Ernährung von Meerschweinchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Meerschweinchen

Die Stammform unserer Hausmeerschweinchen lebt in den grasreichen Hochebenen und Buschsteppen der südamerikanischen Anden. Hier besteht die Vegetation überwiegend aus Gräsern mit hohem Vitamin-C-Gehalt. Auch unsere Hausmeerschweinchen sind auf eine zellulosereiche Nahrung mit einem hohen Vitamin-C-Anteil angewiesen (der durchschnittliche Bedarf an Vitamin C liegt bei ca. 16 mg pro Tag/Tier). 
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Heu, Frischfutter und Wasser dienen als Hauptfutter Ihrer Meerschweinchen.
Eine falsche Ernährung (z.B. zu wenig Rohfaser und zu energiereich) führt zu Verdauungsbeschwerden, Mangelerscheinungen und Zahnproblemen.

Deshalb dienen Heu, Frischfutter und Wasser als Hauptfutter Ihrer Meerschweinchen. Zusätzlich können wohl dosierte Mengen Trockenfutter (Pellets) gereicht werden. Heu und frisches Wasser sollten den Tieren immer zur freien Verfügung stehen. Sowohl Frisch- als auch Trockenfutter erhalten die Nager möglichst zu festen Fütterungszeiten. Das Frischfutter wird am besten mindestens 2 - 3 x täglich in kleineren Portionen verfüttert.

Heu

Der Magen-Darm-Trakt der Nager ist vor allem auf Raufutter wie Heu angewiesen. Die Tiere zerkleinern jeden Heuhalm einzeln mit ihren Nagezähnen und zermahlen ihn mit den Backenzähnen. Die Pflanzenteile vermischen sich mit Speichel und bilden einen rohfaserreichen Futterbrei. Durch die Mahlbewegungen mit den Backenzähnen nutzen sich die ständig nachwachsenden Zähne gleichmäßig ab. Heu leistet daher einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung Ihrer Meerschweinchen. Entscheidend ist natürlich, dass das richtige Heu verfüttert wird.

Hochwertiges Heu riecht frisch und würzig. Feuchtes, schimmeliges oder staubiges Heu ist gesundheitsschädlich und darf den Tieren nicht gegeben werden. Am nährstoffreichsten ist Heu vom „ersten Schnitt“, d.h. das Gras wurde vor der Blüte geschnitten. Gutes Wiesenheu besteht aus den unterschiedlichsten Gräsern und Kräutern. Dem Heu können auch wohl dosierte Mengen getrockneter Kräuter wie z.B. Brennnessel, Löwenzahn, Luzerne und Kamille beigemischt werden. Ein gut sortiertes Zoofachgeschäft bietet solche Heumischungen in abgepackter Form an. 

Trockenfutter

Achten Sie beim Kauf Ihres Trockenfutters auf einen hohen Rohfaser- und einen geringen Fett- und Proteingehalt. Es sollte möglichst kein oder nur wenig Getreide und keinesfalls fetthaltige Sämereien (z.B. Sonnenblumenkerne, Nüsse etc.) enthalten. Buntes Mischfutter (mit ganzen Getreidekörnern, Mais- und Erbsenflocken sowie vielen anderen Bestandteilen), wie es im Zoofachhandel häufig angeboten wird, ist für die Nager nicht geeignet. Verfüttern Sie anstatt dessen pelletiertes Trockenfutter.

Der Tagesbedarf an Pellets beträgt etwa 20 – 25 g pro Tag/Tier. Wenn Sie diese Menge einmal wiegen, stellen Sie fest, wie wenig das ist. Denn wie gesagt besteht das Hauptfutter der Nager aus Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter und Trinkwasser. Nur tragende bzw. säugende Weibchen und Jungtiere benötigen etwas mehr Trockenfutter. Fertigfutter enthält i.d.R. alle notwendigen Vitamine A, C, D und E und Spurenelemente, sodass keine zusätzliche Gabe von Vitaminpräparaten notwendig ist. Abgesehen davon wird der Bedarf an lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen zum wesentlichen Teil über das Frischfutter gedeckt.

Fasten für dicke Nager

Wenn Sie bei einer Gruppenhaltung bemerken, dass einige Ihrer Tiere dicker werden als die anderen, die Futtermenge aber nicht reduzieren möchten, da dann auch die schlanken Nager weniger bekämen, können Sie einmal in der Woche für alle einen Fastentag einlegen. Da bekommen sie neben Heu, das den Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen sollte, nur Grünfutter. Doch auch bei der Trockenfutter-Fütterung muss etwas aufgepasst werden, denn Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten viele Fette und sind also Dickmacher. Sie tun Ihrem Meerschweinchen daher einen Gefallen, wenn Sie ihm nur Trockenfutter geben, das weder Erdnüsse noch Sonnenblumenkerne enthält. (Kathrin Aretz)

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