Steckbrief Wellensittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Wellensittich

Die aufgeweckten Ziervögel sind sehr verspielt. Sie kraulen einander mit dem Schnabel, zwitschern, schnäbeln und füttern sich sogar gegenseitig. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Wellensittich.
 
Steckbrief Wellensittich © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wellensittiche sind sehr reinliche Tiere und verbringen viel Zeit damit, sich ausgiebig zu putzen und ihre Federn zu pflegen.

Steckbrief

  • Körperlänge: 16 - 20 cm
  • Gewicht: 30 - 50 g
  • Lebenserwartung: 3 - 20 Jahre
  • Verbreitung: Australien
  • Lebensraum: Grasflächen, Trockensteppe, Savanne
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Eigentliche Papageien
  • Gattung: Wellensittiche
  • Art: Wellensittich (Melopsittacus undulatus)

Aussehen

Die unzähligen farbenfrohen Sittich-Typen unterscheiden Fachmänner in die Blau- und die Grünreihe. Dabei handelt es sich aber um Zuchtformen, denn im australischen Outback, der Heimat der aufgeweckten Piepmätze, kommen sie fast nur mit grünem Gefieder und gelbem Kopf vor. Allen gemein sind aber die Kehltupfen und eine gewellte Zeichnung am Hinterkopf, der sie auch ihren Namen zu verdanken haben. Eine grobe Unterscheidung der Geschlechter ist bei ausgewachsenen Vögeln durch die Wachshaut am Schnabel möglich: Während sie bei den Männchen blau ist, hat die ihrer weiblichen Artgenossen einen Braunstich. Wie viele Vögel mausern sie sich einmal im Jahr.

Nachwuchs und Aufzucht

Sobald sich ein  Pärchen einmal gefunden hat, bleibt es für lange Zeit zusammen. In Gefangenschaft dagegen sind die Partnerschaften oft lockerer. Zuerst muss sich das Männchen aber im Balztanz anpreisen: Dabei plustert es sein Federkleid auf und tänzelt umher, nickt mit dem Kopf und zwitschert der "Angebeteten" ein Lied. Die geht auf den Bewerber zu, stupst ihn an und macht seine Bewegungen nach. Wenn es zur Paarung kommt, legt die Henne etwa eine Woche später im Abstand von zwei Tagen je ein Ei; mit rund sechs Stück ist das Gelege dann vollständig. Nach rund 20 Tagen schlüpfen nackte und blinde Küken, die im  Alter von drei Monaten dann selbst brüten. In der Natur brüten Wellensittiche, wenn das Nahrungsangebot gut und eine Nistmöglichkeit vorhanden ist. Die Weibchen beschützen in ausgehöhlten Baumstämmen den Nachwuchs, während ihre Partner Futter zum Nest bringen.

Lebensweise und Verhalten

Die aufgeweckten Ziervögel sind sehr verspielt. Sie kraulen einander mit dem Schnabel, zwitschern, schnäbeln und füttern sich sogar gegenseitig. Natürlich kommt es hin und wieder auch zu Streitigkeiten und Neckereien, zum Beispiel wenn es um den Fress- oder Schlafplatz geht. Die harmlosen Kämpfe, wie etwa das Ziehen am Schwanz  oder ein Biss in die Füße des Artgenossen, verlaufen aber fast immer glimpflich und gehören einfach zum täglichen Zeitvertreib der Vögel dazu. Wenn die lebhaften Mini-Papageien dann geschafft sind, dösen sie auch gerne tagsüber ein wenig: Sie sitzen ruhig auf einem Fuß und verstecken ihren Kopf im aufgeplusterten Gefieder.

Kommunikation

Wellensittiche machen sich gerne bemerkbar. Sie zwitschern, tschilpen, schwätzen und kreischen auch manchmal ohrenbetäubend. Einige unter den neugierigen Schreihälsen sind sehr begabt und sollen sogar gelernt haben, einzelne Wörter nachzusprechen. Besitzern, die mehrere Wellensittiche halten, ist sicher aufgefallen, dass fast immer alle Tiere nachziehen, sobald einer aufgeschreckt hochfliegt. Dieses Verhalten ist ein Instinkt aus dem ursprünglichen Leben im Schwarm: Das Auffliegen ist ein Signal für Gefahr. Da die kleinen Tiere in der Gruppe mehr Schutz haben, tun sie es ihren Artgenossen nach.

Ernährung

Unsere gefiederten Lieblinge sind sehr zäh, was in ihrer trockenen Heimat Australien auch notwenig war. Daher ist es auch nicht weiter bedenklich, wenn die zahmen Vögel nur selten etwas Trinken. Nichtsdestotrotz sollte ihnen aber täglich frisches Wasser angeboten werden. In Freiheit fressen sie vor allem Grassamen und müssen täglich auf der Futtersuche weit fliegen. Wenn es genug Nahrung gibt, setzen sie viel Fett an, um kommende Hungerperioden zu überstehen. Dieses Prinzip ist wildlebenden Sittichen sehr nützlich, führt aber bei Haustieren schnell zu Übergewicht. Zu Hause gehaltene Vögel sollten grundsätzlich abwechslungsreich und fettarm gefüttert werden: mit Hirsemischungen, frischem Gemüse und Obst. Zum Ausgleich des Mineralhaushalts und zum Abwetzen von Krallen und Schnabel darf auch ein Kalkstein oder Sepia im Käfig nicht fehlen.

Haltung

Wilde Wellensittiche leben in Schwärmen und sollten daher auch als Heimtiere mindestens paarweise gehalten werden. Vermeintliche Alternativen wie Spiegel oder Attrappen im Käfig machen die Tiere vielmehr noch verzweifelter, da das "Gegenüber" nicht reagiert. Außerdem führen ihre wilden Artgenossen ein Nomadenleben und legen Tag für Tag weite Strecken zurück. Deshalb sollten sie auch in der Wohnung regelmäßig  fliegen können. Für ein Paar bilden Käfigmaße von 50 x 100 x 50 Zentimeter die Untergrenze. Die geselligen Tierchen fühlen sich bei Zimmertemperatur und einer Luftfeuchte von 50 bis 70 Prozent am wohlsten.

Hätten Sie’s gewusst?

Wellensittiche sind sehr reinliche Tiere und verbringen viel Zeit damit, sich ausgiebig zu putzen und ihre Federn zu pflegen. Speziell zu diesem Zweck haben sie Puderdunen, die eine Art weißen Staub im Gefieder verteilen, der sich durch Schütteln und Verteilen mit dem Kopf zwischen und auf die Federn legt. Wie bei nur wenigen Papageien können sie außerdem mit einer sogenannten Bürzeldrüse oberhalb des Schwanzansatzes ein öliges Sekret mit dem Schnabel auf den Federn verteilen und durch den Schnabel ziehen. Dieses "Einölen" und auch der Dunenpuder machen ihr buntes Federkleid wasserabweisend, schützen es vor Bakterien und lassen es zusätzlich noch glänzen.
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