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Wildtier-Lexikon: Erdmännchen


Bei Erdmännchen gibt es immer einen Späher. Er warnt die Gruppe mi einem schrillen Laut vor Feinden. Blitzschnell verschwinden sie dann in den schützenden Bau. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Erdmännchen © animals-digital.de
Um die Erziehung und Versorgung der Jungtiere kümmert sich die ganze Kolonie

Steckbrief

  • Körperlänge: 25 - 33 cm
  • Gewicht: 0,6 - 1,0 kg
  • Lebenserwartung: 5 - 12 Jahre
  • Verbreitung: im Süden Afrikas
  • Lebensraum: Savanne und Halbwüste
  • Artbestand: nicht gefährdet


Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Mangusten
  • Gattung: Suricata
  • Art: Erdmännchen (Suricata suricatta)


Aussehen

Erdmännchen haben einen sehr schlanken Körperbau. Weil sie bei der Nahrungssuche energisch in der Erde scharren, werden sie oft auch als "Scharrtiere" bezeichnet. Zum Graben nutzen sie ihre kräftigen Vorderpfoten, die mit vier Zehen und extra langen Krallen bestückt sind, als "Schaufeln".

Das drahtige Fell der Tiere ist je nach Lebensraum hellgrau bis sandfarben gefärbt und bietet den Erdmännchen in ihrem meist trockenen und felsigen Lebensraum eine gute Tarnung. Das Gesicht ist etwas heller als der restliche Körper. Um die Augen, sowie an Nase, Ohren und Schwanzspitze ist das Fell schwarz. Über den Rücken verlaufen dunklere Querstreifen. Der Schwanz kann bis zu 25 Zentimeter lang sein.


Fortpflanzung und Entwicklung

Erdmännchen paaren sich das ganze Jahr über. Nach einer Tragezeit von etwa elf Wochen werden zwei bis vier Jungtiere geboren. Ihre Augen und Ohren sind anfangs noch verschlossen, und auch die Behaarung ist noch sehr dünn und wird erst mit der Zeit dichter. Wenn sie zirka sechs Wochen alt sind, werden sie vom Muttertier an festes Futter gewöhnt. Um die Erziehung und Versorgung der Jungtiere kümmert sich die ganze Kolonie. Nach etwa einem Jahr werden die Erdmännchen geschlechtsreif.


Lebensweise und Verhalten

Die possierlichen Tiere sind tagaktiv und leben in Kolonien von 20 bis 30 Mitgliedern, unter denen die Aufgaben genau verteilt sind: Während einige Tiere auf Nahrungssuche gehen oder sich um den Höhlenbau kümmern, stellen sich die anderen als Wachposten auf, um ihre Gruppe vor Angriffen von Greifvögel und anderen Feinden zu warnen. Dabei sitzen die aufmerksamen Späher meist auf den Hinterfüßen. Gibt es einmal nichts zu tun, kann man die Erdmännchen auch beim Sonnenbaden beobachten. Das gesamte Leben der Gruppe spielt sich in der Nähe ihrer Behausungen ab, die bis zu drei Meter tief in die Erde gegraben sein können. Oft übernehmen die Mangusten auch bestehende Bauten von Erdhörnchen.


Sinnesleistungen

Besonders gut ausgeprägt sind bei den Erdmännchen der Geruchssinn und das Sehvermögen: Greifvögel wie Geier, die zu ihren schlimmsten Feinden gehören, bemerken sie beispielsweise schon, wenn das menschliche Auge sie nur als schwarzen Punkt am Himmel wahrnimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren können sie auch Farben unterscheiden. Ihr Gehör dagegen ist offenbar nicht so gut ausgebildet: Erdmännchen tun sich sehr schwer festzustellen, aus welcher Richtung Töne kommen.


Kommunikation

Ein schriller Ruf oder lautes Keckern bei Gefahr oder Angriffen reicht aus. Blitzschnell verschwinden sämtliche Erdmännchen in Hörweite im schützenden Bau. Während sie im Sand nach Essbarem suchen, sind oft gurrende Laute zu hören, die andere Artgenossen anlocken. Kommt ihnen ein Feind oder ein Konkurrent zu nahe, drehen sich die Erdmännchen auf den Rücken, strecken ihm ihre Krallen entgegen und blecken die Zähne. Um größer zu wirken, sträuben sie bei Auseinandersetzungen auch das Fell und richten den Schwanz steil auf. Mit gesenktem Kopf und Knurren versuchen sie dann, den Gegner einzuschüchtern.


Ernährung

Das ständige Scharren in der Erde dient den Erdmännchen zur Nahrungssuche. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern, kleinen Säugetieren und Echsen, Schlangen und manchmal auch toten Vögeln und Eiern. Um lebende Beute zu töten, wird sie meist gebissen und geschüttelt. Unter den kleinen Mangusten herrscht großer Futterneid. Entschlossen und aggressiv verteidigen sie ihre Beute vor Rivalen. Sobald das Nahrungs-Angebot rund um die Behausung der Kolonie erschöpft ist, sucht sich die ganze Gruppe einen neuen Platz.


Hätten Sie's gewusst?

Um beim Graben in den staubigen und sandigen Böden keinen Schmutz in die Ohren zu bekommen, können die Erdmännchen diese verschließen.



 

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Fotos: 
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