • Lebensraum: Dichte und lichte Wälder
  • Artbestand: Stark gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Kakadus
  • Art: Weißhaubenkakadu (Cacatua alba)

Aussehen

Der fast ganz weiße Kakadu ist nur an den Unterseiten der Flügel und des Schwanzes gelb. Der große Schnabel und Füße sind wie auch die Augen des Männchens und der Jungvögel dunkelgrau bis schwarz. Beim Weibchen sind die Augen rotbraun.

Nachwuchs und Aufzucht

Der Weißhaubenkakadu brütet in den Höhlen sehr hoher Bäume. Über den Brutverlauf weiß man Einzelheiten nur von Vögeln in menschlicher Pflege. Beide Partner brüten abwechseln die zwei bis drei Eier innerhalb von 28 bis 30 Tagen aus. Mit elf bis zwölf Wochen sind die Jungen flügge und verlassen die Nisthöhle. Einen ganzen Monat lang werden sie von den Eltern noch gefüttert und geführt. 

Lebensweise und Verhalten

Die Weißhaubenkakadus stammen von den nördlichen Molukken, von denen Halmahera die bekannteste ist. Dort leben sie im Flachland und in den Hügeln bis in Höhen von 600 Meter. Sie halten sich meistens paarweise oder in kleinen Flügen in den Kronen der Bäume auf und ernähren sich dort von Samen, Früchten, Trieben und Rinde. Wenn sie auf den Boden, in Plantagen, Gärten und auf die Felder kommen, sichern sie sich gegenseitig vor möglichen Angreifern. 

Kommunikation

Aus der Natur kennt man bisher nur ihr raues, sehr lautes Kreischen. Bei der Einzelhaltung und als Paar lassen die Weißhaubenkakadus weiches, tremolierendes Gezwitscher hören. Sie können auch Pfeifen, Sprechen und Kunststücke lernen, die sie dann während der Balz vorführen. 

Ernährung

Neben verschiedenen Samen, Nüssen, Beeren und Blüten mag der Weißhaubenkakadu Kokosnüsse. Zur Pflege eignet sich ein Papageien-Futtergemisch mit vielen mehlhaltigen und nur wenigen ölhaltigen Samen. Mit wenigen Nüssen erhält er diese „Fettmacher“ bloß als Leckerbissen. Der Weißhaubenkakadu nimmt gerne vielerlei Grünfutter, Salat, Obst, Gemüse, Beeren und frische Zweige zum Benagen. Für die Aufzucht der Jünglinge sind ein Weichfutter mit einem Kalk-Mineralien-Gemisch und Keimfutter nötig. Trinkwasser ist täglich frisch zu reichen. Als Bad braucht er Wasser aus einer Sprühflasche oder als Dusche. 

Haltung

Für eine artgerechte Unterbringung sind Weißhaubenkakadus in einer großen Innen-/Außenvolieren-Kombination zu halten. Eine lange Nisthöhle in einem Baumstamm oder Kasten hilft, die Brutlust der Vögel anzuregen. Diese Kakadus haben nicht nur einen sehr starken Schnabel, sondern auch ein großes Nagebedürfnis. Die Voliere oder der Käfig sollten daher sicher und aus starkem Metall errichten werden. Ihre Zucht ist erstmals 1960 in den USA gelungen. Seitdem wird er von zahlreichen Liebhabern erfolgreich gezüchtet. 

Hätten Sie’s gewusst?

Wie bei einigen Amazonen, Aras und Kakadus wählt sich der Weißhaubenkakadu einen Menschen der Familie als seinen "Ersatzpartner" aus. Die anderen Familienmitglieder werden zwar „im Schwarm“ geduldet, doch nur "Auserwählte"  genießt sein volles Vertrauen.
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