Wildtier-Lexikon: Steinmarder | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Steinmarder

Der Steinmarder hat einen langgestreckten, schlanken, aber dennoch kräftigen Körper.  Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Steinmarder © Image courtesy of AKARAKINGDOMS at FreeDigitalPhotos.net
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Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 40 - 44 cm, Männchen: 45 - 50 cm
  • Gewicht: Weibchen: 1,2 - 2 kg, Männchen: 1,5 - 2,4 kg
  • Lebenserwartung: 10 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Asien
  • Lebensraum: Wiesen, Gebirge
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Marder
  • Gattung: Echte Marder
  • Art: Steinmarder (Martes foina)

Aussehen

Der Steinmarder hat einen langgestreckten, schlanken, aber dennoch kräftigen Körper. Seine kurzen, stämmigen Beine enden in kleinen, festen Füßen; die Fußsohlen sind unbehaart. Der Hals des Steinmarders ist kurz. Der Kopf hat eine dreieckige Form und ist mit einer spitzen Schnauze, großen, dunklen Augen und runden Ohren versehen.

Der Nasenspiegel ist in einem hellen Rosa gefärbt. Der Steinmarder hat einen struppigen Schwanz, der bis zu 30 Zentimeter lang werden kann. Das raue Fell ist grau- bis schokoladenbraun. An der Kehle hat der Steinmarder einen weißen Fleck, der sich bis auf die Vorderbeine erstrecken kann.

Fortpflanzung und Entwicklung

Steinmarder paaren sich zwischen Juni und August. Beim Paarungsakt verbeißt sich das Männchen im Nacken des Weibchens. Der Geschlechtsakt dauert bis zu 40 Minuten. Ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen. Nach einer etwa siebenmonatigen Keimruhe ist das Weibchen einen Monat trächtig und bringt im Frühling zwei bis fünf Junge zu Welt. Bei Weibchen, die in sehr warmen Gebieten leben, kann die Keimruhe auch entfallen. Sie gebären ihre Jungen dann schon nach wenigen Wochen.

Die Neugeborenen werden nackt und blind geboren und sind völlig hilflos. Erst nach einem Monat öffnen sie ihre Augen. Sie werden zwei Monate lang von der Mutter gesäugt. In dieser Zeit bleiben sie ausschließlich im geschützten Bau der Mutter. Danach begleiten die Jungen das Weibchen auf der Nahrungssuche. Im Herbst werden sie selbstständig und verlassen die Mutter, leben aber noch einige Zeit im selben Gebiet. Im Alter von ein bis zwei Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Der Steinmarder ist nachtaktiv. Tagsüber schläft er in geschützten Verstecken. Das können Steinhaufen und verlassene Bauten anderer Tiere, aber auch Ställe oder Dachböden sein. Sein Nest polstert der Steinmarder mit Federn, Moos und Laub aus. Er ist sehr reinlich und legt sich in seinem Nest eine abgetrennte Toilette und eine Speisekammer an. Nachts geht er auf die Jagd. Obwohl der Steinmarder sehr gut klettern kann, hält er sich am liebsten auf dem Boden auf.

Steinmarder sind Einzelgänger. In ihren Streifgebieten dulden sie keine anderen Steinmarder. Nur während der Paarungszeit suchen sie Kontakt zu Artgenossen. Der Steinmarder wird als Kulturfolger bezeichnet, da er schon lange in der Nähe von Menschen lebt – hauptsächlich, weil er dort ein großes Nahrungsangebot vorfindet.

Sinnesleistungen

Der Geruchssinn des Steinmarders ist hervorragend ausgeprägt. Er kann Nahrung selbst unter einer dicken Schneeschicht aufspüren. Der Sehsinn ist ebenfalls gut ausgebildet, auch wenn der Steinmarder wahrscheinlich keine Farben sehen kann. Auch das Gehör ist gut entwickelt und spielt eine wichtige Rolle bei der Nahrungssuche.

Ernährung

Bei der Nahrungsauswahl ist der Steinmarder nicht sehr anspruchsvoll. Er ist ein flinker und geschickter Jäger und ernährt sich hauptsächlich von Mäusen sowie anderen Kleinsäugern, aber auch Insekten und Vögel stehen auf seinem Speiseplan. Ist das Nahrungsangebot karg, nimmt der Steinmarder auch pflanzliche Nahrung in Form von Früchten oder ähnlichem zu sich. Steinmarder, die in der Nähe von Menschen leben, gehen auch in Hühnerstellen und Taubenschlägen auf die Jagd.

Hätten Sie's gewusst?

Bei der Jagd unterliegt der Steinmarder einem Tötungsreflex. Sieht er ein Beutetier, das sich bewegt, wird bei ihm ein Reflex ausgelöst und er tötet das Tier. Dieser Reflex wird bei jeder Bewegung eines Beutetieres erneut ausgelöst. Sind viele Tiere auf engem Raum, tötet der Steinmarder alle, auch wenn er sie nicht alle fressen kann. Fliegen Hühner oder Tauben beim Anblick eines Steinmarders verängstigt durcheinander, tötet er alle Tiere. Dieses Verhalten hat dem Marder einen schlechten Ruf eingebracht.
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