Steckbrief: Großer Krallenfrosch | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Großer Krallenfrosch

Hier erfahren Sie alles über Lebensweise, Sinnesleistungen, Ernährung und Haltung des Großen Krallenfrosches.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Große Krallenfrösche werden auch „Apothekerfrosch“ genannt.

Typische Merkmale

  • Körperlänge:    10 - 13 cm
  • Lebenserwartung:    15 - 25 Jahre
  • Verbreitung:    Afrika, südlich Sahara
  • Lebensraum:    krautreiche Gewässer in Regenwäldern
  • Lebensweise:    gesellig, dämmerungs- und nachtaktiv

Systematik

  • Körperlänge:    10 - 13 cm
  • Lebenserwartung:    15 - 25 Jahre
  • Verbreitung:    Afrika, südlich Sahara
  • Lebensraum:    krautreiche Gewässer in Regenwäldern
  • Lebensweise:    gesellig, dämmerungs- und nachtaktiv

Aussehen

Große Krallenfrösche werden aufgrund ihrer vergleichsweise glatten Haut auch Glatte Krallenfrösche genannt. Die Haut ist am Rücken und an der gesamten Oberseite dunkel gefärbt, während die Unterseite hell bis weißlich ist. Die Muster und Farbschattierungen sind bei allen vier Unterarten sehr vielfältig. Der Körper wirkt gut proportioniert, das Maul ist eher rund. Der Kopf und die Arme sind vergleichsweise klein, dafür wirken die Füße mit ihren ausgeprägten Schwimmhäuten am Ende der muskulösen Beine umso mächtiger. Wie alle Krallenfrösche tragen auch die Großen an den drei Innenzehen dunkle Krallen, die u.a. beim Häuten sehr nützlich sind. Auch von dieser Art werden Albinos gezüchtet und im Zoofachhandel angeboten.

Nachwuchs und Aufzucht

Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht nur in der Größe: Letztere wachsen viel schneller und sind eher geschlechtsreif. Sie sind an drei lappigen Fortsätzen an der Kloake gut erkennbar. Die Männchen tragen während der Paarung sog. Brunftschwielen an den Innenseiten der Arme. Eine erfolgreiche Paarung kann sich über mehrere Tage hinziehen und wird froschtypisch durch ein dunkles Quaken der Männchen begleitet. Wie bei allen Pipiden umklammert das Männchen seine Partnerin in der Leistengegend. Die Eier werden dann an Pflanzen o.ä. befestigt. Vorrausetzung bei diesen Pipiden ist jedoch eine etwa ein- bis zweimonatige Ruhephase ohne Futter unter kühlen Bedingungen um 13° C. Kurz nach Wiedererwärmung widmen sich die Frösche dann zügig der Arterhaltung.

Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und zehren zunächst von ihrem Dottervorrat. Spätestens jetzt müssen sie von den räuberischen Eltern getrennt werden. Die Kaulquappen sind sogenannte Filtrierer von Kleinstpartikeln und -organismen. Wie alle Kauquappen sind auch sie Kiemenatmer und werden erst nach der etwa 30 Tage dauernden Metamorphose zum Frosch – und beginnen dann mithilfe der Lungen zu atmen.

Lebensweise und Verhalten

Große Krallenfrösche leben eng zusammen und bevorzugen ruhige und schattige Gewässer, die sie nur im Notfall (wie etwa drohende Austrocknung) verlassen. Sie gehören zwar zu den Amphibien und atmen als ausgewachsene Frösche auch mithilfe von Lungen, leben aber fast ständig im Wasser (aquatil).
Verstecke suchen sie hauptsächlichen in Spalten und Nischen. Ab dem späten Nachmittag suchen Krallenfrösche grabend und wühlend im Grund sowie unter Wurzeln nach Nahrung wie z.B. Insektenlarven. Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere sind wie alle Frösche Jäger und stellen allem nach, was irgendwie ins Maul passt. Das können durchaus auch der Nachwuchs oder passende Fische sein.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Auch Große Krallenfrösche quaken während der Paarung, die Stimmen der Weibchen sind heller, während sich die Männchen mit dunkleren Tönen präsentieren. Als Jäger können sie Bewegungen in der Nähe wahrnehmen, nicht nur mit ihren Augen, sondern auch mit einer Reihe von ca 200 Sinneszellen, die seitlich des Körpers verlaufen, ähnlich dem Seitenlinienorgan der Fische. Dies dient nicht nur der Nahrungssuche, sondern auch der Ortung potenzieller Partnerinnen und Rivalen. Außerdem können chemische Veränderungen des Wasser auf diese Weise wahrgenommen werden. Wie alle Frösche haben auch Krallenfrösche einen ausgezeichneten Geruchssinn und ein gut entwickeltes Gehör. Das Trommelfell sitzt auf einem Ring hinter dem Auge.

Ernährung

Aufgrund ihrer Größe können den Großen Krallenfröschen in menschlicher Obhut neben Frostfutter auch gelegentlich kleine Rinderherzstückchen und Regenwürmer angeboten werden. Neben Mückenlarven u.ä. verschmähen sie auch Fische passender Größe nicht. Obwohl sie auch Pellets verpeisen, sollten sie ihrer Art gemäß regelmäßig selbst jagen dürfen. Ein bis zwei Tage ohne Futter erhalten den Fröschen ihre lebhafte Art.

Haltung

Wie der Name schon sagt, erreichen Große Krallenfrösche ein entsprechendes Format; sie benötigen daher geräumige Aquarien mit einem Wasserstand bis 40 cm. Ein häufig übliches Gesellschaftsaquarium würden die Räuber innerhalb kürzester Zeit leerfischen, daher sind Artaquarien eine gängige Variante. Die Absenkung des Wasserspiegels lässt eine Bepflanzung mit attraktiven Schwimmpflanzen zu, die Schatten spenden. Neben robusten Pflanzen und Wurzeln, die unterhalb der Wasserlinie als Verstecke dienen, sollten freie Schwimmräume in Bodennähe nicht fehlen. Dekorationen, Technik sowie Pflanzen sollten aufgrund der Grabaktivitäten der Frösche gut verankert sein. Aus diesem Grund ist eine gute Filterung unerlässlich, doch müssen unbedingt viele ruhige Zonen ohne starke Strömung vorhanden sein. Die Wassertemperatur sollte außerhalb der Paarungszeit gut 20° C betragen, eine separate Heizung ist in normal temperierten Wohnräumen nicht unbedingt notwendig.

Hätten Sie’s gewusst ?

Große Krallenfrösche werden auch „Apothekerfrosch“ genannt. Bis in die 60er-Jahre wurden mit ihnen Schwangerschaftstests durchgeführt. Der Morgenurin einer potenziellen Mutter wurde einem Froschweibchen an einer bestimmten Stelle unter die Haut gepritzt. Der Test galt positiv, wenn die Dame mit den Schwimmhäuten danach Laich ansetzte. Der Stoff, der dafür verantwortlich ist, ist noch heute Basis für Schwangerschaftstests.

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