Steckbrief Campbell Zwerghamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Campbell Zwerghamster

Aufgrund ihres außergewöhnlich gut entwickelten Geruchs-, Gehör- und Tastsinnes können sich Dsungarische Zwerghamster auch in völliger Dunkelheit zurechtfinden und verlieren niemals die Orientierung. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Systematik, Aussehen, Nachwuchs, Aufzucht, Verhalten, Sinnesleistungen, Kommunkation und Haltung des Campbell Zwerghamsters.
 
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Der Campbell, wie er auch oft genannt wird, ist mit dem Dsungaren so nah verwandt, das sogar eine Kreuzung der beiden Zwerghamster möglich ist.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 7 - 9 cm; Männchen: 8 - 10 cm
  • Gewicht: Weibchen: 20 - 40 g; Männchen: 25 - 50g
  • Körper: walzenförmig
  • Kopf: rund, mit großen schwarzen Augen
  • Fellhaar: kurz, dicht
  • Lebenserwartung: 1 - 3 Jahre

 Systematik

  • Klasse:  Säugetiere
  • Ordnung:  Nagetiere
  • Familie:  Wühler
  • Gattung:  Kurzschwanz-Zwerghamster
  • Art:  Campbell Zwerghamster (Phodopus campbelli)

Aussehen

Das Fell des Campbell-Zwerghamsters ist graubraun, nur an der Unterseite weißlich. Vom Kopf bis zur Schwanzspitze verläuft ein brauner Aalstrich. Im Gegensatz zum Dsungarischen Zwerghamster hat er keine dunkle Grenzlinie zwischen der Ober- und Unterseite. Allgemein ist das Fell der Campbell-Hamster etwas bräunlicher als das der Dsungaren. Im Nacken wirkt es oft etwas struppig. Aufgrund der ursprünglichen Verbreitung in kühlen Gegenden sind die Füße ebenfalls behaart. Wie der Name der Gattung schon sagt, besitzt der Campbell-Zwerghamster einen kurzen Schwanz.

Nachwuchs und Aufzucht

Wildlebende Campbell-Zwerghamster paaren sich das ganze Jahre über, da bei einer saisonalen Fortpflanzung der Artbestand rasch gefährdet wäre. Das Paarungsverhalten läuft bei Zwerghamstern etwas anders ab, als bei Goldhamstern. Sobald ein Zwerghamster-Männchen merkt, dass das Weibchen paarungswillig ist, verfällt es in eine regelrechte Hektik. Die Paarung kann dann sogar im Abstand von nur wenigen Sekunden stattfinden. Aufgrund der äußeren Bedingungen wie Kälte und Wasserknappheit, hat der Zwerghamster-Papa eine wichtige Rolle bei der Geburt und Aufzucht der Jungen.  Die Tragzeit des Campbell-Zwerghamsters liegt bei 18 Tagen. Ein Weibchen kann bis zu neun Jungen zur Welt bringen. Der Durchschnitt liegt jedoch bei sechs. Spätestens nach der Geburt sollte man das Männchen wieder von der jungen Mutter trennen, da es sonst zu einer weiteren Paarung kommt. Nach etwa 45 Tagen sind auch die jungen Campbell-Zwerghamster geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

In der Natur sind Campbell-Zwerghamster im Januar Temperaturen bis unter Minus 30 Grad ausgesetzt. Nur selten zeigt das Thermometer der Verbreitungsregion mehr als 15 Grad an. Auch die Niederschlagsmenge ist sehr gering. Diese äußeren Umstände haben zu einer bestimmten Lebensweise der Campbell-Zwerghamster geführt. Sie leben in einer monogamen Beziehung. Das Männchen darf beim Weibchen und dem Nachwuchs bleiben. Der Zweck: Die Auskühlung und der Wasserverlust werden auf diese Weise vermindert. Insofern sind Campbell-Zwerghamster keine strikten Einzelgänger. Sie sind wie die anderen Zwerghamster dämmerungs- und nachtaktiv. Auch halten sie keinen Winterschlaf. Beim Absinken der Umgebungstemperatur auf unter Minus zehn Grad, was in ihrem Heimatland nicht selten ist, sinkt auch die Körpertemperatur der Nager auf bis zu 23,7 Grad ab.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Aufgrund ihres außergewöhnlich gut entwickelten Geruchs-, Gehör- und Tastsinnes können sich Dsungarische Zwerghamster auch in völliger Dunkelheit zurechtfinden und verlieren niemals die Orientierung. Da die Zwerge meist nur zur  Dämmerungs- oder Nachtstunde unterwegs sind, können sie Farben nicht sehr gut unterscheiden. Durch ihre Knopfaugen haben die Nager zwar eine gute Rundumsicht, jedoch können sie nicht räumlich sehen. Außerdem sind sie stark kurzsichtig und können nur auf eine Entfernung von einem Meter ihre Umgebung scharf erkennen. Der Geruchssinn ist bei den Hamstern wohl am besten ausgeprägt. Beispielsweise ist bei der Paarung vor allem der Duft, den das Weibchen in der Brunstzeit aussendet, besonders wichtig. Duftstoffe werden aber nicht nur über den Kot oder Urin abgegeben. Zwerghamster besitzen auf der Bauchseite eine spezielle Drüse, die Ventraldrüse.  Aufgenommen werden die Gerüche nicht nur über die Riechzellen in der Nase. . Auch über das so genannte Jacobson Organ, das sich im Bereich der Nasenscheidewand befindet, werden bestimmte Duftstoffe, die Pheromone wahrgenommen. Pheromone können Markierungsstoffe aber auch Sexuallockstoffe sein und geben Auskunft über den Verwandtschaftsgrad oder das Geschlecht und die Paarungsbereitschaft des anderen Hamsters. Aber auch der Hörsinn ist nicht zu verachten. Hamster können Laute, die im Ultraschallbereich liegen, wahrnehmen. Diese besonders hohen Töne geben die Tiere während der Paarung und zur Verteidigung ab.

Haltung

Da der Zwerghamster ursprünglich aus einem Wüstengebiet stammt, ist sein Flüssigkeitsbedarf recht gering. Allein durch das Frischfutter kann er ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch der Campbell Zwerghamster eine Wasserflasche benötigt, die ihm jederzeit Wasser zur Verfügung stellt. Dennoch, die Verdauungsorgane der Zwerge sind auf die Vegetation ihrer Heimatregion eingestellt. Wird dem Nager zu viel Flüssigkeit angeboten, zum Beispiel in Form von stark wasserhaltigem Gemüse, wie Gurke und Tomate, kann es sich schädlich auf die Nieren auswirken. Aus diesem Grund sollte man mit der Gabe von Gurken, Tomaten und Wassermelonen sparsam umgehen.

Hätten Sie's gewusst

Der Campbell, wie er auch oft genannt wird, ist mit dem Dsungaren so nah verwandt, das sogar eine Kreuzung der beiden Zwerghamster möglich ist. Die Nachkommen sind aber sehr schwach und unfruchtbar. Nicht selten sterben sie sogar schon im Mutterleib. Diese starke Ähnlichkeit zum Dsungarischen Zwerghamster ist auch der Grund, weshalb der Campbell erst in den 1990er Jahren als eigenständige  Rasse anerkannt wurde, obwohl er schon im Jahre 1905 von dem Zoologen Thomas Campbell entdeckt wurde, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat.
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