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Wildtier-Lexikon: Elch

Elche leben in den Wäldern und Sumpfgebieten von Nordamerika und Nordeuropa bis Nord- und Ostasien. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Elch © Flyfisher / Fotolia
Elche nehmen jeden Tag 10 bis 30 kg Nahrung zu sich

 Steckbrief

  • Körperlänge: 240 - 310 cm
  • Gewicht: 200 - 1000 kg
  • Lebenserwartung: 10 - 15 Jahr
  • Verbreitung: Nordamerika, Nordeuropa bis Nord- und Ostasien, Baltikum
  • Lebensraum: Wälder, Sumpfgebiete, Taiga
  • Artbestand: nicht gefährdet


Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Hirsche
  • Gattung: Alces
  • Art: Elch (Alces alces)


Aussehen

Der Elch hat einen massigen Körper mit einem langen Kopf, langen Beinen und einem eher kurzen Schwanz. Sein Fell ist schwarz-braun, Kälber haben eine rot-braune Fellfärbung. Die Besonderheit der Elche ist der lange Kehlbart. Bullen tragen ein Geweih, das bis zwei Meter breit werden kann. Zwischen Januar und Februar wird es jedes Jahr abgeworfen und wächst neu nach. Elchkühe haben kein Geweih, wie es bei den anderen Hirscharten auch der Fall ist. Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die große, überhängende Oberlippe. Breite Hufe ermöglichen es den Elchen, sich auch auf sumpfigem Untergrund gut bewegen zu können. Elchkühe sind in der Regel kleiner und wiegen nur die Hälfte ihrer männlichen Artgenossen. Die Arten, die am größten werden, sind der Alaska-Elch und der Kamschatka-Elch.


Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarungszeit der Elche ist der Herbst. Während der Brunftzeit stoßen männliche Elche laute Schreie aus und folgen der Duftspur der Weibchen. Nach der Paarung zieht das Männchen sofort seiner Wege. Die Tragzeit beträgt etwa acht Monate. Meist wird nur ein Elchkalb geboren, selten auch zwei. Nach der Geburt wiegt ein Kalb etwa zehn Kilogramm und sein Fell ist rötlich gefärbt. Schon nach wenigen Stunden kann das Jungtier der Elchkuh folgen und bleibt dann ungefähr ein Jahr lang bei seiner Mutter. Sobald eine neue Geburt ansteht, vertreibt die Mutter das Junge. Mit eineinhalb Jahren ist das Jungtier geschlechtsreif. Ausgewachsen sind Elche erst mit acht bis zehn Jahren.


Lebensweise und Verhalten

Elche sind Einzelgänger und tagaktiv. Sie bewohnen Reviere, die etwa 500 Hektar umfassen und gegen Artgenossen mit Kämpfen verteidigt werden, bei denen die Kontrahenten oft schlimme Verletzungen davontragen. In der Winterzeit verlassen die Elche die Tundra und wandern in das Waldland, die Taiga. Oft legen sie dabei mehrere hundert Kilometer zurück. Um der jährlichen Mückenplage zu entgehen, ziehen die Elche in Skandinavien sogar ins Gebirge und steigen bis zu 1000 Meter Höhe auf. Die Tiere sind auch gute Schwimmer und können auf ihren Wanderungen längere Strecken im Wasser zurücklegen. Bei Wanderungen kommt es vor, dass sich Gemeinschaften von bis zu 50 Tieren zusammenfinden. Diese bestehen aber aus losen Verbänden, es gibt keinen starken Rudelzusammenhalt. Während der Paarungszeit dulden weder Männchen noch Weibchen Geschlechtsgenossen um sich.


Ernährung

Elche sind Pflanzenfresser, ihr Nahrungsspektrum ist jedoch breit gefächert. Hauptsächlich fressen sie dünne Zweige, Blätter und Knospen von Laubbäumen. Aber auch Gräser, Kräuter, Moose und Flechten gehören zu ihrer Ernährung. Mit der breiten, überhängenden Oberlippe gelingt es ihnen leicht, Blätter von den Bäumen abzustreifen. Futter vom Boden aufzunehmen ist jedoch schwierig für die Tiere: Bedingt durch ihren kurzen Hals können sie den Grund nur durch das Spreizen der Vorderbeine oder durch Hinknien erreichen. Selbst im Wasser finden sie Pflanzen, z.B. Seerosen, die auf ihrem Speiseplan stehen. Dafür tauchen sie sogar mit dem Kopf unter die Wasseroberfläche. Um ihren täglichen Kalorienbedarf zu decken, verbringen Elche zwei Drittel ihrer Zeit mit der Suche nach etwas Fressbaren. Je nach Unterart und Gebiet nehmen die Tiere jeden Tag zehn bis 30 Kilogramm Nahrung zu sich.


Hätten Sie's gewusst?

Obwohl sich Elche normalerweise eher gemütlich fortbewegen, können sie in Gefahrensituationen bis zu 60 Stundenkilometer schnell laufen.



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