Verhalten von Stachelmäusen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Verhalten von Stachelmäusen

Stachelmäuse leben in den trockenen, offenen Gebieten, also Wüsten, Savannen und Steppen. Typisch für die Familie der Stachelmäuse sind die abgeplatteten Borstenhaare auf dem Rücken, die sich wie Stacheln anfühlen und den Tieren ihren Namen gaben.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Stachelmäuse sind sehr gesellig und leben in Gruppen. Fremde Tiere werden nicht akzeptiert und sogar vertrieben oder getötet. Sie bauen weder Gänge, noch legen sie ausgeprägte Nester an, in denen sie Brutpflege betreiben könnten. Ein Grund hierfür scheint eine weitere Besonderheit der Stachelmäuse zu sein: Junge Stachelmäuse sind nämlich bei der Geburt außergewöhnlich gut entwickelt. Sie kommen mit offenen Augen und vollem Fell auf die Welt und erkunden bereits ein bis zwei Tage nach der Geburt die Umgebung. Augen und Ohren sind bei der Geburt ebenfalls voll entwickelt und die Schneidezähne  sind bereits durchgebrochen.

Aufgrund dieses hohen Entwicklungsstands der Jungtiere, können sich die Stachelmäuse ein Nest "sparen". Ungewöhnlich ist auch der starke Pflegetrieb der Stachelmäuse. Fremde Weibchen unterstützen die gebärenden Weibchen bei der Geburt. Es kann sogar vorkommen, dass eines dieser Weibchen ein Jungtier stiehlt und es wie ein eigenes Junges bemuttert. Dieser Ammendienst ermöglicht auch das Überleben von Waisenkindern. Die Säugedauer beträgt nur ca. 6 Tage, dann sind die jungen Stachelmäuse bereits selbstständig. In einigen Fällen werden die Jungtiere aber bis zu 2 Wochen gesäugt.

Sinnesleistungen 

Neben dem Stachelkleid sind die großen Augen ein weiteres Charakteristikum der Stachelmäuse. Durch ihren seitlichen Sitz ermöglichen sie einen 360-Grad-„Rundumblick“. So können sie Feinde frühzeitig erkennen. Zugleich verfügen Stachelmäuse kaum über räumliches Sehvermögen und sehen außerdem meistens unscharf. Die Augen der Goldstachelmaus verfügen über eine erstaunliche Eigenschaft: In ihnen befindet sich erheblich mehr Melanin als bei anderen Arten. Dieses Pigment schützt das lichtempfindliche Auge vor der hohen Sonneneinstrahlung in ihrem Lebensraum.

Auch die großen Ohren der Stachelmäuse sind kaum zu übersehen. Damit können die Mäuse sehr gut hören und übertreffen uns Menschen dabei deutlich. Die großen Ohrmuscheln können unabhängig von einander bewegt und in die Richtung einer Schallquelle gedreht werden. Herannahende Feinde können so rasch geortet werden. Stachelmäuse verfügen im Vergleich zum Menschen über ein breiteres Hörspektrum, da sie auch im Ultraschallbereich hören. Gut ausgeprägt ist auch der Geruchssinn der Stachelmäuse, der sie nicht nur bei der Nahrungssuche, sondern auch beim Entdecken von Feinden sowie bei der Kommunikation mit den Artgenossen unterstützt.

Ein weiterer wichtiger Sinn der Stachelmäuse ist der Tastsinn: Um die Nase herum sind die Vibrissen (Tasthaare) zu finden. Diese langen, festen Tasthaare vermitteln der Stachelmaus jedes kleine Hindernis und sogar geringste Luftbewegungen. Im Gegensatz zur übrigen Körperbehaarung sind die Vibrissen von Geburt an vorhanden. (Ralf Sistermann) Verhalten & Beschäftigung :Beschäftigungsmöglichkeiten für Mäuse
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