Wildtier-Lexikon: Tüpfelhyäne | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Tüpfelhyäne

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Tüpfelhyäne © animals-digital.de
Steckbrief
  • Körperlänge: 95 - 180 cm
  • Gewicht: Weibchen: 45 - 70 kg, Männchen: 40 - 60 kg
  • Lebenserwartung: bis 20 Jahre
  • Verbreitung: Ost- und Südafrika
  • Lebensraum: Savanne, Halbwüsten
  • Artbestand: nicht gefährdet
Systematik
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Hyänen
  • Gattung: Crocuta
  • Art: Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)
Aussehen

Die Tüpfelhyäne hat ein gelb-bräunliches Fell, das mit dunklen Flecken überzogen ist. Die Ausprägung der Tupfen ist altersabhängig. Mit der Zeit werden die Tupfen blasser, oft sind sie bei sehr alten Tieren fast gar nicht mehr zu erkennen. Am Kopf, Nacken und dem Schwanz ist das Fell besonders lang, wobei der Schwanz an sich eher kurz ist. Durch die, im Gegensatz zu den Hinterbeinen, langen Vordergliedmaßen und den großen Kopf mit den kleinen, runden Ohren, wirkt ihr Körperbau stämmig und kräftig.

Vor allem der Vorderkörper und im Speziellen der Kiefer ist sehr muskulös. Die Tiere haben große, harte Zähne, mit denen sie ihre Beute leicht zerkleinern und selbst große Knochen zerkauen können. Obwohl das Aussehen der Hyänen dem von Hunden ähnelt, sind sie näher mit den Katzen verwandt. Die Tüpfelhyäne ist die größte und kräftigste Art innerhalb der Familie der Hyänen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Eine feste Fortpflanzungszeit gibt es bei den Tüpfelhyänen nicht, so kann man das ganze Jahr über Jungtiere finden. Die Tragzeit beträgt etwa 110 Tage; meist beinhaltet ein Wurf nur zwei Tiere. Bei ihrer Geburt sind die Kleinen schon relativ weit entwickelt. Ihre Augen sind bereits geöffnet, sie besitzen Zähne und wiegen ein bis 1,5 Kilogramm, doch sind sie noch einheitlich schwarz gefärbt. Die typischen Tüpfel bilden sich nach etwa zwei Monaten aus. Ungefähr ein Jahr werden sie fast ausschließlich von der Mutter gesäugt, erst mit zirka neun Monaten gehen sie das erste Mal mit auf die Jagd und fangen an Fleisch zu fressen. Nach zwei bis drei Jahren werden sie selbst geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Tüpfelhyänen sind Rudeltiere und hauptsächlich nachtaktiv. Ein Rudel kann aus 80 oder mehr Tieren bestehen. Zusammen bewohnen sie ein Revier, das gegenüber anderen Rudeln oder Fleischfressern vehement verteidigt wird. Innerhalb der Gruppe herrscht eine strenge Hierarchie. An der Spitze steht ein dominantes Alphaweibchen, dem das ranghöchste Männchen untergeordnet ist. Tüpfelhyänen können selbst untereinander ein sehr aggressives Verhalten aufweisen, doch bei Gefahr von außen hält der Clan fest zusammen. In ihrem Territorium nutzen sie Höhlen, Büsche und verlassene Bauten anderer Tiere als Unterschlupf.

Sinnesleistungen und Kommunikation

Die Tüpfelhyänen haben ein sehr ausgeprägtes Lautsystem. Besonders bekannt ist das typische Hyänen-Lachen, das oft bei Erregung oder nach einer erfolgreichen Jagd zu hören ist. Eine andere Art der Kommunikation stellen verschiedene Duftsignale dar. Durch die Absonderung eines Sekretes aus einer Analtasche markieren sie ihr Revier. Je nach Zweck der Markierung kann das Sekret weißlich oder schwarz sein. Die Weißliche zeigt die Grenzen des Reviers auf und informiert feindliche Eindringlinge über die Zugehörigkeit des Terrains. Das schwarze Sekret wird oft zum Anzeigen von Nahrungsquellen für die übrigen Rudelmitglieder benutzt.

Ernährung

Tüpfelhyänen sind - im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung - nicht ausschließlich Aasfresser. Vielmehr sind sie aktive Jäger. Bei einer Hetzjagd können sie bis zu 60 Stundenkilometer schnell laufen und diese Geschwindigkeit lange konstant halten, bis die eigentlich schnellere Beute ermüdet. So wird das Tier zum leichten Opfer für das Hyänenrudel. Das Beutetier wird meist an den Hinterläufen gepackt. Einen Tötungsbiss vollziehen die Hyänen nicht; das Tier wird noch lebend ausgeweidet. Die Hauptnahrung besteht aus Zebras, Gnus und anderen Huftieren. Hyänen lassen von ihrer Malzeit nichts übrig, sie fressen Knochen, Kopf, Eingeweide, Fell, sogar Hörner und Hufe werden verspeist.

Hätten Sie's gewusst?

Bei den Tüpfelhyänen nimmt das Weibchen die leitende Funktion innerhalb des Rudels ein. Sie entscheidet mit wem und wann sie sich fortpflanzt. Dabei bevorzugt sie stets ältere Männchen, um Inzucht und genetische Krankheiten zu vermeiden. Männchen, die von keinem Weibchen akzeptiert werden, müssen das Rudel verlassen und ihr Glück an einem anderen Ort versuchen. Dieses "genetische Auswahlverfahren" garantiert den Hyänen überwiegend gesunden Nachwuchs. Foto: www.animals-digital.de
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