Wildtier-Lexikon: Gnu | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Gnu

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Gnu © animals-digital.de
Steckbrief
  • Körperlänge: 200 cm
  • Gewicht: Weibchen: 160 - 210 kg, Männchen: 200 - 270 kg
  • Lebenserwartung: 18 Jahre
  • Verbreitung: Afrika
  • Lebensraum: Savanne
  • Artbestand: nicht gefährdet (Streifengnu); 10.000 (Weißschwanzgnu)
Systematik
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Hornträger
  • Gattung: Gnus (Connochaetes)
  • Art: Streifengnu (Connochaetes taurinus), Weißschwanzgnu (Connochaetes gnou)
Aussehen

Streifengnus sind groß und kräftig gebaut. Sie können bis zu zwei Meter lang und fast 300 Kilogramm schwer werden. Der Kopf ist schmal, aber groß, und mit einer breiten Schnauze sowie einer ausgeprägten Stirn versehen. Stirn und Nasenrücken sind von einem dichten, schwarzen Haarpolster bedeckt. Vom Nacken bis zur Schulter läuft eine lange, schwarze Mähne, und an der Unterseite des Halses haben Gnus einen schwarzen Bart. Die Rückenlinie fällt deutlich hab. Der lange Schwanz ist mit einer schwarzen Quaste versehen. Beide Geschlechter tragen geschwungene Hörner, die bei den Weibchen deutlich kleiner sind. Das Fell ist beige bis braun oder grau. Vom Hals bis zum Hinterteil verlaufen dunkle Querstreifen. Weißschwanzgnus sind etwas kleiner als Streifengnus und haben ein dunkelbraunes Fell. Die Quaste am Schwanz ist sehr lang und weiß.

Fortpflanzung und Entwicklung

Geschlechtsreife Männchen bilden während der Paarungszeit Reviere. Diese markieren sie mit einem körpereigenen Sekret. Männliche Rivalen werden aus dem Revier vertrieben, vorbeiziehende Weibchen werden gedeckt. Das Weibchen ist acht bis neun Monate trächtig. Dann bringt es ein Junges zur Welt. Alle Gnus werfen fast gleichzeitig innerhalb von wenigen Wochen vor der Regenzeit. Dabei wird ein gebärendes Weibchen von anderen Weibchen vor Raubtieren beschützt. Das Junge ist hellbraun und folgt bereits wenige Minuten nach der Geburt der Mutter. Im Alter von zwei Wochen beginnt das Gnukalb, Gras zu fressen. Mit vier bis fünf Monaten werden sie entwöhnt. Junge Weibchen bleiben in der Gruppe ihrer Mutter, Männchen werden vertrieben und schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen. Weibchen werden bereits mit zwei Jahren geschlechtsreif, die Männchen erst ein bis zwei Jahre später.

Lebensweise und Verhalten

Gnus sind sehr gesellig und leben in Herden zusammen. Weibliche Tiere und ihr Nachwuchs leben in Gruppen von zehn bis 35 Tieren. Sie bewohnen ein Gebiet von zwei bis drei Quadratkilometern Fläche. Dieses Gebiet umfasst mehrere Reviere von Bullen. Die Gnubullen sind Einzelgänger und bewohnen ein festes Revier, das sie erbittert gegen andere Bullen verteidigen. Bei Auseinandersetzungen gehen die Bullen auf die Knie und kämpfen mit den Hörnern. Diese Kämpfe sind meist unblutig. Junge Bullen leben in lockeren Gruppen, die sie jedoch verlassen, sobald sie geschlechtsreif werden. Gnus sind tagaktiv. Sie nutzen besonders die kühlen Morgen- und Abendstunden zum Grasen und ruhen nachts im Schutz der Herde.

Ernährung

Gnus sind reine Vegetarier. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern. Diese Pflanzen machen 95 Prozent ihrer Ernährung aus. Da Gnus besonders kurze Gräser lieben, sind sie oft in der Nähe von Elefanten und Zebras zu finden, die die längeren Gräser bevorzugen. Nur wenn sie kein Gras vorfinden, fressen Gnus auch kleine Zweige und Blätter. Wasser ist sehr wichtig: Sie müssen täglich trinken und können schon nach fünf Tagen verdursten. Für frisches Wasser wandern die Tiere bis zu 50 Kilometer.

Hätten Sie's gewusst?

Gnus sind in der Regel sesshaft. In der Serengeti sind sie jedoch jedes Jahr für ein einzigartiges Naturphänomen verantwortlich. Auf der Suche nach Wasser machen sich über eine Million Gnus auf die Wanderung zum Mara-River. Sie werden von 600.000 Zebras, Gazellen und Antilopen begleitet. Diese riesigen Herden sind ein atemberaubendes Bild, das viele Touristen in die Serengeti lockt.

 
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren