Steckbrief: Stahlblauer Prachtkärpfling | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Stahlblauer Prachtkärpfling

Auch der Stahlblaue Prachtkärpfling wurde im Rahmen der Neuordnung der Zahnkarpfen anders gestellt. Dennoch wird er häufig weiter unter seinem früheren Namen Aphyosemion gardneri geführt. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Stahlblauen Prachtkärpfling.
 
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Typische Merkmale

  • Körperlänge: 5 - 6,5 cm
  • Lebenserwartung: Saisonfisch, wenige Monate bis ein Jahr
  • Verbreitung: West-Afrika/ Nigeria bis Kamerun
  • Lebensraum: Regenwaldgewässer, Tümpel und Wasserlöcher der Savanne
  • Lebensweise: typischer Killifisch: unverträglich
  • pH-Wert: 6 - 6,5

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
  • Familie: Aplocheilidae
  • Gattung: Fundulopanchax
  • Art: Stahlblauer Prachtkärpfling (Fundulopanchax gardneri)

Aussehen und typische Merkmale

Kennzeichend für diese Art ist der Umfang ihrer Afterflosse: sie ist immer größer als die Rückenflosse. Der Körper ist rund und schlank, wirkt aber eher gedrungen. Der Kopf wirkt ebenfalls rund, die Flossen sind flach. Rücken- und Afterflosse beginnen sehr weit hinten am Körper. Besonders die männlichen Fische zeigen die für Prachtkärpflinge typische sehr bunte Färbung. Diese variiert ein wenig mit den Verbreitungsgebieten der jeweils vier Unterarten. Auf einem kräftig gefärbten grünblauen Untergrund verteilen sich zahlreiche rote Flecken, die einen starken Kontrast zur übrigen Körperfärbung bilden. Rücken- sowie Afterflosse tragen einen roten Streifen, darunter sind die Flossen gelb.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Weibchen dieser interessanten Fische sind sehr unscheinbar hellbraun gefärbt. Das paarungsbereite Männchen jagt die Weibchen heftig durch de Gegend, bevor es zur Paarung kommt. Prachtkärpflinge sind Haftlaicher, sie platzieren ihre Eier an feingliedrigen Pflanzen, dies bei wärmeren Bedingungen als sonst üblich, etwa 24 - 26°C.Trocknet das Gewässer im Rahmen der regelmäßigen Trockenzeit aus, verendet die Elterngeneration. Die Dauereier allerdings werden unter den trockenen Pflanzen begraben und überdauren hier die Trockenzeit (Diapause). Die Jungfische schlüpfen während der nächsten Regenzeit, sobald sie wieder mit Wasser bedeckt sind. Diese Jungfische bilden die nächste Elterngeneration. In menschlicher Obhut (ohneTrockenphase) schlüpfen die Larven nach etwa zwei Wochen.

Lebensweise und Verhalten

Prachtkärpflinge sind typische Saisonfische mit einem uns kurz erscheinenden Leben. Doch beinhaltet es alle Facetten: auf die Welt kommen, heranwachsen, sich fortpflanzen und sterben. Hier geht es nicht im Geringsten um das Individuum, sondern um die Erhaltung der Art – auch in eigentlich lebensfeindlichen Gegenden. Eine Eigenschaft, die viele Killifischarten kennzeichnet. Dabei sind sie sehr unverträglich und besonders die Männchen bekämpfen sich hartnäckig.

Ernährung

Wer so viele Ereignisse in ein so kurzes Leben fasst, hat einen sehr hohen Energiebedarf und benötigt daher protein- und fettreiche Nahrung. Daher sind Prachtkärpflinge als typische Killifische carnivor, das heißt, sie ernähren sich hauptsächlich mit Lebendfutter. Ihre mit Zähnen bewehrten Mäuler belegen dies eindrucksvoll. Es ist ihnen auch in menschlicher Obhut Lebend -und Frostfutter anzubieten, Flockenfutter wird wenig bis gar nicht angenommen.

Haltung

Urwaldgewässer sind in der Regel weich und leicht sauer – so sollten auch die Bedingungen für Prachtkärpflinge in Aquarien (ab 60 cm Kantenlänge) sein. Dämmrige Verhältnisse sowie ein dunkler Bodengrund sorgen für Wohlbefinden der schönen Fische und lassen ihre Farben erst richtig zur Geltung kommen.Aufgrund ihrer Aggressivität müssen viele Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Dies können dichte Pflanzenbesthände, aber auch Wurzeln und Steine sein, die jedoch noch genug freien Schwimmraum lassen. Stahlblaue Prachtkärpflinge halten sich vorwiegend in oberen und mittleren Wasserschichten auf, sie schätzen Temperaturen zwischen 22 und 25 °C

Hätten Sie’s gewusst?

Auch der Stahlblaue Prachtkärpfling wurde im Rahmen der Neuordnung der Zahnkarpfen anders gestellt. Dennoch wird er häufig weiter unter seinem früheren Namen Aphyosemion gardneri geführt.

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