Verhalten & Beschäftigung bei Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Verhalten & Beschäftigung bei Kaninchen

Kaninchen gelten als stille Tiere. Doch sie verfügen über ein interessantes Sozialverhalten sowie eine komplexe Laut- und Körpersprache.
 
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Je mehr Anreize Ihre Kaninchen erfahren, umso vielfältiger ihr Verhalten.
Kaninchen sind keineswegs so stumm, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wenn Sie das Verhalten Ihrer Langohren (insbesondere unter Artgenossen) aufmerksam beobachten, entdecken Sie ein großes Verhaltensrepertoire und eine faszinierende Laut- und Körpersprache . Je mehr Anreize Ihre Kaninchen erfahren, umso vielfältiger ihr Verhalten.

Die Lautsprache

  • Brummen oder Grunzen: Das tiefe Grunzen eines Rammlers zeigt an, dass er sich für eine Häsin interessiert. Manche Kaninchen grunzen oder brummen, wenn sie gegen ihren Willen hochgehoben werden.
     
  • Lautes Schreien: In Todesangst stoßen Kaninchen häufig einen schrillen Schrei aus, der an das Schreien eines Kleinkindes erinnert.
     
  • Leises Fiepen: Auf diese Weise rufen Kaninchenbabys nach ihrer Mutter
     
  • Knurren: Einige Kaninchen knurren relativ laut, wenn ihnen etwas nicht passt. Es ist ein Zeichen von Aggressionen oder auch Angst.
     
  • Mahlen mit den Zähnen: Ihr Kaninchen ist entspannt und fühlt sich wohl.
     
  • Starkes Zähneknirschen: Diese Lautäußerung deutet auf große Schmerzen hin.
     

Die Körpersprache

  • Ablecken der Menschenhand: Kaninchen putzen sich gegenseitig ausgiebig und festigen damit ihre Beziehung. Sehr zutrauliche Langohren lecken auch Hände und Füße ihres Menschen und zeigen auf diese Weise ihre Zuneigung.
     
  • Anstupsen mit der Nase: Diese Geste gilt als Aufforderung sich mit den Tieren zu beschäftigen und wird sowohl unter Artgenossen als auch gegenüber dem Menschen angewandt. Sehr zutrauliche Langohren steigern dieses Verhalten, indem sie ihren Menschen am Hosenbein zupfen.
     
  • Auf-die-Seite-Schmeißen: Kaninchen, die sich rundum wohl fühlen, schmeißen sich auf den Rücken, strecken die Beine/Füße in die Luft und bleiben so einige Zeit zufrieden liegen.
     
  • Aufstampfen und Trommeln mit den Hinterläufen: Durch starkes Klopfen mit den Hinterbeinen warnen Kaninchen ihre Artgenossen vor drohender Gefahr.
     
  • Ausgestrecktes Liegen: Wenn Kaninchen völlig ausgestreckt auf dem Bauch oder der Seite liegen und eventuell den Kopf auf die Pfoten legen, fühlen sie sich sicher und wohl. In dieser Haltung ruhen und schlafen die Tiere.
     
  • Brütende Henne: Bei dieser Haltung plustert sich das Kaninchen auf und hat alle vier Pfoten unter den Körper gezogen.
     
  • Kotfressen: Hierbei handelt es sich um ein völlig natürliches Verhalten. Die Hasenartigen nehmen ihren sog. Blinddarmkot direkt am After auf. Der Blinddarmkot enthält lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe.
     
  • Luftsprünge und Hakenschlagen: Machen Ihre Kaninchen Bocksprünge und rasen durch die Wohnung, sind dies Zeichen von äußerster Lebensfreude und Übermut.
     
  • Männchenmachen: Stellt sich Ihr Kaninchen auf die Hinterbeine, ist es neugierig oder aufmerksam (z.B. aufgrund möglicher Gefahr) und möchte seine Umgebung besser überblicken. Einige Langohren benutzen das Männchenmachen zum Betteln.
     
  • Reiben des Kinns an Gegenständen: Mithilfe einer Duftdrüse am Kinn markieren die Tiere ihr Revier und sämtliche Gegenstände. Der Geruch kann vom Menschen nicht wahrgenommen werden.
     
  • Scharren und Graben: Besonders Häsinnen haben einen starken Trieb zum Scharren und Graben. In freier Wildbahn graben sie Gänge und Höhlen zu ihrem Kaninchenbau.
     
  • Verteilen von Kot und Urin : Zur Markierung von Reviergrenzen verteilen manche Kaninchen ihren Kot und verspritzen Urin.
(Kathrin Aretz)

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