Steckbrief: Diskus | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Diskus

Diskusfische leben in ruhigen Verbänden, aus denen sich zur Laichzeit Paare bilden, die ein Revier etablieren. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Diskus.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Als Faustregel für die Unterbringung von Diskusfischen gilt: 50 Liter Wasser pro Fisch.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: Durchmesser mit Flossen bis 10 cm
  • Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
  • Verbreitung: Lateinamerika/Rio Negro und Nebenflüsse
  • Lebensraum: tropische, ruhige Regenwaldflüsse, Schwemmland
  • Lebensweise: in Verbänden, paarweise revierbildend während der Fortpflanzung
  • pH-Wert:  um 6

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
  • Gattung: Diskusfische
  • Art: Echter Diskus (Symphysodon discus)

Aussehen und typische Merkmale

Die drei Arten der ruhigen und scheibenförmigen Fische gelten für viele Aquarianer als die Könige der Zierfische (Grüner, Brauner und Echter Diskus). Die schönsten Farbschläge werden im Rahmen von (internationalen) Wettbewerben gezeigt, bewundert und bewertet. Die Flossen passen sich der runden Körperform an, die Schwanzflosse ist vergleichsweise klein. Die beiden Brustflossen dagegen sind schmal und leicht verlängert. Auf gelben, roten und anderen Grundfarben ist ein meist hellblaues Linienmuster je nach Züchtung unterschiedlich verteilt. Der Echte Diskus ist zusätzlich mit dunklen Vertikalbändern geschmückt, die besonders im Augen- und Schwanzbereich stark ausgeprägt sind. Nur gesunde Diskusfische sind schön rund. Kranke oder von Parasiten geplagte Tiere haben einen spitzen, sog. „Messerrücken“.

Nachwuchs und Aufzucht

Neben Wildfängen sind auch zunehmend Nachzuchten zu erhalten. Die Geschlechter sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Mit etwas Erfahrung lässt sich die Geschlechtsöffnung (Genitalpapille) zur Unterscheidung heranziehen. Nach etwa sieben Monaten werden Diskusfische geschlechtsreif und bilden Paare. Als sog. Elternfamilie bemühen sich beide Partner um die Vorbereitung eines Laichplatzes, indem er sorgfältig gereinigt wird. Sogenannte „Laichkegel“ haben sich in der Zucht bewährt. Hier werden die wenigen hundert Eier abgelegt und von beiden Eltertieren betreut und bewacht. Nach ca. 48 Stunden schlüpfen die Jungfische und ernähren sich zunächst vom Nährschleim am Körper beider Eltern. Nach etwa vier Wochen können die Jungtiere allein zurechtkommen, sollten jedoch in separaten Aufzuchtaquarien untergebracht werden. Die Zucht gelingt nur bei sehr warmen und weichen Wasserbedingungen, in sehr sauberen, also unbelasteten Verhältnissen.

Lebensweise und Verhalten

Diskusfische leben in ruhigen Verbänden, aus denen sich zur Laichzeit Paare bilden, die ein Revier etablieren. Ansonsten sind sie sehr friedlich und können mit einigen anderen Fischarten wie z.B. Panzerwelsen und einigen Salmlerarten vergesellschaftet werden. Sie halten sich in unteren bis mittleren Wasserregionen auf und stehen im natürlichen Lebensraum gern zwischen Steinen und Wurzeln – Pflanzen fehlen in der Regel.

Ernährung

Diskusfische sind carnivor, das heißt, sie ziehen proteinreiches Futter wie Kleinkrebse und Insektenlarven vor. Besonders bei diesen Fischen ist eine maßvolle Fütterung wichtig, vorwiegend mit Lebend- und Frostfutter. Im Handel ist auch spezielles Diskusfutter in Granulatform erhältlich. Um besonders bei diesen schadstoffempfindlichen Fischen Schäden vorzubeugen, sollte Frostfutter unbedingt nach dem Auftauen abgespült werden, um einen zu reichlichen Phosphateintrag ins Wasser und anschließendes Algenwachstum zu vermeiden.

Haltung

Diskusfische sind aufgrund ihrer besonderen Bedürfnissee keine Einsteigerfische. Sie benötigen unbelastete Wasserbedingungen bei vergleichsweise hohen Temperaturen von 27 bis 30° C. Um bei diesen Temperaturen dennoch weiches, leicht saures Wasser dauerhaft zu erhalten, bedarf es einiger Erfahrung seitens des Aquarianers. Damit die attraktiven Fische auch eine gesunde, typische Körperform erhalten, müssen sie in Aquarien mit mindestens 100 cm Kantenlänge mit 50 cm Höhe untergebracht werden. Weicher Bodengrund mit aufgelockerter Struktur aus Wurzeln und Steinen sowie einem Laichkegel charakterisieren ein Diskusaquarium. Viele Aquarianer bringen aus optischen Gründen Pflanzen ein, dazu eignen sich u.a. die robusten Speerblätter (Anubias).

Hätten Sie's gewusst?

Als Faustregel für die Unterbringung von Diskusfischen gilt: 50 Liter Wasser pro Fisch. Auf diese Weise wird ein gesundes Wachstum bei halbwüchsigen und ausgewachsenen Fischen gewährleistet.

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