Steckbrief Sonnenvogel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Sonnenvogel

Der Sonnenvogel, auch Chinanachtigall genannt, kommt nicht nur im Süden Chinas, sondern auch in Hinterindien und im Norden Indiens bis ins nordwestliche Himalajagebiet vor. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Sonnenvogels.
 
© Zhihua Wu / Fotolia
Ein Sonnenvogel-Pärchen hält treu zusammen.

Steckbrief

  • Körperlänge: 14 - 16 cm
  • Gewicht: 18 - 30 g
  • Lebenserwartung: 12 - 18 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien
  • Lebensraum: Wälder, Unterholz, Dickichte
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Timalien
  • Gattung: Leiothrix
  • Art: Sonnenvogel (Leiothrix lutea)

Aussehen

Schon die jungen Männchen sind an den leuchtenden Farben, besonders am kräftigeren Gelb der Flügelsäume, der Kehle und am grünlicheren Oberkopfgefieder zu erkennen. Die Weibchen behalten einen graueren Scheitel. Die Jungvögel sind einfarbig dunkelgrau gefärbt, mausern aber schon im Alter von drei Monaten in das Erwachsenenkleid. Ganz sichere Unterscheidungshilfen sind die verschiedenen Rufe, denn schon im Alter von zwei bis drei Monaten beginnen die Männchen ihre melodische Stimme zu erproben.

Nachwuchs und Aufzucht

Der Neststandort wird vom Männchen gewählt, zumeist im dichtesten Gebüsch in Bodennähe. Er kann jedoch sehr verschieden hoch, in Stammnähe oder auf einem ausladenden Zweig sein. Das napfförmige Nest wird oft nicht sonderlich fest gebaut. Das Gelege besteht aus drei bis vier Eiern, die zwölf Tage lang bebrütet werden. Nach weiteren zwölf Tagen verlassen die Jungen bereits das Nest. Sie verbergen sich anfangs im dichten Gebüsch, wo sie noch lange von ihren Eltern gefüttert werden.

Lebensweise und Verhalten

Der Sonnenvogel, auch Chinanachtigall genannt, kommt nicht nur im Süden Chinas, sondern auch in Hinterindien und im Norden Indiens bis ins nordwestliche Himalajagebiet vor. Den Namen „Sonnenvogel“ verdankt er seinem Sonnenhunger, da er nimmt oft mit großem Behagen und weit gespreizten Sonnenbäder nimmt. Er bewohnt Wälder und Uferdickichte, in denen er sich in Bodennähe aufhält. Geschickt huscht er durchs Gebüsch und hinauf bis in die Baumwipfel, sucht nach Insekten, deren Raupen, Spinnen, Beeren, Früchten, zarten Trieben und frischreifen Sämereien. Oft ist er dabei in Gesellschaft von Artgenossen und anderen Frucht- und Insektensuchern.

Kommunikation

Die Vögel halten ständig Rufkontakt zueinander. Ihr gemeinsamer Stimmfühlungslaut ist ein leises "tärr-tärr", das Männchen und Weibchen gleichermaßen verlauten lassen. Der Lockruf ertönt vom Männchen, wenn sich beide Partner etwas mehr voneinander entfernt haben. Ähnlich ist auch sein Gesang, der mit aufgeplustertem Gefieder und Flügelgeflatter vorgetragen wird. Er besteht aus einer Reihe sehr wohlklingender, auf- und absteigender Flötentöne.  Diese Laute werden sehr laut, kraftvoll und schnell vorgetragen und oft wiederholt. Das Weibchen antwortet auf diesen Rufgesang mit "schuk-schuk-schuk". Da beide sehr geschwätzig sind, ist dieser hübsche Dialog den ganzen Tag über und zu allen Jahreszeiten zu
vernehmen.

Ernährung

Es gibt Weichfutter für Chinanachtigallen zu kaufen. Dieses kann pur oder abwechselnd mit Magerquark, hart gekochtem Ei oder zerdrückten Früchten flockig verrührt werden. Frisch gehäutete Mehlwürmer sollten wegen der harten Chitinhaut täglich nur bis acht Stück gegeben werden. Zur Jungenaufzucht sind außerdem verschiedene Iebende Insekten und deren Larven notwendig: Ameisenpuppen, Larven der Getreideschimmelkäfer und der Wachsmotten, Fliegenmaden, kleine Grashüpfer, Heimchen, Grillen, Spinnen, ferner fein zerhacktes Rinderherz oder ein Meisenknödel. Außerdem können Äpfel, Birnen, Bananen, Weintrauben, 0rangen, Mandarinen, Salatgurken, Feigen, Petersilie, Salat, Vogelmiere und anderes Grünzeug angeboten werden. Alles sollte gut gewaschen und fein geschnitten werden. Vogel-, Holunder- und Himbeeren sind ebenfalls begehrt und bieten im Spätsommer und Herbst eine willkommene Abwechslung. Mineralstoffe werden in Form eines Kalkpräparats dem Weichfutter beigemischt oder auf die Früchte gestreut. Trlnk- und Badewasser ist täglich frisch zu reichen.

Haltung

Ein  Sonnenvogel-Pärchen hält treu zusammen. Die Partner kraulen sich gegenseitig, schlafen dicht aneinander gekuschelt und rufen sich gegenseitig, wenn sie sich aus den Augen verlieren. Ihrer Bewegungsfreude muss durch einen Käfig, der wenigstens 100 x 60 x 50 cm oder größer ist, Rechnung getragen werden. In einer Zimmer- oder Gartenvoliere zeigen sie noch mehr ihr natürliches Verhalten und sind ruhige, fleißige Sänger. Zur Einrichtung gehören verschieden starke Äste und Zweige. In Volieren sollten möglichst auch lebende Pflanzen eingebracht werden. In ihrer "Deckung" fühlen sich die Vögel wohl und schreiten darin auch leicht zur Brut. Ihre Zucht ist schon wiederholt gelungen. Ein Pärchen sollte dann alleine gehalten werden. Sonnenvögel sind zwar untereinander friedlich, stören aber andere Vögel bei der Brut. Sie stehlen deren Nistmaterial und vergreifen sich an den Eiern und Jungen. Ihre eigenen Jungen lassen nur dann verhungern, wenn sie sich durch den Menschen zu sehr gestört fühlen. Also Vorsicht beim Hantieren am Nest! Oder die Neugier unterdrücken und Nestkontrollen ganz unterlassen.

Hätten Sie’s gewusst?

Auch als Pärchen können Chinanachtigallen sehr zutraulich werden.
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