Steckbrief: Italiener | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Italiener

Erfahren Sie hier alles über Rassemerkmale, Farbenschläge und Besonderheiten von Italienern.
 
© BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)
Ein Italiener, in Geflügelform.

Merkmale

  • Gewicht: 2,35 - 3 kg Hahn, 1,75 - 2,5 kg Henne, Gold- und Kennfarbige:
    2,5 - 3 kg Hahn, 2 - 2,5 kg Henne
  • Ringgröße: 18 Hahn, 16 Henne
  • Schalenfarbe der Eier: Weiß
  • Bruteier- Mindestgewicht: 55 g, Gold- und Kennfarbige: 56 g
  • Rassengruppe: Mittelmeer- Rasse
  • Verbreitung: häufig
  • Leistungsmerkmale: sehr gute Legeleistung (190 Eier pro Jahr und Henne), feines Tafelfleisch

Gesamterscheinung

Die Italiener zeigen eine elegante Figur in mittleren Größenrahmen. Ihre Körperform wirkt gestreckt und ist nach hinten etwas ausladend. Die Stellung soll breit und mittelhoch sein. Das fest anliegende, gut entwickelte Gefieder trägt zur schnittigen Figur bei. Auch die stolze Körperhaltung ist typisch für diese Rasse aus Südeuropa. Die große Farbpalette bietet eine große Auswahlmöglichkeit.

Rassemerkmale

Das Körperformat dieser Tiere soll kräftig und lang erscheinen. Dazu tragen die breiten und abgerundeten Schultern und die volle Brustpartie entscheidend bei. Die Körperhaltung wird waagerecht verlangt. Die Oberlinie verläuft vom Rücken aus zuerst flach, dann über den Sattel in die Schwanzlinie leicht ansteigend. Der Hahnenschwanz besteht aus breiten Haupt- und Nebensicheln, im Ansatz breit und in der Linie leicht ansteigend. Alle Sichelfedern sind gut gebogen. Die Bauchpartie ist zwar auch beim Hahn breit und voll, die Henne zeigt jedoch dort mehr Volumen. Die Rassemerkmale des Kopfes bestehen aus dem länglichen Schädel, dem relativ großen Kamm mit vier bis fünf Zacken. Das Kammende (Fahne) folgt der Nackenlinie. Der Hennenkamm steht vorne aufrecht und neigt sich im hinteren Teil zur Seite, ohne das Auge zu verdecken. Die rosenkammige Variante trägt einen fest aufgesetzten, fein geperlten Rosenkamm, der vorne so breit ist wie der Kopf und nach hinten schmaler wird. Das Kammende folgt der Nackenlinie. Gut gerundet und mittellang sollen die Kehllappen, die Ohrscheiben mittelgroß, glatt, oval und weiß bis  cremefarbig sein. Die Augenfarbe ist Rot. Der Stand wird aus den mittellangen, feinknochigen, gelben Läufen, den gut sichtbaren Schenkeln und den gespreizten Zehen gebildet.

Rassegeschichte

Vorformen des Italiener-Huhnes sind wahrscheinlich schon durch die Römer in deutsche Rheingebiete gebracht worden. Von Italien und England aus verbreitete sich diese Rasse ab 1870 über ganz Europa. Anfangs hießen sie in Deutschland "Leghorn". Es waren Landhühner aus der italienischen Lombardei. Ab 1936 wurden sie dann "Braune Leghorn" oder "Braune Italiener" genannt. Der klassische Farbenschlag waren die Rebhuhnfarbigen. Die Silberhalsigen wurden unter Verwendung der Dorking-Rasse und verschiedenen  Kämpfertypen herausgezüchtet. Ab 1870 gab es Schwarze, bei denen die Minorka Pate gestanden hatten. Die ausgesprochen seltenen Blaugold-, Weißgold- und Schwarzgold-Italiener wurden in Westdeutschland 1960 zum ersten Mal ausgestellt. Rosenkämmige sollen bereits 1853 vorgekommen sein. Sie stammen wahrscheinlich aus den USA.

Farbenschläge

Rebhuhnhalsig, Goldhalsig, Silberhalsig, Schwarz, Schwarz-Weißgescheckt, Gelb, Gestreift, Kennfarbig, Blau-Rebhuhnhalsig, Blau-Goldhalsig, Orangehalsig, Perlgrau-Orangehalsig, Rotgesattelt, Rot, Blau, Weiß, Weiß-Schwarzcolumbia, Goldbraun-Porzellanfarbig, Blau-Weißgescheckt, Gold-Schwarzgesäumt, Gold-Blaugesaumt, Gold-Weißgesäumt.

Besonderheiten

Die Rasse verkörpert ideal das Leistungs- und Ausstellungshuhn. Mit fünf bis sechs Monaten beginnen die Junghennen mit dem Eierlegen. Die Jahresleistung pro Henne und Jahr kann bis über 200 Eier liegen. Die agile und bewegliche Rasse ist gut flugfähig, sodass bei Gehegehaltung hohe Zäune oder Überdachungen erforderlich sind. Im Freilauf suchen Italiener einen Teil ihres Futters selbst. Ein stolzer Italiener-Hahn im vollen Schmuckgefieder in einer Gruppe feiner Hennen ist schon ein ästhetischer Anblick. (Dr. Horst Schmidt)

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