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Wildtier-Lexikon: Parmakänguru

Das Parmakänguru oder Parmawallaby zählt zu den kleinsten Vertretern der Kängurus. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Parmakänguru © Chad Davis / iStockphoto
Eine Kängurumutter kann mindestens drei Junge gleichzeitig ernähren.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 45 - 52 cm, Männchen: 48 - 53 cm
  • Gewicht: Weibchen: 3,2 - 4,8 kg, Männchen: 4,1 - 5,9 kg
  • Lebenserwartung: 6 bis 8 Jahre
  • Verbreitung: Süd-Ost Australien
  • Lebensraum: trockene Wälder mit viel Unterholz
  • Artbestand: gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Diprotodontia
  • Familie: Kängurus
  • Gattung: Macropus
  • Art: Parmawallaby / Parmakänguru (Macropus parma)

Aussehen

Das Parmakänguru oder Parmawallaby zählt zu den kleinsten Vertretern der Kängurus. Sein Fell ist an der Oberseite rötlich oder graubraun gefärbt. Die Unterseite ist hellgrau. Außerdem besitzt das Parmakänguru weiße Brust- und Kehlregionen und einen dunklen Rückenstreifen. Die Hinterbeine sind deutlich länger und kräftiger als die Vorderbeine. Sowohl Weibchen als auch Männchen besitzen einen Beutel.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarungszeit der Parmakängurus liegt zwischen März und Juli. Nach einer Tragzeit von rund 35 Tagen bringt das Weibchen ein Junges zur Welt. Die Jungen werden als unfertige Embryos geboren. Sie sind winzig, rosa, nackt und haben ein Gewicht von unter einem Gramm. Nach der Geburt findet der Embryo, auf einer von der Mutter ins Bauchfell geleckten Spur, selber in den Beutel. Dort verbringt es seine ersten 30 Lebenswochen und wird über Milchzitzen gesäugt. Nach 44 Wochen wird es von der Mutter entwöhnt. Kurz nach der Geburt paart sich das Känguruweibchen erneut. Der neue Embryo wächst heran, wenn das Jungtier entwöhnt ist. So können Parmakängurus eine rasche Geburtsfolge sicherstellen. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit ein bis drei, beim Männchen mit zwei Jahren ein.

Lebensweise und Verhalten

Parmakängurus sind scheue Tiere. In der Dämmerungs- und Nachtzeit verlassen sie die Wälder um zu Grasen. Parmawallabys leben in der Regel einzelgängerisch. Sie finden sich aber manchmal zu Gruppen zusammen. Die einzige länger dauernde Beziehung besteht zwischen Mutter und Jungtier. Den Tag verbringen Parmakängurus im Wald. Bei heißer Witterung oder, wenn das Känguru aufgeregt ist, beleckt es häufig seine Unterarme und Hände.

Ernährung

Parmakängurus sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Gräsern und Kräutern.

Hätten Sie's gewusst?

Eine Kängurumutter kann mindestens drei Junge gleichzeitig ernähren. Das erste ist das älteste, das nicht mehr im Beutel ist, aber noch gesäugt wird. Das zweite, das sich gerade im Beutel befindet und von der zweiten Milchdrüse ernährt wird und ein Drittes, das noch ungeboren im Bauch ist. Die Australier nennen die Jungtiere des Kängurus auch "Joey".
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