Steckbrief Mississippi-Höckerschildkröte | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Mississippi-Höckerschildkröte

Die tagaktiven Wasserschildkröten suchen in der vegetationsreichen Umgebung nach Nahrung und sonnen sich gern auf vom Wasser vollständig umgebenen Bereichen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Mississippi-Höckerschildkröte.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der Größenunterschied der einzelnen Tiere in den Unterarten kann beträchtlich sein.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis zu 30 cm
  • Lebenserwartung: 30 Jahre und mehr
  • Verbreitung: südliche USA, um den Mississippi
  • Lebensraum: calciumreiche Gewässer und Flüsse mit viel Vegetation
  • Lebensweise: tagaktiv, Sonnenplätze von Wasser umgeben

Systematik

  • Klasse: Reptilien (Reptilia)
  • Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
  • Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
  • Gattung: Höckerschildkröte (Graptemys)
  • Art: Mississippi-Höckerschildkröte (Graptemys konii)

Aussehen und typische Merkmale

Der Panzer weist namensgebend einen längsverlaufenden Höcker auf, der an einen Hut erinnert. Auf der hellen Grundfärbung sind gelborangefarbene Linien erkennbar. Insgesamt hat der Panzer eine recht flache Oberflächenstruktur. Hautbereiche sind mit feinen, dekorativen Linien in gelber, olivgrüner oder brauner Farbe gemustert. Durch eine helle bis gelbe Augenumrandung erscheint der Blick leicht stechend. Für Wasser- und Sumpfschildkröten typisch, trägt auch diese Schildkröte Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Krallen an den Vordergliedern der Männchen sind wesentlich länger als die der Weibchen. Dafür fällt besonders bei dieser Art der Größenunterschied der Geschlechter auf. Die Weibchen sind oft sehr viel größer. Sie legen mehrmals im Jahr um die vier weichschalige Eier ab. Dazu suchen sie sonnige Eiablageplätze im Sand oberhalb des Wassers auf. Die längliche Eigrube wird anschließend unkenntlich gemacht. Das Geschlecht der Schlüpflinge ist abhängig von der Temperatur.

Lebensweise und Verhalten

Die tagaktiven Wasserschildkröten suchen in der vegetationsreichen Umgebung nach Nahrung und sonnen sich gern auf vom Wasser vollständig umgebenen Bereichen. In der Natur halten sich die großen Weibchen oft im tieferen Wasser auf, während die Männchen und Jungtiere vorwiegend im Uferbereich zu finden sind.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Wie bei allen Wasser- und Sumpfschildkröten sind die Sinnesorgane besonders gut ausgeprägt. Die scharfen, nach vorn gerichteten Augen und der gute Geruchssinn helfen in krautreichen Gewässern bei der Nahrungssuche und der Partnerwahl.

Ernährung

Der Kiefer der Höckerschildkröten ist vergleichsweise gut entwickelt. So können sie Schneckenhäuser leichter knacken, denn die Weichtiere stehen besonders weit oben auf dem Speiseplan. Obwohl diese Schildkröten weitgehend als Pflanzenfresser gelten, vertilgen sie neben Schnecken auch gern Fische und Insekten.

Haltung

Höckerschildkröten lieben es warm. Eine Haltung im Gartenteich oder in einem Freiluftaquarium kommt nur in heißen Sommern in Frage, wenn es möglich ist, eine Körpertemperatur von 36° C zu erreichen. Die Wassertemperatur im Aquarium sollte zwischen 25° C und 28° C liegen, die Luft muss wärmer sein. Der Bereich zum Sonnen sollte unbedingt eine Insel sein, die in jedem Falle großzügig ausfallen darf.

Hätten Sie’s gewusst?

Der Größenunterschied der einzelnen Tiere in den Unterarten kann beträchtlich sein. Es gibt Weibchen von gut 30 cm und Männchen von nur 8 cm Länge. Auch die Lebenserwartung der Höckerschildkröten ist erstaunlich: Einige Exemplare können 60 Jahre alt werden – für Wasserschildkröten ein sehr hohes Alter.

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