Steckbrief Rotohrbülbül | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Rotohrbülbül

Seine Heimat reicht von Indien bis Süd-China und Malaysia. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Rotohrbülbül.
 
Steckbrief Rotohrbülbül © ruf FOTOART / Fotolia
Rotohrbülbüls nehmen täglich ein ausgiebiges Bad.

Steckbrief

  • Körperlänge: 18 - 20 cm
  • Gewicht: 25 - 31 g
  • Lebenserwartung: 8 - 16 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien
  • Lebensraum: Dichte Wälder, Plantagen, Parks, Gärten
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Bülbüls
  • Gattung: Pycnonotus
  • Art: Rotohrbülbül (Pycnonotus jocosus)

Aussehen

Männchen und Weibchen des Rotohrbülbüls sind gleich gefärbt. Seine kesse Haube ist, wie die obere Gesichtshälfte, der Nacken und sein mehr oder weniger vollständiges Brustband, schwarz gefärbt. Auch die Augen, der Schnabel und die Füße sind schwarz. Für seinen Namen ist ein roter Ohrfleck verantwortlich. Seine Oberseite ist von mittlerem bis dunklem Braun. Ein Wangenfleck, die Kehle, Brust, Bauch und Enden der Schwanzfedern sind weiß. Nur die Unterschwanzdecken zeigen sich orangefarben.

Nachwuchs und Aufzucht:

Meistens wird das feste Napfnest in eine Astgabel gesetzt. Häufig baut das Pärchen  auch in Mauerlöcher, auf Balken oder unter Strohdächern. Den Nestbau übernimmt hauptsächlich das Weibchen. Dazu werden Wurzelfasern, Gräser, Moos und Reisig verwendet. Nach knapp einer Woche ist das Nest fertig und die zwei bis drei, seltener auch vier Eier sind weißlich mit roten und braunen Flecken und Kritzel, vor allem am stumpfen Pol. Das Weibchen brütet alleine und nach zwölf bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Nestkontrollen werden oft nicht übel genommen. Manche Paare werfen die Eier oder Küken allerdings sofort aus dem Nest. Das kann auch den Jungen passieren, wenn den Eltern nicht gleich genügend kleines Lebendfutter angeboten wird. Frisch gehäutete Mehlkäferlarven und die bedeutend kleineren Getreideschimmelkäferlarven wie auch Ameisenpuppen werden sofort genommen und an die Kleinen verfüttert. Später sind Wachmottenlarven, Pinkys, Grillen, Heimchen und Wiesenplankton gute Ergänzungen. Auch Obst wie Bananen-, Apfel- und Birnenstückchen werden den Nestlingen verfüttert. Bei guter Fütterung, an der sich das Männchen eifrig beteiligt, wachsen die Jungen schnell heran. Im Alter von 13 oder 14 Tagen verlassen sie das Nest. Danach werden sie noch drei bis vier Wochen von den Eltern gefüttert, nehmen aber auch selbst immer öfter Nahrung auf.

Lebensweise und Verhalten

Seine Heimat reicht von Indien bis Süd-China und Malaysia. Er lebt in lichten Wäldern, gebüschreichem Gelände, an Wald- und Feldrändern sowie in den Gärten und Parks der Dörfer und Großstädte. Er ist sowohl in Meereshöhe wie auch in hügeligem Land und sogar in den Bergen bis zu einer Höhe von etwa 2.500 Meter anzutreffen. Oft ist er in Gruppen auf Nahrungssuche unterwegs. In manchen Gegenden seiner Heimat lebt er so nah beim Menschen, dass er seine Scheu weitgehend verloren hat. Hier gibt er sich neugierig, frech und sehr zutraulich. Um durch Größe Eindruck zu schinden oder während eines Sonnenbades stellt der Rotohrbülbül gerne seine Rückenfedern auf. Dabei sind oft auch das Kehl-, Brust- und Bauchgefieder beteiligt.

Kommunikation

Er hat einen angenehm flötenden, fröhlichen und abwechslungsreichen Gesang. Den lässt das Männchen gerne von der höchsten Stelle eines Busches oder kleinen Baumes hören. Um sein Revier abzustecken, wechselt es seine Singwarten.

Ernährung

Bäume und Büsche werden ihrer Früchte, Beeren, Blüten und ihres Nektars wegen aufgesucht. Diese eignen sich gleichzeitig zum Sammeln von Insekten. Der Rotohrbülbül nimmt neben frisch gehäuteten Mehlkäferlarven auch die des Getreideschimmelkäfers. Wachsmotten und viele andere Insekten sind ebenso wie gutes Weichfutter sehr beliebt. Dem kann klein geschnittener Salat, Blütenpollen und Futterkalk beigemischt werden. Obst lässt sich zu jeder Jahreszeit beschaffen. Neben dem oben Erwähnten nehmen sie gerne Orangen, Pfirsiche, Melonen, Weintrauben, Kirschen, Beeren von Ebereschen, Feuerdorn, Holunder und Weißdorn zu sich. Sogar an Körnerfutter für Exoten gehen manche Rotohrbülbüls, besonders an gekeimtes.

Haltung

Die Rotohrbülbüls fühlen sich in einer Innen-Außernvoliere, die mit Gebüsch ausgestattet ist, am wohlsten. Die Gartenvoliere braucht einen mäßig warmen Innenraum, den manche Paare für ihre Brutabsichten vorziehen. Sind sie nicht in Brutstimmung, können sie mit Artgenossen und anderen Vögeln – auch kleineren – zusammen untergebracht werden. Sie sind angenehme, friedliche Pfleglinge, die mit ihrem munteren Wesen, den Farben und dem fröhlichen Gesang eine Volierengesellschaft bereichern.

Hätten Sie's gewusst?

Rotohrbülbüls nehmen täglich ein ausgiebiges Bad. Deshalb sollte das Badewasser so sauber wie das Trinkwasser sein und möglichst in einer großen Schale angeboten werden. 
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